Super League: Basel, YB und St. Gallen setzen früh ein Zeichen

Der vierte Spieltag der Super League hat die Kräfteverhältnisse an der Spitze weiter geschärft. Der FC Basel gewann den Klassiker beim FC Zürich mit 2:1 und zog damit vorerst auf neun Punkte. Die Young Boys setzten sich zuhause mit 4:2 gegen Aufsteiger Vaduz durch und bleiben ungeschlagen.

Der FC St. Gallen konnte dagegen gar nicht eingreifen: Das ursprünglich für dieses Wochenende angesetzte Auswärtsspiel in Lugano wurde wegen der Conference-League-Playoffs beider Klubs auf den 16. September verschoben.

Damit ergibt sich nach dem Wochenende ein interessantes Bild. Basel steht nach vier Partien bei neun Punkten, YB und St. Gallen kommen bei jeweils einem Spiel weniger auf sieben Zähler. Tabellenführer bleibt vorerst der FC Lugano mit neun Punkten aus drei Spielen. Die drei Traditionsklubs aus Basel, Bern und St. Gallen sind damit früh in jener Region angekommen, in der sie sich auch langfristig sehen wollen.

Besonders spannend: Schon am kommenden Wochenende kommt es zum direkten Duell zwischen YB und Basel. Für St. Gallen beginnt dagegen eine Phase, in der nationale Meisterschaft und europäische Belastung eng miteinander verzahnt sind.

Basel dreht den Klassiker in Zürich

Der FC Basel musste im Letzigrund zunächst einem Rückstand hinterherlaufen. Bereits in der Anfangsphase brachte Philippe Kény den FC Zürich per Penalty mit 1:0 in Führung. Basel tat sich vor der Pause schwer und kam nur selten gefährlich vor das Zürcher Tor.

Nach dem Seitenwechsel änderte sich die Partie. Kazeem Olaigbe erzielte nach gut einer Stunde den Ausgleich zum 1:1. In der Schlussphase bekam Basel nach VAR-Intervention einen Penalty zugesprochen. Zan Celar verwandelte in der 85. Minute zum 2:1 und entschied damit den Klassiker zugunsten der Gäste.

Der Sieg ist für Basel auch deshalb wichtig, weil die Mannschaft nach der 0:1-Heimniederlage gegen Lausanne am zweiten Spieltag bereits früh unter Druck geraten war. Seither folgten ein 4:2 gegen Thun und nun der Erfolg beim FCZ. Drei Siege aus vier Spielen und neun Punkte bringen Rotblau zumindest vorläufig wieder in unmittelbare Nähe zur Tabellenspitze.

YB bleibt offensiv brandgefährlich

Auch die Young Boys bestätigten ihren starken Saisonstart. Gegen den FC Vaduz setzte sich das Team mit 4:2 durch. Joël Monteiro brachte YB bereits in der 4. Minute in Führung, doch Vaduz schlug durch Milos Ćoćić zurück.

Kaly Sène sorgte in der 37. Minute für das 2:1, ehe Ćoćić kurz vor der Pause erneut ausglich. Nach dem Seitenwechsel übernahm YB wieder die Kontrolle. Alvyn Sanches traf in der 57. Minute zum 3:2, Armin Gigović machte kurz vor Schluss mit dem 4:2 alles klar.

Auffällig bleibt vor allem die Offensive der Berner. Nach drei Ligaspielen steht YB bereits bei zwölf erzielten Toren. Zum Saisonauftakt gab es ein 4:2 gegen Sion, danach folgte das spektakuläre 6:0 bei Thun und ein 2:2 in Lausanne. Die Mannschaft ist damit noch ungeschlagen und besitzt aktuell die beste Tordifferenz der direkten Verfolger von Lugano.

St. Gallen spielt nicht – aus gutem Grund

Beim FC St. Gallen verlief das Wochenende völlig anders. Eigentlich hätten die Ostschweizer in Lugano antreten sollen. Die Swiss Football League verschob die Partie jedoch auf Mittwoch, 16. September, weil sowohl St. Gallen als auch Lugano in den Playoffs zur UEFA Conference League im Einsatz stehen.

Das ist für die Tabelle relevant. St. Gallen bleibt deshalb bei drei absolvierten Meisterschaftsspielen und sieben Punkten. Die Bilanz ist dennoch stark: Zum Saisonstart gewann der FCSG mit 2:1 gegen den FC Zürich, danach folgte ein 3:2-Auswärtserfolg in Vaduz und zuletzt ein 2:2 gegen Luzern. Die Ostschweizer sind damit ebenso wie YB noch ungeschlagen.

Die Verschiebung zeigt gleichzeitig, welche Belastung europäische Spiele in den Schweizer Spielplan bringen können. Für St. Gallen bedeutet der internationale Wettbewerb zusätzliche Möglichkeiten, aber auch einen dichter werdenden Kalender. Das Nachholspiel in Lugano wird mitten im September zwischen weiteren Meisterschaftspartien eingeschoben.

Basel gegen YB wird zum ersten echten Gradmesser

Der Blick richtet sich nun bereits auf den nächsten Spieltag. Am Samstag, 29. August, empfängt YB den FC Basel um 20.30 Uhr in Bern. Nach den bisherigen Resultaten besitzt die Partie schon früh besondere Bedeutung. Wie gross das Interesse an diesem Duell regelmässig ist, zeigte bereits ein früheres Aufeinandertreffen in Bern. Der Belmedia-Beitrag über das Meisterschaftsspiel zwischen den Young Boys und dem FC Basel im Wankdorf dokumentiert die Dimension dieses Duells auch rund um das Stadion.

Basel kann mit einem Auswärtssieg seine Position in der Spitzengruppe festigen. YB könnte dagegen mit drei Punkten am direkten Konkurrenten vorbeiziehen. Beide Teams haben zuletzt gewonnen, beide verfügen über grosse Ambitionen und beide wissen, dass frühe Direktduelle später im Titelrennen noch Gewicht bekommen können.

St. Gallen bleibt mitten im Spitzenfeld

St. Gallen darf sich durch die vorübergehend schiefe Tabelle nicht irritieren lassen. Mit sieben Punkten aus drei Spielen liegt die Mannschaft aktuell auf Rang vier, punktgleich mit YB und nur zwei Zähler hinter Lugano und Basel – allerdings mit einem Spiel weniger als Basel.

Nach vier Spieltagen ist die Tabelle selbstverständlich noch nicht mehr als eine Momentaufnahme. Trotzdem zeigt sich bereits ein Muster: Lugano ist perfekt gestartet, Basel hat sich nach einem frühen Rückschlag stabilisiert, YB wirkt offensiv sehr stark und St. Gallen sammelt weiter konstant Punkte.

Damit könnte sich an der Spitze eine spannende Konstellation entwickeln. Noch ist die Saison jung, doch Basel, YB und St. Gallen haben bereits genügend Argumente geliefert, um sie zu den Mannschaften zu zählen, die in den kommenden Wochen besonders genau beobachtet werden müssen.

 

Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Titelbild: KI-Bild

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