Matterhorn erleben: Sport, Ausflüge und Ferien rund um den berühmtesten Berg der Schweiz

Das Matterhorn ist weit mehr als eine markante Felspyramide über Zermatt. Rund um den 4’478 Meter hohen Berg ist eine Ferienregion entstanden, in der Alpingeschichte, Wintersport, Wandern, Mountainbiken, Bergbahnen, gehobene Hotellerie und Walliser Küche ungewöhnlich dicht zusammenliegen. Der Gipfel selbst bleibt erfahrenen Alpinisten vorbehalten. Um ihm sehr nahe zu kommen, braucht es jedoch weder Steigeisen noch Kletterseil: Gornergrat, Schwarzsee, Riffelsee, Matterhorn Glacier Paradise und zahlreiche Wanderwege eröffnen immer neue Perspektiven auf das Schweizer Wahrzeichen.

Touristisch funktioniert die Region zu fast jeder Jahreszeit anders. Im Winter bestimmen Ski und Snowboard den Tagesablauf, während der Sommer Wanderer, Biker und Bergsteiger anzieht. Familien können mit Bergbahnen und Themenwegen vergleichsweise einfach ins Hochgebirge gelangen. Kulturinteressierte finden im autofreien Zermatt Spuren des alten Bergdorfs und der dramatischen Erstbesteigung von 1865. Gleichzeitig hat sich der Ort zu einer international geprägten Ferienadresse mit traditionsreichen Hotels, Berghäusern, Restaurants und moderner alpiner Infrastruktur entwickelt.

Ein Berg wird zum Symbol der Schweiz

Das Matterhorn gehört zu den bekanntesten Bergen der Welt. Seine Wirkung entsteht vor allem aus seiner Form: Vier steile Flanken laufen auf einen markanten Gipfelgrat zu. Von Zermatt erscheint der Berg fast freistehend über dem Tal.

Der Gipfel liegt auf 4’478 Metern. Auf italienischer Seite trägt der Berg den Namen Monte Cervino, auf Französisch heisst er Cervin. Im Walliserdeutschen ist häufig schlicht vom „Horu“ die Rede.

Geologisch gehört das Matterhorn zu den Walliser Alpen. Seine heutige Gestalt entstand über sehr lange Zeiträume durch die Hebung der Alpen und die anschliessende Erosion durch Eis, Frost und Wasser.

Für die touristische Geschichte des Ortes wurde jedoch ein einziges Datum besonders wichtig: der 14. Juli 1865.

An diesem Tag erreichte eine siebenköpfige Seilschaft um den Briten Edward Whymper über den Hörnligrat erstmals den Gipfel. Zur Gruppe gehörten ausserdem Michel-Auguste Croz, Charles Hudson, Francis Douglas, Douglas Hadow sowie die Zermatter Bergführer Peter Taugwalder senior und Peter Taugwalder junior.

Der Erfolg endete tragisch. Beim Abstieg stürzten vier Mitglieder der Seilschaft ab und kamen ums Leben.

Die Nachricht verbreitete sich international. Das Ereignis trug wesentlich dazu bei, dass Zermatt und das Matterhorn weltweit bekannt wurden.

Zermatt: vom Bergbauerndorf zum internationalen Ferienort

Zermatt liegt auf rund 1’620 Metern im oberen Mattertal. Der Ort ist bis heute weitgehend autofrei. Private Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor bleiben normalerweise in Täsch, von wo aus Bahnverbindungen nach Zermatt führen.

Im Dorf verkehren hauptsächlich Elektrofahrzeuge.

Trotz der internationalen Hotellerie sind Teile des historischen Zermatts erhalten geblieben. Im alten Dorfkern stehen dunkle Speicher und Wohnbauten aus Holz, teilweise auf den für das Wallis typischen Steinplatten über Holzstützen.

Zwischen diesen historischen Gebäuden liegen moderne Hotels, Restaurants, Geschäfte und Bergbahnstationen.

Gerade dieser Kontrast gehört zum Charakter Zermatts: Ein Dorf, dessen Entwicklung eng mit Viehwirtschaft und Berglandwirtschaft verbunden war, zählt heute zu den international bekanntesten alpinen Ferienorten.


