Johan Schönbeck verlässt Schweizer Unihockey-Nati nach WM

Johan Schönbeck wird die Schweizer Unihockey-Nationalmannschaft nach der Weltmeisterschaft 2026 in Finnland verlassen. Der Schwede hat entschieden, nach dem Saisonhöhepunkt im Dezember nicht mehr als Nationaltrainer zur Verfügung zu stehen. Damit endet seine Amtszeit nach knapp vier Jahren.

Swiss Unihockey bestätigte den bevorstehenden Abschied des Männer-Nationaltrainers. Schönbeck hatte die Mannschaft am 1. Mai 2023 übernommen und war damals mit einem Vierjahresvertrag als Nachfolger von David Jansson verpflichtet worden.

Für seinen Entscheid nennt Schönbeck vor allem persönliche Gründe. Er möchte künftig weniger Zeit von seiner Familie in Växjö getrennt verbringen. Gleichzeitig empfindet er die langen Phasen zwischen den einzelnen Trainingscamps und internationalen Turnieren als zunehmend schwierig.

Schönbeck übernahm die Nati 2023

Schönbeck kannte das Schweizer Unihockey bereits bestens, als er das Nationalteam übernahm. Der Schwede hatte zuvor unter anderem Zäziwil-Gauchern, die Unihockey Tigers Langnau und den SV Wiler-Ersigen trainiert. Dazu kamen Erfahrungen als Nationaltrainer von Dänemark und als Cheftrainer der Växjö Vipers in Schweden.

Mit der Schweiz begann er einen personellen Umbruch. Junge Spieler wurden Schritt für Schritt an das internationale Niveau herangeführt, gleichzeitig sollte die Mannschaft taktisch und physisch wieder näher an die führenden Nationen Finnland, Schweden und Tschechien herankommen.

Der grosse Durchbruch bei einem Titelturnier blieb bislang jedoch aus. An der Weltmeisterschaft 2024 in Malmö scheiterte die Schweiz bereits im Viertelfinal. Gegen Lettland setzte es eine bittere 3:4-Niederlage nach Verlängerung ab, womit am Ende lediglich der fünfte Platz resultierte.

Bei den World Games 2025 in Chengdu erreichte Schönbecks Mannschaft den Halbfinal. Nach Niederlagen gegen die internationale Spitze blieb aber erneut keine Medaille. Im Spiel um Bronze unterlag die Schweiz Tschechien deutlich mit 2:7 und beendete das Turnier auf Rang vier.

Prestigesieg gegen Weltmeister Finnland

Dass die Schweizer Mannschaft weiterhin das Potenzial besitzt, auch die stärksten Gegner zu schlagen, zeigte sie erst Anfang September bei der Euro Floorball Tour in Tschechien.

Zum Auftakt lag die Schweiz gegen Weltmeister Finnland nach zwei Dritteln mit 1:3 zurück. Im Schlussabschnitt drehte Schönbecks Team die Partie jedoch und gewann noch mit 4:3. Noah Püntener erzielte dabei kurz nach dem Ausgleich den entscheidenden Treffer.

Der Erfolg ist für Schönbeck und seine Mannschaft auch mit Blick auf die Weltmeisterschaft von besonderer Bedeutung. Denn ausgerechnet Finnland wartet beim Saisonhöhepunkt bereits in der Gruppenphase wieder auf die Schweiz.

Bis zur WM stehen noch mehrere Zusammenzüge auf dem Programm. Im Oktober folgen weitere Länderspiele, Ende November absolviert die Mannschaft ihr Pre-WM-Camp. Schönbeck hat damit noch knapp drei Monate Zeit, sein Team auf seinen letzten grossen Auftrag vorzubereiten.

WM in Tampere wird Schönbecks Abschied

Die Weltmeisterschaft findet vom 5. bis 13. Dezember 2026 in Tampere statt. Die Schweiz wurde in die Gruppe A mit Gastgeber und Titelverteidiger Finnland, Lettland und Norwegen gelost.

Bereits zum Auftakt am 5. Dezember wartet der härteste Gegner. Einen Tag später trifft die Schweiz auf Lettland – und damit auf jenes Team, das Schönbecks Mannschaft bei der WM 2024 aus dem Turnier warf. Am 7. Dezember folgt das letzte Gruppenspiel gegen Norwegen.

Die Viertelfinals werden am 10. und 11. Dezember ausgetragen, die Halbfinals folgen am 12. Dezember. Am 13. Dezember werden in der Nokia Arena die Medaillen vergeben.

Für Schönbeck erhält das Turnier damit eine zusätzliche Bedeutung. Nach dem fünften WM-Rang 2024 und Platz vier bei den World Games bietet sich dem Schweden eine letzte Chance, seine Amtszeit mit einer Medaille zu beenden.

Unabhängig vom Ausgang steht bereits fest, dass danach ein neues Kapitel bei der Schweizer Männer-Nati beginnt. Für Schönbeck endet in Tampere eine knapp vierjährige Zeit als Nationaltrainer – genau dort, wo die Schweiz wieder den Anschluss an die internationale Medaillenspitze schaffen will.

 

Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert

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