Sabalenka schlägt Townsend – 17. US-Open-Sieg in Serie

Aryna Sabalenka steht bei den US Open erneut im Viertelfinal. Die Weltranglistenerste bezwingt die Amerikanerin Taylor Townsend im Arthur Ashe Stadium mit 6:4, 6:3 und feiert damit bereits ihren 17. Sieg in Serie in New York. Die zweifache Titelverteidigerin benötigt 1 Stunde und 15 Minuten und bleibt im gesamten Turnier weiterhin ohne Satzverlust.

Townsend verlangt der grossen Favoritin vor heimischem Publikum deutlich mehr ab, als es das Resultat vermuten lässt. Der erste Satz beginnt mit einer wilden Serie von Breaks, im zweiten Durchgang liegt Sabalenka sogar mit 1:3 zurück.

Doch genau in dieser kritischen Phase zeigt die 28-Jährige ihre Klasse. Sabalenka gewinnt die letzten fünf Games der Begegnung und verhindert damit, dass das amerikanische Publikum das Match noch einmal vollständig zum Kippen bringt.

Im Viertelfinal trifft die Nummer 1 der Setzliste auf die Siegerin der Partie zwischen Wimbledon-Champion Linda Noskova und Marta Kostyuk. Für Sabalenka geht es in New York nicht nur um den dritten US-Open-Titel in Folge, sondern auch um die Verteidigung der Weltranglistenführung.

Fünf Breaks in Folge zum Auftakt

Von einem ruhigen Start kann im Arthur Ashe Stadium keine Rede sein. Beide Spielerinnen haben zunächst grosse Probleme, ihre Aufschlagspiele zu kontrollieren, und die ersten Minuten entwickeln sich zu einem ungewöhnlichen Break-Festival.

Gleich fünfmal hintereinander verliert die jeweils aufschlagende Spielerin ihr Servicegame. Townsend versucht mit ihrer bekannten Mischung aus Slice, Tempowechseln und Angriffen ans Netz, Sabalenka aus ihrem gewohnten Rhythmus zu bringen. Die Belarussin produziert ebenfalls Fehler, bleibt in den entscheidenden Momenten aber aggressiv.

Nach der hektischen Anfangsphase stabilisiert sich Sabalenka zuerst. Sie erspielt sich einen Vorsprung und serviert beim Stand von 5:2 bereits zum Gewinn des ersten Satzes, doch Townsend wehrt sich mit Unterstützung des Publikums noch einmal zurück.

Die Amerikanerin holt sich das Break und verkürzt anschliessend auf 5:4. Plötzlich wird es für die Titelverteidigerin noch einmal unangenehm.

Sabalenka rettet den ersten Satz

Beim zweiten Versuch, den Satz auszuservieren, gerät Sabalenka erneut unter Druck. Townsend erspielt sich sogar einen Breakball zum 5:5 und steht damit kurz davor, den Durchgang vollständig wieder zu öffnen.

Diesmal reagiert Sabalenka jedoch mit ihrem stärksten Tennis. Sie wehrt die Chance mit einem guten Aufschlag ab und entscheidet danach zwei weitere wichtige Ballwechsel für sich. Nach 6:4 ist der erste Satz gewonnen.

Das Resultat täuscht etwas über den komplizierten Verlauf hinweg. Townsend gelingt es immer wieder, Sabalenka mit ihren Variationen zu unbequemen Schlägen zu zwingen, gleichzeitig fehlt der Amerikanerin jedoch die Konstanz, um ihre Möglichkeiten konsequent auszunutzen.

Für Sabalenka ist vor allem entscheidend, dass sie einen Satz gewinnt, in dem ihr Spiel keineswegs durchgehend funktioniert. Genau diese Fähigkeit zeichnet ihre Entwicklung der vergangenen Jahre aus: Auch an schwierigeren Tagen findet sie Wege, die wichtigen Punkte zu gewinnen.



Townsend führt im zweiten Satz mit 3:1

Im zweiten Durchgang droht die Partie nochmals eine völlig andere Richtung zu nehmen. Townsend erhöht den Druck und schafft das Break zum 3:1, nachdem sie einen zweiten Aufschlag Sabalenkas aggressiv attackiert und den Return bis an die Grundlinie bringt.

Das Arthur Ashe Stadium wird nun deutlich lauter. Die amerikanischen Fans wittern die Chance auf einen dritten Satz, und Sabalenka steht erstmals an diesem Nachmittag wirklich mit dem Rücken zur Wand.

Die Reaktion der Weltnummer 1 kommt allerdings sofort. Townsend beendet ihr nächstes Aufschlagspiel mit einem Doppelfehler und gibt den Vorteil ohne eigenes gewonnenes Pünktchen wieder ab. Sabalenka verkürzt auf 2:3 und übernimmt danach zunehmend die Kontrolle.

Aus dem möglichen Wendepunkt für Townsend wird stattdessen der Beginn der entscheidenden Serie. Sabalenka erhöht die Präzision, spielt konsequenter in die offenen Räume und zwingt ihre Gegnerin immer häufiger zu schwierigen Schlägen.