Historische Holzbauten erinnern daran, dass Zermatt lange vor dem internationalen Tourismus ein landwirtschaftlich geprägtes Walliser Bergdorf war.

Gornergrat: einer der klassischen Matterhorn-Ausflüge

Für einen ersten Aufenthalt gehört der Gornergrat zu den naheliegendsten Ausflugszielen.

Die Zahnradbahn fährt direkt von Zermatt hinauf in die hochalpine Landschaft. Oben liegt der Gornergrat auf über 3’000 Metern.

Der eigentliche Höhepunkt ist weniger die Bergstation als die Lage. Von hier öffnet sich der Blick auf das Matterhorn, den Gornergletscher und zahlreiche weitere Viertausender der Walliser Alpen.

Der Ausflug eignet sich auch für Gäste, die keine anspruchsvolle Wanderung unternehmen möchten.

Wer Bewegung einbauen will, steigt beispielsweise an einer Zwischenstation aus und wandert einen Teil der Strecke.

Besonders bekannt ist der Riffelsee nahe Rotenboden. Bei ruhigem Wetter spiegelt sich das Matterhorn auf seiner Wasseroberfläche.

Da diese Situation stark von Wind und Wetter abhängt, lässt sie sich allerdings nicht planen wie eine klassische Sehenswürdigkeit.

Die Gornergratbahn ist selbst Teil des Erlebnisses

Die Fahrt mit der Zahnradbahn ist mehr als ein Transportmittel.

Wälder, Alpweiden und felsiges Hochgebirge folgen während der Auffahrt aufeinander. Das Matterhorn erscheint dabei immer wieder aus neuen Blickwinkeln.

Für Familien und Gäste mit begrenzter Zeit ist der Gornergrat deshalb besonders geeignet: Mit vergleichsweise geringem organisatorischem Aufwand lässt sich innerhalb weniger Stunden eine hochalpine Landschaft erleben.


Die Gornergratbahn bringt Gäste von Zermatt direkt in eine hochalpine Umgebung. Bahnreise, Aussicht und Wanderungen lassen sich auf diesem Ausflug besonders einfach verbinden.

Matterhorn Glacier Paradise: auf 3’883 Meter ohne Bergtour

Noch höher führt die Reise zum Matterhorn Glacier Paradise auf dem Kleinen Matterhorn.

Die Bergstation liegt auf 3’883 Metern und gehört damit zu den höchstgelegenen per Seilbahn erreichbaren Orten Europas.

Von hier reicht der Blick über Gletscher und zahlreiche Gipfel der Schweizer, italienischen und französischen Alpen.

Zum Ausflugsziel gehört auch ein Gletscherpalast im Eis.

Die Höhe sollte allerdings nicht unterschätzt werden. Auf fast 3’900 Metern enthält die Luft deutlich weniger Sauerstoff als im Tal. Der Aufenthalt kann für Menschen mit Herz-Kreislauf- oder Atemwegserkrankungen belastend sein.

Auch gesunde Gäste sollten sich ruhig bewegen und dem Körper Zeit geben.

Mit der Seilbahn über die Grenze nach Italien

Seit 2023 verbindet das Matterhorn Alpine Crossing Zermatt über das Klein Matterhorn und Testa Grigia mit der italienischen Seite.

Damit ist eine Alpenquerung per Seilbahn zwischen Zermatt und Breuil-Cervinia möglich, ohne Ski oder Bergsteigerausrüstung.

Die Verbindung eröffnet einen ungewöhnlichen Tagesausflug: morgens auf Schweizer Seite starten, über Gletscher und Hochgebirge fahren und später in Italien ankommen.

Der belmedia-Beitrag „Matterhorn Glacier Ride II: Ab dem 1. Juli 2023 wird die Grenze überschritten“ beschreibt die Entstehung dieser Verbindung ausführlicher.

Wandern: das Matterhorn erleben, ohne es zu besteigen

Die meisten Gäste erleben den Berg nicht auf seinem Gipfel, sondern auf den Wegen rundherum.

