Mas vor historischem Vuelta-Triumph in Granada

Enric Mas steht unmittelbar vor dem grössten Erfolg seiner Karriere. Der Spanier geht mit 2:15 Minuten Vorsprung auf Primoz Roglic in die letzte Etappe der Vuelta a España 2026 und dürfte sich in Granada erstmals zum Gesamtsieger einer Grand Tour krönen. Felix Gall liegt als Dritter 2:44 Minuten hinter dem Mann im Roten Trikot.

Die 21. und letzte Etappe führt heute über 112 Kilometer von Carrefour Granada nach Granada. Der neutralisierte Start erfolgt um 16.20 Uhr, die Zielankunft ist bei einem Schnitt von 40 km/h gegen 19.06 Uhr vorgesehen.

Für Mas besitzt der Schlusstag historische Bedeutung. Der 31-Jährige wäre der erste spanische Gesamtsieger der Vuelta seit Alberto Contador im Jahr 2014. Nach drei harten Wochen muss der Movistar-Profi seinen komfortablen Vorsprung nun nur noch sicher durch das Finale in Granada bringen.

Mas hält Roglic auf der Königsetappe in Schach

Die entscheidende Grundlage für den bevorstehenden Gesamtsieg legte Mas am Samstag auf der brutalen 20. Etappe. Auf den 186,8 Kilometern von La Calahorra zum Collado del Alguacil mussten die Fahrer rund 4800 Höhenmeter bewältigen.

Primoz Roglic benötigte einen grossen Angriff, um Mas das Rote Trikot noch abzunehmen. Doch der vierfache Vuelta-Sieger fand keinen Weg, den Spanier entscheidend unter Druck zu setzen.

Auf dem steilen Schlussanstieg kontrollierte Mas seine direkten Konkurrenten zunächst souverän und baute seinen Vorsprung schliesslich sogar aus. Vor der Königsetappe hatte Roglic 1:37 Minuten zurückgelegen, nun beträgt der Abstand 2:15 Minuten.

Auch Felix Gall bleibt auf Rang drei. Der Österreicher liegt 2:44 Minuten hinter Mas und nur 29 Sekunden hinter Roglic.

Landa gewinnt die Königsetappe solo

Der Tagessieg ging am Samstag an Mikel Landa. Der 36-jährige Baske attackierte rund sieben Kilometer vor dem Ziel und setzte sich am Collado del Alguacil von seinen Begleitern ab.

Nach 4:58:01 Stunden erreichte Landa das Ziel als Solist. Tobias Halland Johannessen wurde mit 47 Sekunden Rückstand Zweiter, Ramses Debruyne folgte auf Rang drei.

Für Landa war es der zweite Etappensieg seiner Karriere bei der Vuelta und der erste Erfolg bei der Spanien-Rundfahrt seit 2015.

Mas erreichte das Ziel deutlich hinter dem Tagessieger, für den Gesamtleader zählte aber ausschliesslich der Kampf gegen Roglic und Gall. Dort erfüllte er seine Aufgabe praktisch perfekt.

Finale führt mehrfach an der Alhambra vorbei

Die Schlussetappe ist offiziell als Flachetappe klassifiziert, ein klassischer gemütlicher Sprinttag ist das Finale allerdings nicht. Nach rund 70 Kilometern erreicht das Feld erstmals die Ziellinie am Paseo del Salón in Granada.

Danach folgen vier Schlussrunden durch die Stadt. Auf jeder Runde führt die Strecke am Paseo del Generalife und damit unmittelbar an der Alhambra vorbei. Die wiederholten Anstiege machen das Finale besonders für explosive Fahrer interessant.

Der fünfte Zielpassage entscheidet schliesslich über den letzten Etappensieger der Vuelta 2026.

Küng fehlt beim Finale in Granada

Ein Schweizer Erfolg ist bereits vor dem Schlusstag perfekt. Stefan Küng gewann am Donnerstag das 32,1 Kilometer lange Einzelzeitfahren von El Puerto de Santa María nach Jerez de la Frontera.

Der Tudor-Profi entschied anschliessend gemeinsam mit seinem Team, die Rundfahrt vorzeitig zu verlassen. Küng beendete die Vuelta unmittelbar nach seinem Zeitfahrsieg und richtet seinen Fokus nun auf die Strassen-WM in Montreal.

Damit gehört das Rampenlicht am letzten Tag vor allem Enric Mas. Bringt der Mallorquiner seinen Vorsprung ohne Zwischenfall nach Granada, beendet er eine zwölfjährige spanische Durststrecke und gewinnt erstmals in seiner Karriere eine der drei grossen Landesrundfahrten.

 

Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert

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