Marinko Jurendic will Schweizer Talente stärker fördern

Marinko Jurendic hat am 1. September 2026 seine sportlichen Pläne als neuer Chief Sports Officer des Schweizerischen Fussballverbands vorgestellt. Der 48-Jährige trägt künftig die Gesamtverantwortung für die Männer-Nationalteams, den Frauenfussball und die Fussballentwicklung. Eine seiner zentralen Botschaften: Schweizer Clubs und der Verband sollen wieder stärker auf die eigenen Talente vertrauen und jungen Spielern möglichst gute Entwicklungsmöglichkeiten im eigenen Land bieten.

Jurendic hat seine neue Funktion bereits am 17. August übernommen. Mit der Medienkonferenz in Bern präsentierte er nun erstmals ausführlicher, welche Themen er in den kommenden Monaten angehen will.

Der ehemalige Sportchef des FC Zürich und FC Augsburg erhält beim SFV weitreichende Kompetenzen. Die verschiedenen sportlichen Bereiche sollen künftig stärker aus einer gemeinsamen Richtung geführt werden.

Mehr Vertrauen in Schweizer Nachwuchsspieler

Ein besonderes Anliegen ist Jurendic die Nachwuchsförderung. Viele der besten Schweizer Talente wechseln bereits in jungen Jahren ins Ausland, weil sie sich dort bessere Entwicklungsmöglichkeiten erhoffen.

Diese Entwicklung will der neue Sportchef nicht einfach hinnehmen. Die Schweiz müsse Bedingungen schaffen, unter denen junge Spieler auch bei heimischen Clubs auf hohem Niveau ausgebildet werden und früh Verantwortung übernehmen können.

Dabei geht es nicht nur um technische Fähigkeiten. Jurendic will bei der Ausbildung auch Persönlichkeit, mentale Stärke und Eigenverantwortung stärker gewichten. Gerade auf höchstem Niveau seien diese Eigenschaften entscheidend.

Doppelbürger werden zur wichtigen Aufgabe

Eine weitere Baustelle betrifft Spieler, die für mehrere Nationalmannschaften spielberechtigt sind. Schweizer Nachwuchsteams verfügen traditionell über zahlreiche Spieler mit mehreren Nationalitäten.

Jurendic will deshalb früher den Kontakt zu Spielern und Familien suchen und ihnen langfristige Perspektiven innerhalb des Schweizer Nationalmannschaftssystems aufzeigen.

Aktuell stehen unter anderem Alessandro Romano und Winsley Boteli im Fokus. Beide werden auch von anderen Verbänden umworben. Der SFV steht mit ihnen in Kontakt, die endgültige Entscheidung über ihre internationale Zukunft liegt jedoch bei den Spielern selbst.

Jurendic betonte zugleich, dass die Schweiz nicht einfach Spieler kurzfristig binden wolle. Entscheidend sei, über Jahre Vertrauen aufzubauen und eine sportlich überzeugende Perspektive anzubieten.

Neue Struktur soll bis Ende Jahr stehen

Mit der neu geschaffenen Position des Chief Sports Officer bündelt der SFV erstmals grosse Teile der sportlichen Verantwortung bei einer Person. Jurendic ist direkt SFV-Zentralpräsident Peter Knäbel unterstellt.

Bis Ende 2026 will Jurendic die Organisation so ausrichten, dass der Schweizer Fussball mit einer klaren Struktur Richtung 2030 arbeiten kann. Veränderungen bei Prozessen und Strukturen schliesst er ausdrücklich nicht aus.

Auch die Zusammenarbeit zwischen Nachwuchsteams und A-Nationalmannschaft soll stärker abgestimmt werden. Ziel ist eine gemeinsame sportliche Linie, die junge Spieler vom Nachwuchs bis auf die höchste Stufe begleitet.

Nations League wartet bereits

Viel Zeit für eine lange Einarbeitungsphase bleibt dem neuen Sportchef nicht. Bereits Ende September beginnt für die Schweizer Nationalmannschaft die nächste Nations-League-Kampagne.

Nach dem erfolgreichen WM-Sommer folgen innerhalb weniger Wochen Begegnungen mit Nordmazedonien, Schottland und Slowenien. Einen Überblick über die sechs kommenden Nations-League-Partien der Schweiz gibt es hier.

Jurendic übernimmt den Schweizer Fussball damit in einer sportlich starken Phase. Nach dem WM-Viertelfinal geht es nicht darum, funktionierende Strukturen grundlos umzubauen. Sein Anspruch ist vielmehr, die vorhandene Basis weiterzuentwickeln.

Eine seiner wichtigsten Aufgaben ist dabei bereits klar: Die besten Schweizer Talente sollen künftig möglichst früh überzeugt werden, dass ihr Weg bis zur A-Nationalmannschaft auch innerhalb des Schweizer Systems funktionieren kann.

 

Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert

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