Und genau dafür bietet die Region ausgesprochen viele Möglichkeiten.

Nach aktuellen Angaben der Zermatt Bergbahnen stehen im Sommer rund 400 Kilometer Wanderwege zur Verfügung.

Die Palette reicht von einfachen Spaziergängen bis zu anspruchsvollen alpinen Routen.

Besonders bekannt sind mehrere Touren.



5-Seenweg

Der 5-Seenweg gehört zu den populärsten Wanderungen rund um Zermatt. Er verbindet Stellisee, Grindjisee, Grünsee, Moosjisee und Leisee.

Das Matterhorn erscheint unterwegs immer wieder aus einem anderen Winkel.

Der Weg eignet sich für Wanderer, die eine landschaftlich abwechslungsreiche Tour suchen, ohne eine hochalpine Bergbesteigung zu planen.

Riffelsee und Gornergrat

Die Region zwischen Rotenboden und Riffelberg lässt sich mit der Gornergratbahn gut erschliessen.

Dadurch sind auch kürzere Wanderungen möglich.

Hörnlihüttenweg

Deutlich anspruchsvoller ist der Weg von Schwarzsee zur Hörnlihütte.

Nach Angaben der Zermatt Bergbahnen führt die Route über rund 8,5 Kilometer und überwindet mehr als 700 Höhenmeter. Teile des Weges sind mit Ketten, Seilen, Metallgriffen und Treppen gesichert.

Die Hörnlihütte liegt auf 3’260 Metern unmittelbar am Fuss des Matterhorns.

Damit ist sie ein faszinierendes Tagesziel für erfahrene Bergwanderer, auch wenn keine Gipfelbesteigung geplant ist.

Die Wanderung sollte jedoch nicht mit einem gewöhnlichen Spaziergang verwechselt werden. Trittsicherheit, geeignete Schuhe, gutes Wetter und entsprechende Kondition sind erforderlich.


Wanderwege zwischen Sunnegga, Blauherd und den umliegenden Alpgebieten bieten Matterhorn-Blicke ohne Gipfelambitionen. Länge und Schwierigkeit der Tour sollten zur Erfahrung der Wandernden passen.

Das Matterhorn selbst besteigen: kein touristischer Spaziergang

Die Tatsache, dass Bergbahnen sehr weit ins Hochgebirge führen, kann einen falschen Eindruck erzeugen.

Das Matterhorn selbst bleibt ein ernstes alpines Ziel.

Der Schweizer Normalweg führt über den Hörnligrat. Ausgangspunkt ist die Hörnlihütte auf 3’260 Metern.

Von dort sind rund 1’200 Höhenmeter bis zum Gipfel zu überwinden.

Die Zermatter Bergführerorganisation ZERMATTERS veranschlagt für den Aufstieg ungefähr vier Stunden und nochmals etwa vier Stunden für den Abstieg. Gute Kondition, Akklimatisation, Trittsicherheit und Klettererfahrung sind Voraussetzungen.

Die Hörnlihütte selbst weist darauf hin, dass der Abstieg häufig belastender ist als der Aufstieg.

Lokale Fachstellen empfehlen die Besteigung mit einem qualifizierten Bergführer.

Der Unterschied zum Wandern ist erheblich: Am Hörnligrat wechseln Kletterpassagen, ausgesetzte Grate, Fixseile und je nach Bedingungen Schnee beziehungsweise Eis.

Der Gipfel ist deshalb kein Ziel, das spontan während eines Zermatt-Aufenthalts „mitgenommen“ werden sollte.

Skifahren zwischen der Schweiz und Italien

Im Winter wird die Umgebung des Matterhorns zu einem der grössten zusammenhängenden Skigebiete der Alpen.

Nach aktuellen Angaben der Zermatt Bergbahnen umfasst das Matterhorn Ski Paradise insgesamt rund 360 Pistenkilometer:

  • rund 200 Kilometer auf der Zermatter Seite
  • rund 160 Kilometer in Cervinia und Valtournenche

Die höchste erschlossene Zone reicht bis auf knapp 3’900 Meter.

