Belgischer Verband stellt sich gegen Gianni Infantino

Der belgische Fussballverband RBFA stellt sich offen gegen FIFA-Präsident Gianni Infantino. Der Verband kündigte an, eine weitere Amtszeit des Schweizers 2027 nicht zu unterstützen. Als Gründe nennt die RBFA fehlende Transparenz im Fall «FIFA Forward Enterprise» sowie weiterhin offene Fragen rund um die Rote Karte gegen US-Nationalspieler Folarin Balogun.

Die Position der Belgier sorgt international für Aufmerksamkeit. Besonders brisant ist, dass RBFA-Präsidentin Pascale Van Damme selbst Mitglied des FIFA-Councils ist.

Erst vor wenigen Tagen war bestätigt worden, dass Gianni Infantino trotz des wachsenden Drucks 2027 erneut zur FIFA-Wahl antreten will. Mit der öffentlichen Absage aus Belgien erhält dieser Widerstand nun zusätzliche Nahrung.

Belgien verweigert Infantino die Unterstützung

Der belgische Verband erklärte offiziell, Infantinos Bewerbung um eine weitere Amtszeit als FIFA-Präsident nicht unterstützen zu können.

Die RBFA begründet diesen Schritt mit zwei grundlegenden Punkten, bei denen sie bislang keine ausreichende Transparenz durch die FIFA erkennt.

Einer davon betrifft den Fall «FIFA Forward Enterprise». Nach Ansicht des belgischen Verbandes seien wichtige Entscheidungen und Bewertungen in diesem Zusammenhang bisher nicht genügend begründet worden.

Die RBFA steht nach eigenen Angaben deshalb weiterhin in engem Kontakt mit der UEFA und verlangt klare Antworten zum Entscheidungsprozess und zum weiteren Vorgehen.

Balogun-Fall sorgt für zusätzlichen Ärger

Der zweite zentrale Streitpunkt betrifft Folarin Balogun und dessen Rote Karte bei der Weltmeisterschaft.

Belgien war in den Fall direkt involviert und verlangt von der FIFA eine klare Begründung für die getroffenen Entscheidungen. Zudem möchte der Verband wissen, wie vergleichbare Situationen künftig behandelt werden sollen.

Nach Angaben der RBFA blieben entsprechende Fragen auch zwei Monate nach den Ereignissen unbeantwortet.

Für den belgischen Verband geht es deshalb nicht nur um einen einzelnen sportlichen Entscheid, sondern grundsätzlich um transparente und nachvollziehbare Abläufe innerhalb des Weltverbandes.

Fall soll vor den FIFA-Council

Die RBFA hat die FIFA aufgefordert, den Balogun-Fall auf die Traktandenliste der nächsten Sitzung des FIFA-Councils zu setzen.

Diese ist für den 15. Oktober vorgesehen. Pascale Van Damme wird als Mitglied des FIFA-Councils selbst daran teilnehmen.

Die belgische Verbandspräsidentin fordert vollständige Transparenz, klare Prozesse und nachvollziehbare Entscheidungen. Gleichzeitig betont die RBFA, weiterhin an einer konstruktiven Zusammenarbeit mit FIFA, UEFA und den übrigen Verbänden interessiert zu sein.

Infantino will 2027 erneut antreten

Gianni Infantino steht seit Februar 2016 an der Spitze des Weltfussballverbandes. Der in Brig geborene Schweizer wurde 2019 und 2023 im Amt bestätigt.

Für 2027 plant der FIFA-Präsident eine weitere Kandidatur. In den vergangenen Wochen ist der politische Druck auf den 56-Jährigen allerdings deutlich gestiegen.

Die öffentliche Positionierung des belgischen Verbandes ist deshalb bemerkenswert. Mit der RBFA verweigert ein etablierter europäischer Verband Infantino bereits lange vor der Wahl ausdrücklich die Unterstützung.

Widerstand gegen Infantino wird konkreter

Ob sich weitere nationale Verbände der belgischen Position anschliessen werden, bleibt offen.

Die Erklärung der RBFA zeigt jedoch, dass die Kritik an der FIFA-Führung inzwischen konkrete Auswirkungen auf Infantinos geplante Wiederwahl hat.

Zusätzliche Bedeutung erhält die Angelegenheit durch Van Dammes Sitz im FIFA-Council. Spätestens bei der Sitzung am 15. Oktober dürften die offenen Fragen damit auch innerhalb eines der wichtigsten Entscheidungsgremien des Weltfussballs erneut auf den Tisch kommen.

 

Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert

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