FIFA wirft UEFA Schmutzkampagne vor

Der Machtkampf im Weltfussball eskaliert weiter. Die FIFA wirft der UEFA in US-Gerichtsunterlagen eine gezielte «Schmutzkampagne» gegen den Weltverband und Präsident Gianni Infantino vor. Im Zentrum steht das inzwischen aufgegebene Investorenprojekt «FIFA Forward Enterprise» – und die Frage, ob die Auseinandersetzung zu einem Strafverfahren in der Schweiz führen könnte.

Die Gegenoffensive der FIFA rückt am Freitag international in den Fokus. Die UEFA hatte zuvor bei mehreren US-Gerichten die Herausgabe von Dokumenten und Beweismitteln beantragt. Diese sollen für eine mögliche Strafanzeige in der Schweiz verwendet werden. Die FIFA versucht nun, die Anträge abzuwehren oder zumindest aufzuschieben.

FIFA attackiert Vorgehen der UEFA

In den Gerichtsunterlagen bezeichnet die FIFA die Schritte der UEFA als Teil einer Kampagne gegen ihre Führung. Nach Angaben von Reuters argumentiert der Weltverband, die europäischen Fussballfunktionäre suchten Unterlagen für ein bislang nicht bestehendes Schweizer Strafverfahren. Die UEFA erwägt ihrerseits rechtliche Schritte gegen Infantino und weitere FIFA-Verantwortliche.

AP berichtet, dass die UEFA entsprechende Anträge in New York, Florida und Colorado gestellt hat. In Colorado beantragte die FIFA, das Verfahren zur Beweiserhebung aufzuschieben oder fallen zu lassen.

Wichtig ist dabei die juristische Einordnung: Gegen Infantino ist im Zusammenhang mit dem Investorenprojekt bislang keine strafrechtliche Schuld festgestellt worden. Auch ein eröffnetes Schweizer Strafverfahren ist derzeit nicht bestätigt. Die UEFA sammelt vielmehr Material für mögliche weitere rechtliche Schritte.

Streit um «FIFA Forward Enterprise»

Ausgangspunkt der Auseinandersetzung ist «FIFA Forward Enterprise», kurz FFE. Die geplante Gesellschaft sollte kommerzielle Rechte rund um wichtige FIFA-Wettbewerbe bündeln und privaten Investoren eine Beteiligung ermöglichen. Das Projekt stiess insbesondere bei der UEFA sowie weiteren Kontinentalverbänden auf massiven Widerstand. Zum Monatswechsel Juli/August zog die FIFA das Vorhaben zurück.

Die UEFA wirft Fragen zur Vorbereitung des Projekts, zur Einbindung der zuständigen FIFA-Gremien und zur geplanten Beteiligung privater Investoren auf. Die FIFA weist die Kritik zurück und hält der UEFA vor, das Projekt von Beginn an bekämpft zu haben.

Wer die Vorgeschichte des Konflikts nachlesen will, findet im Beitrag über die von der UEFA vorbereiteten rechtlichen Schritte gegen Infantino die Hintergründe zum Investorenprojekt und zur ersten Eskalation.

Schweizer Dimension erhöht den Druck

Für die Schweiz ist der Streit besonders relevant. Die FIFA hat ihren Hauptsitz in Zürich, und die von der UEFA erwogenen strafrechtlichen Schritte richten sich auf die Schweiz. Damit hat der Konflikt zwischen den beiden mächtigsten Fussballorganisationen längst eine juristische Dimension erreicht.

Gleichzeitig steht Infantino auch politisch unter wachsendem Druck. Der FIFA-Präsident kandidiert im März 2027 für eine weitere Amtszeit. Reuters zufolge haben mehrere Verbände ihre Unterstützung zurückgezogen. Neben der UEFA haben auch andere Kontinentalverbände Kritik am Vorgehen der FIFA-Führung geäussert.

Machtkampf geht in die nächste Runde

Mit der scharfen Reaktion der FIFA ist klar, dass der Streit nach dem Rückzug von FFE keineswegs beendet ist. Während die UEFA in den USA nach Unterlagen für mögliche Schritte in der Schweiz sucht, stellt die FIFA dieses Vorgehen als politisch motivierte Kampagne gegen ihre Führung dar.

Ob daraus tatsächlich ein Schweizer Strafverfahren entsteht, bleibt offen. Fest steht vorerst nur: Der Konflikt zwischen FIFA und UEFA wird inzwischen nicht mehr allein in Sitzungszimmern und Fussballgremien ausgetragen, sondern auch vor US-Gerichten.

 

Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert

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