Dadurch entstehen aussergewöhnlich lange Abfahrten. Eine der längsten führt vom Bereich Matterhorn Glacier Paradise hinunter nach Zermatt und erreicht rund 14,6 Kilometer.

Die Verbindung mit Cervinia ermöglicht grenzüberschreitende Skitage. Dabei sollte allerdings genügend Zeit für die Rückfahrt eingeplant werden. Wind oder technische Einschränkungen können einzelne hoch gelegene Anlagen beeinflussen.

Snowboard, Freeride und Sommerski

Neben klassischem Pistenskifahren gehören Snowboarden und Freeride zum Wintersportangebot.

Freeride-Routen verlangen jedoch Erfahrung in Lawinenkunde und alpiner Gefahrenbeurteilung. Wer das gesicherte Skigebiet verlässt, bewegt sich im freien Gelände und trägt eine wesentlich grössere Eigenverantwortung.

Eine Besonderheit Zermatts ist der Gletscherskilauf.

Die Zermatt Bergbahnen geben für das Sommerskigebiet auf dem Theodulgletscher rund 21 Pistenkilometer an.

Wie viele davon tatsächlich zur Verfügung stehen, hängt von Jahreszeit, Schnee-, Gletscher- und Wetterbedingungen ab.

Winterwandern und Schneeschuhe für ruhigere Tage

Nicht jeder Wintergast möchte Ski fahren.

Rund um Zermatt gibt es Winterwanderwege und Schneeschuhrouten, die den Blick auf das Matterhorn mit deutlich weniger Geschwindigkeit verbinden.

Gerade Wege oberhalb von Sunnegga oder rund um Furi eröffnen eine ruhigere Perspektive auf die Berglandschaft.

Auch hier gelten alpine Grundregeln. Markierte Winterwege sollten nicht ohne Grund verlassen werden, und bei Schneeschuhtouren sind Lawinensituation und lokale Hinweise relevant.


Im Winter wird das Matterhorn zum Mittelpunkt eines grenzüberschreitenden Skigebiets. Neben Ski und Snowboard bieten sich Winterwandern und Schneeschuhtouren an.

Mountainbike und E-Bike: mehr als Wandern auf zwei Rädern

Auch Mountainbiken hat sich rund um Zermatt stark entwickelt.

Die Zermatt Bergbahnen weisen für das Sommergebiet mehr als 100 Kilometer Bike-Trails aus.

Bergbahnen ermöglichen es, grössere Höhenunterschiede zu überwinden und einzelne Abfahrten miteinander zu kombinieren.

Dabei gibt es einen wichtigen Unterschied zwischen gemütlichen Bikewegen und technisch anspruchsvollen Trails. Steile Passagen, lose Steine, Wurzeln und enge Kurven verlangen Fahrtechnik.

Helm und funktionierende Bremsen sollten selbstverständlich sein.

Für weniger sportliche Gäste erweitert das E-Mountainbike den Radius. Es beseitigt allerdings nicht die fahrtechnischen Anforderungen einer schwierigen Abfahrt.

Trailrunning: Höhenmeter mit Matterhorn-Blick

Für trainierte Läufer bietet das Gebiet zahlreiche Möglichkeiten zum Trailrunning.

Die Höhenlage verändert allerdings die Belastung. Wer auf 2’500 oder 3’000 Metern läuft, spürt die geringere Sauerstoffverfügbarkeit deutlich stärker als im Flachland.

Eine vernünftige Akklimatisation, ausreichend Flüssigkeit und defensive Planung gehören deshalb zu längeren Läufen.

Besonders reizvoll sind Kombinationen aus Bergbahnfahrt und Trail zurück ins Tal.

Familienferien am Matterhorn

Obwohl das Matterhorn mit Extremalpinismus verbunden wird, ist Zermatt auch auf Familien ausgerichtet.

Bergbahnen ermöglichen selbst kleineren Kindern einen Zugang zur Bergwelt, ohne dass stundenlange Aufstiege nötig sind.

Am Leisee und rund um Sunnegga gibt es familienorientierte Angebote. Der Wolli-Erlebnisbereich greift die Zermatter Maskottchenfigur auf und verbindet Spiel mit Naturerlebnis.

