Lian Bichsel ist wieder ein Kandidat für die Schweizer Nati

Der jahrelange Streit um Lian Bichsel und die Schweizer Eishockey-Nationalmannschaft ist sportlich vorerst beendet. Der 22-jährige Verteidiger der Dallas Stars kann wieder für die Nati aufgeboten werden. Der neue Sportdirektor Patrick von Gunten bestätigt, dass Bichsel wieder als regulärer Kandidat gilt.

Wie SwissHabs berichtet, steht einer Rückkehr Bichsels in die Nationalmannschaft damit grundsätzlich nichts mehr im Weg. Eine Garantie für ein Aufgebot gibt es allerdings nicht: Die sportliche Entscheidung liegt bei Nationaltrainer Jan Cadieux und seinem Staff.

Für die Schweiz beginnt damit ein neues Kapitel in einer jahrelangen Geschichte. Im Dezember wartet mit den SWISS Ice Hockey Games in Zürich bereits ein hochkarätiger Nati-Termin, bei dem Bichsel theoretisch wieder zum Kreis der Kandidaten gehören könnte.

Von Gunten öffnet Bichsel die Tür

Mit Patrick von Gunten hat nach der Heim-WM ein neuer Verantwortlicher die sportliche Leitung der Schweizer Nationalteams übernommen. Der frühere Internationale folgte auf Lars Weibel und steht zusammen mit Cadieux für den personellen Neustart bei Swiss Ice Hockey.

Eine der offenen Fragen betraf Bichsel. Laut SwissHabs macht von Gunten nun klar, dass der NHL-Verteidiger wieder ganz normal für ein Aufgebot berücksichtigt werden kann.

Damit ist die bisherige Ausgrenzung nach dem Ende der Heim-WM 2026 nicht verlängert worden. Ob und wann Bichsel tatsächlich wieder im Schweizer Trikot zu sehen sein wird, hängt neben seinen Leistungen auch vom NHL-Spielplan und seiner Verfügbarkeit ab.

Jahrelanger Konflikt nach U20-Absagen

Die Auseinandersetzung zwischen Bichsel und der sportlichen Führung der Nati reicht mehrere Jahre zurück. Im Zentrum standen seine Absagen beziehungsweise sein Fernbleiben bei Zusammenzügen der U20-Nationalmannschaft.

Besonders die U20-WM Ende 2023 führte zum Bruch. Bichsel hatte kurz zuvor von der AHL nach Schweden zu Rögle gewechselt und wollte sich dort einen Stammplatz erarbeiten. Die Schweizer Führung wertete seinen Verzicht auf die Junioren-WM als Verstoss gegen die innerhalb der Nationalmannschaften geltenden Prinzipien.

Im April 2024 wurde öffentlich, dass die Schweiz bis und mit der Heim-WM 2026 nicht mehr mit ihm plante. Dadurch verpasste Bichsel auch die Olympischen Winterspiele 2026.

Später wurde die rechtliche Einordnung komplizierter. Swiss Ice Hockey erklärte, gegen Bichsel sei formell keine Sanktion ausgesprochen worden. Praktisch blieb der Verteidiger unter Patrick Fischer und anschliessend auch unter Jan Cadieux bis zur Heim-WM dennoch ausserhalb des Aufgebots.

Auch Cadieux hielt vor der Heim-WM am Entscheid fest

Nach der vorzeitigen Trennung von Patrick Fischer im April 2026 gab es kurzfristig Spekulationen über eine Begnadigung. Cadieux entschied sich jedoch dagegen.

Der neue Nationaltrainer erklärte damals, der ursprüngliche Entscheid sei von mehreren Personen und Gremien getragen worden. Deshalb werde er ihn nicht unmittelbar vor der Heim-WM rückgängig machen.

Bichsel blieb entsprechend draussen, obwohl die Dallas Stars bereits in der ersten Runde der NHL-Playoffs ausgeschieden waren und der Verteidiger grundsätzlich verfügbar gewesen wäre.

Nach Abschluss der Heim-WM ist die damalige zeitliche Grenze nun überschritten. Die neue sportliche Führung behandelt Bichsel wieder wie jeden anderen potenziellen Nationalspieler.

Bichsel hat sich in Dallas etabliert

Sportlich hat sich die Ausgangslage seit Beginn des Konflikts erheblich verändert. Dallas hatte den zwei Meter grossen Schweizer beim NHL-Draft 2022 in der ersten Runde an 18. Position ausgewählt.

Inzwischen gehört Bichsel fest zum NHL-Umfeld der Stars. In der Saison 2025/26 bestritt er 50 Spiele der Regular Season und kam dabei auf vier Tore und vier Assists. Durchschnittlich stand er 15:40 Minuten pro Partie auf dem Eis.

In den Playoffs absolvierte er alle sechs Spiele der Erstrundenserie gegen die Minnesota Wild. Dabei blieb er ohne Skorerpunkt, erhielt aber im Schnitt fast 17 Minuten Eiszeit.

Vor allem seine Physis macht den Solothurner zu einem aussergewöhnlichen Verteidiger. Mit seiner Grösse, Reichweite und Härte bringt er Eigenschaften mit, die im Schweizer Kader nur wenige Spieler in dieser Kombination besitzen.

Comeback wäre erstes A-Länderspiel seit 2023

Bichsel hat bereits Erfahrung mit der A-Nationalmannschaft. Im Frühjahr 2023 kam er in acht Vorbereitungsspielen zum Einsatz, ehe er sich in einer Partie gegen Schweden am Knöchel verletzte.

Seither hat er kein Spiel mehr für die Schweizer A-Nati bestritten.

Wann sich das ändert, ist noch offen. Klar ist nach der Aussage von Patrick von Gunten jedoch: Der frühere Bann ist kein Hindernis mehr. Bichsel kann sich mit seinen Leistungen bei den Dallas Stars wieder ganz normal für ein Aufgebot von Jan Cadieux empfehlen.

 

Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert

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