Fünf Games in Serie entscheiden das Match

Nach dem Break zurück ins Match lässt Sabalenka nicht mehr locker. Sie gewinnt fünf Games hintereinander und verwandelt einen 1:3-Rückstand in einen 6:3-Satzgewinn.

Townsend versucht weiterhin, mit häufigen Netzangriffen und tiefen Slices Abwechslung ins Spiel zu bringen. Die Taktik funktioniert phasenweise, doch Sabalenka findet im Verlauf des Matches immer bessere Antworten und lässt sich auch von der Stimmung auf den Tribünen nicht aus der Ruhe bringen.

Nach 1 Stunde und 15 Minuten steht der 6:4, 6:3-Erfolg fest. Sabalenka gewinnt damit auch ihr viertes Match bei diesen US Open in zwei Sätzen.

Townsend verabschiedet sich dennoch nach einem starken Turnier. Die Amerikanerin hatte zuvor unter anderem Diana Shnaider in drei Sätzen ausgeschaltet und erreicht zum dritten Mal in ihrer Karriere den Achtelfinal in Flushing Meadows. Für den ersten Grand-Slam-Viertelfinal reicht es gegen die Titelverteidigerin aber nicht.

17 Siege in Serie in New York

Sabalenkas Bilanz bei den US Open wird immer beeindruckender. Seit Beginn ihres Titelruns 2024 hat sie in Flushing Meadows kein Einzel mehr verloren und steht inzwischen bei 17 Siegen hintereinander.

2024 gewann sie das Turnier erstmals, ein Jahr später verteidigte sie den Titel erfolgreich. Nun fehlen noch drei Siege zum historischen Triple.

Der Viertelfinaleinzug ist für Sabalenka bereits der 17. bei einem Grand-Slam-Turnier. Allein bei den US Open erreicht sie die Runde der letzten acht nun zum sechsten Mal.

Ihre bisherige Turnierbilanz 2026 unterstreicht die Konstanz. Sabalenka hat in vier Begegnungen noch keinen Satz abgegeben und musste lediglich gegen Townsend über längere Phasen wirklich um die Kontrolle kämpfen.

Schon gegen Iatcenko hatte Sabalenka ein Zeichen gesetzt

Wie dominant die Weltranglistenerste in dieses Turnier gestartet ist, zeigte sich besonders in der zweiten Runde. Gegen Qualifikantin Polina Iatcenko benötigte sie lediglich 54 Minuten und gewann mit 6:1, 6:1.

Beim klaren Sieg gegen Iatcenko hatte Sabalenka ihre Gegnerin mit ihrer Schlaghärte praktisch überrollt. Anschliessend setzte sie sich gegen Kamilla Rakhimova mit 6:3, 6:4 durch und erreichte ohne Satzverlust die zweite Turnierwoche.

Townsend stellt nun eine deutlich andere Aufgabe dar. Ihre Linkshändigkeit, die häufigen Vorstösse ans Netz und die variablen Schläge zwingen Sabalenka dazu, wesentlich mehr Lösungen zu finden.

Dass die Titelverteidigerin auch diese Prüfung in zwei Sätzen besteht, dürfte ihr vor dem Viertelfinal zusätzliches Selbstvertrauen geben.

Noskova oder Kostyuk wartet im Viertelfinal

Sabalenkas nächste Gegnerin steht unmittelbar nach ihrem Sieg noch nicht fest. Im zweiten Achtelfinal des entsprechenden Tableau-Abschnitts kämpfen Linda Noskova und Marta Kostyuk um das Viertelfinalticket.

Noskova reist als amtierende Wimbledon-Siegerin mit entsprechend grossem Selbstvertrauen nach New York. Kostyuk wiederum hat in dieser Saison bereits mehrfach bewiesen, dass sie gegen die besten Spielerinnen der Welt bestehen kann.

Für Sabalenka wäre deshalb unabhängig vom Ausgang eine anspruchsvolle nächste Aufgabe garantiert. Die Viertelfinals der Frauen beginnen am Dienstag, 8. September.

Auch die Nummer 1 steht auf dem Spiel

Zusätzliche Brisanz erhält Sabalenkas US-Open-Kampagne durch den Kampf um die Spitze der Weltrangliste. Neben dem dritten Titel in Folge muss sie in New York auch ihre Position als Nummer 1 verteidigen.

Nach den aktuellen Berechnungen reicht selbst ein tiefer Vorstoss nicht automatisch. Sabalenka muss den Titel gewinnen und gleichzeitig darauf hoffen, dass Elena Rybakina nicht bis in den Halbfinal vorstösst, wenn sie New York weiterhin als Weltranglistenerste verlassen will.

Rybakina befindet sich ebenfalls noch im Turnier. Damit laufen Titelkampf und Ranking-Duell in den kommenden Tagen parallel.

Zunächst hat Sabalenka ihren Teil der Aufgabe erfüllt. Gegen eine unangenehme Gegnerin, ein klar auf Townsends Seite stehendes Heimpublikum und einen zwischenzeitlichen 1:3-Rückstand bleibt sie ruhig und gewinnt am Ende doch wieder in zwei Sätzen. Der Traum vom dritten US-Open-Triumph in Serie lebt damit weiter.

 

Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert

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