Je nach Saison kommen Themenwege, Spielplätze, leichte Wanderungen und weitere Aktivitäten hinzu.

Für Familien ist vor allem die Kombination interessant:

  • eine kurze Bergbahnfahrt
  • eine überschaubare Wanderung
  • Picknick oder Bergrestaurant
  • Rückfahrt ins Dorf

Dadurch müssen Bergferien mit Kindern nicht aus langen Tagesmärschen bestehen.

Schlechtwetter: Matterhorn Museum statt Gipfelblick

Das Wetter bestimmt in Zermatt viel.

Wenn Wolken den Berg verdecken, lohnt sich das Matterhorn Museum – Zermatlantis im Dorfzentrum.

Das unterirdisch angelegte Museum zeigt die Entwicklung Zermatts vom Bergbauerndorf zur internationalen Alpendestination.

Einen zentralen Platz nimmt die Erstbesteigung von 1865 ein.

Zu den besonders eindrücklichen Exponaten gehört das originale gerissene Seil der damaligen Seilschaft.

Historische Gebäude, Gegenstände und Inszenierungen vermitteln zugleich einen Eindruck davon, wie das Leben im Mattertal vor dem grossen Tourismus aussah.

Auch der „Walk of Climb“ im Dorf erinnert mit bronzenen Markierungen an wichtige Persönlichkeiten der Matterhorngeschichte.

Video: SRF begleitet einen Bergführer aufs Matterhorn



Die SRF-Reportage „Mythos Matterhorn – Ein Erfahrungsbericht“ begleitet Reporter Matthias Lüscher mit dem erfahrenen Zermatter Bergführer und Bergretter Anjan Truffer auf das Matterhorn. Der Film zeigt den Hörnligrat nicht als touristische Attraktion, sondern als ernsthafte alpine Unternehmung und thematisiert Vorbereitung, Gefahren und die enorme Anziehungskraft des Berges. Damit ergänzt die Reportage besonders gut den Unterschied zwischen Ferien rund um das Matterhorn und einer tatsächlichen Gipfelbesteigung.

Walliser Küche nach einem Tag am Berg

Die touristische Entwicklung Zermatts hat eine sehr internationale Gastronomie hervorgebracht. Gleichzeitig spielen traditionelle Walliser Gerichte weiterhin eine wichtige Rolle.

Raclette gehört dazu.

Beim klassischen Raclette du Valais AOP wird der Käse erhitzt und die geschmolzene Oberfläche abgeschabt. Dazu werden typischerweise Kartoffeln, Essiggurken und Silberzwiebeln serviert.

Auch Fondue, Walliser Trockenfleisch und regionale Weine gehören zu vielen Speisekarten.

Interessant sind zudem die Bergrestaurants ausserhalb des Dorfzentrums.

Einige liegen direkt an Wanderwegen oder Skipisten. Dadurch lässt sich eine sportliche Tour mit einem kulinarischen Ziel verbinden.

Zermatt hat allerdings längst auch eine ausgeprägte gehobene Gastronomie. Die Bandbreite reicht von einfachen Berghütten bis zu ambitionierten Hotelrestaurants.

Hotels: von historisch bis luxuriös

Die Hotellerie gehört seit dem 19. Jahrhundert zur Geschichte Zermatts.

Das Hotel Monte Rosa ist besonders eng mit der frühen Phase des Alpinismus verbunden. Edward Whymper logierte dort vor der Erstbesteigung des Matterhorns.

Das Grand Hotel Zermatterhof eröffnete 1879 und gehört bis heute zu den traditionsreichen Häusern im Dorfzentrum.

Daneben gibt es moderne Designhotels, Apartments, familienorientierte Unterkünfte und kleine Häuser.

Wer den Matterhorn-Blick vom Zimmer wichtig findet, sollte bei der Buchung genau prüfen, in welche Richtung das gebuchte Zimmer tatsächlich liegt. Nicht jedes Hotelzimmer in Zermatt besitzt automatisch freie Sicht auf den Berg.

Einen Überblick über verschiedene Schweizer Winterhotels einschliesslich des Zermatterhofs bietet der belmedia-Beitrag „Die schönsten Winterhotels in den Schweizer Alpen – vom Boutiquehotel bis zum Luxusresort“.

Übernachten am Berg

Eine Alternative zum Hotel im Dorf sind Unterkünfte in höher gelegenen Gebieten.

Riffelberg, Gornergrat, Schwarzsee und verschiedene Alpgebiete besitzen Berghotels oder Gasthäuser.

Das Erlebnis verändert sich dadurch erheblich. Nach Betriebsschluss der Bergbahnen wird es auf der Höhe ruhiger, und morgens beginnt der Tag bereits mitten in der Bergwelt.

Die Hörnlihütte ist eine nochmals speziellere Unterkunft. Sie liegt unmittelbar am Fuss des Matterhorns und dient vor allem Bergsteigern als Ausgangspunkt.

Für 2026 gibt die Hütte ihre reguläre Öffnung ab dem 26. Juni an.

Frühling: Übergangszeit mit zwei Jahreszeiten

Der Frühling kann in Zermatt ungewöhnliche Kombinationen bieten.

Im Dorf beginnt der Schnee zu verschwinden, während in den höher gelegenen Gebieten noch Wintersport möglich ist.

Für Wanderer ist diese Jahreszeit allerdings anspruchsvoll zu planen. Wege auf der Höhe können noch verschneit oder geschlossen sein.

Touren sollten deshalb nach aktuellen Bedingungen und nicht nach dem Kalender gewählt werden.

Sommer: Wandern, Biken und Alpinismus

Im Sommer erreicht das Angebot seine grösste Vielfalt.

Wanderwege werden zugänglich, Bergrestaurants öffnen, Bike-Trails können genutzt werden und die klassische Matterhorn-Bergsteigersaison beginnt.

Auch die Hörnlihütte wird dann zu einem beliebten Ziel für Tageswanderer.

Gerade in der Hochsaison lohnt es sich, Bergbahnen, Restaurants und Unterkünfte früh zu planen.

Herbst: ruhigere Wege und klare Tage

Der frühe Herbst kann eine besonders interessante Reisezeit sein.

Viele Wanderwege sind weiterhin zugänglich, während die Hauptferienzeit bereits vorbei ist.

Klare Luft kann gute Sichtverhältnisse bringen.

Gleichzeitig werden die Tage kürzer, und erste Schneefälle können hoch gelegene Routen rasch verändern.

Winter: das Matterhorn als Kulisse des Skigebiets

Im Winter verschiebt sich das Zentrum des touristischen Lebens auf die Pisten.

Skifahrer und Snowboarder bewegen sich zwischen Sunnegga-Rothorn, Gornergrat, Schwarzsee und dem Gletschergebiet.

Durch die Verbindung nach Cervinia entstehen auch internationale Skitage.

Wer nicht Ski fährt, kann trotzdem eine vollständige Winterreise planen: Gornergratbahn, Bergrestaurants, Winterwandern, Matterhorn Museum, Wellness und Gastronomie bieten genügend Alternativen.

Drei Tage am Matterhorn: eine mögliche Reiseplanung

Für einen ersten Aufenthalt lässt sich das Gebiet gut in drei unterschiedliche Tage gliedern.

Tag 1: Zermatt und Gornergrat

Nach der Ankunft lohnt sich zunächst ein Rundgang durch den alten Dorfkern.

Anschliessend führt die Gornergratbahn hinauf ins Hochgebirge.

Je nach Wetter und Kondition kann zwischen Rotenboden, Riffelsee und Riffelberg eine Wanderung eingebaut werden.

Der Abend bleibt für Walliser Küche im Dorf.

Tag 2: Matterhorn Glacier Paradise

Der zweite Tag führt mit Bergbahnen Richtung Klein Matterhorn.

Matterhorn Glacier Paradise und Gletscherwelt bilden den Schwerpunkt.

Wer einen grenzüberschreitenden Ausflug plant, kann das Matterhorn Alpine Crossing Richtung Italien einbeziehen.

Die Höhe sollte dabei im Tagesprogramm berücksichtigt werden. Ein vollgepacktes Sportprogramm unmittelbar nach mehreren Stunden auf fast 4’000 Metern ist nicht für jeden sinnvoll.

Tag 3: aktiv am Matterhorn

Am dritten Tag entscheidet das persönliche Interesse.

Wanderer wählen beispielsweise den 5-Seenweg.

Erfahrene Bergwanderer können Richtung Hörnlihütte gehen.

Mountainbiker nutzen die Trails.

Im Winter gehört der Tag den Pisten.

Familien kombinieren Bergbahn, leichtere Wanderung und Spielangebote.

So lässt sich das Matterhorn aus drei völlig unterschiedlichen Perspektiven kennenlernen, ohne den Gipfel selbst zu besteigen.

Das Wetter entscheidet mit

Ein Matterhorn-Aufenthalt sollte nicht zu starr geplant werden.

Der Berg kann morgens vollständig frei sichtbar sein und wenige Stunden später in Wolken verschwinden. Umgekehrt kann sich eine geschlossene Wolkendecke plötzlich öffnen.

Noch wichtiger ist das Wetter bei sportlichen Aktivitäten.

Gewitter, Neuschnee, starker Wind oder Vereisung können Wanderwege, Bergbahnen und alpine Routen beeinflussen.

Bei anspruchsvollen Wanderungen und Bergtouren gehören deshalb aktuelle Wetterinformationen, Betriebsinformationen und gegebenenfalls lokale Fachberatung zur Vorbereitung.

Das Matterhorn muss nicht erobert werden

Die Geschichte des Berges ist stark vom Gedanken des Gipfelerfolgs geprägt.

Gerade touristisch bietet die Region heute jedoch sehr viel mehr.

Ein Kind kann das Matterhorn vom Spielplatz am Berg betrachten.

Ein Wanderer sieht es im Riffelsee gespiegelt.

Ein Skifahrer erlebt es von der Piste.

Ein Bahnreisender betrachtet es vom Gornergrat.

Ein Gast sitzt auf einer Restaurantterrasse und beobachtet, wie das Licht am Abend die Felsflanken verändert.

Und erfahrene Alpinisten können nach langer Vorbereitung versuchen, über den Hörnligrat den Gipfel zu erreichen.

Diese verschiedenen Möglichkeiten gehören alle zum selben Berg.

Rund um das Matterhorn beginnt das eigentliche Reiseerlebnis

Das Matterhorn ist ein Wahrzeichen, aber die Ferienregion lebt von weit mehr als einem berühmten Fotomotiv.

Zermatt verbindet historische Walliser Baukultur mit internationaler Hotellerie und Gastronomie. Gornergrat und Matterhorn Glacier Paradise bringen Gäste ohne alpinistische Erfahrung weit ins Hochgebirge. Wanderwege, Mountainbike-Trails, Winterwanderungen und ein 360 Kilometer umfassendes internationales Skigebiet machen die Region zu einem ganzjährigen Sportziel.

Familien finden Angebote, die auch ohne anspruchsvolle Bergtouren funktionieren. Kulturinteressierte können im Matterhorn Museum nachvollziehen, wie aus einem abgelegenen Bergdorf eine der bekanntesten Destinationen der Alpen wurde.

Die Besteigung des Matterhorns bleibt dagegen eine eigene Welt. Sie verlangt alpine Erfahrung, Kondition und sorgfältige Vorbereitung und sollte nicht mit den touristisch hervorragend erschlossenen Ausflügen rund um den Berg verwechselt werden.

Gerade darin liegt der Reiz des Matterhorns: Es lässt sich aus der Nähe erleben, ohne es bezwingen zu müssen. Vom historischen Dorf über den Riffelsee bis zur Gletscherwelt, von einer Skipiste bis zur Hörnlihütte eröffnet der Berg immer wieder eine andere Perspektive.

 

Bildquellen: Titelbild: Adobe Stock/shirophoto; Bild 1: Adobe Stock/bill_17; Bild 2: Adobe Stock/SCStock; Bild 3: Adobe Stock/Benoît Bruchez; Bild 4: Adobe Stock/alice_photo

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