Saisonvorschau 2/10: Arosa rüstet nach schwierigem Lehrjahr auf

Der EHC Arosa geht nach einem schwierigen ersten Jahr in der Swiss League mit einem deutlich veränderten und breiter aufgestellten Kader in die Saison 2026/27. Nach lediglich 25 Punkten und 227 Gegentoren soll der Abstand zur Konkurrenz kleiner werden. Die Vorbereitung liefert dafür durchaus Argumente – unsere Prognose lautet Rang 9.

Arosa beendete die vergangene Qualifikation nach 50 Spielen mit 97:227 Toren auf Rang 11. Besonders defensiv war der Unterschied zu den etablierten Swiss-League-Teams gross. Nun fällt Winterthur aus der Liga weg, womit nur noch zehn Mannschaften antreten. Für Arosa verändert das die Ausgangslage: Acht Teams erreichen die Playoffs, zwei Mannschaften müssen nach der Qualifikation zuschauen.

Headcoach Rolf Schrepfer bleibt an der Bande, während Goran Manojlovic neu als Sportchef Verantwortung trägt. Gleichzeitig wurde der Kader auf zahlreichen Positionen ergänzt. Tomas Vlcek, Titas Krakauskas, Gregory Weber, Dominik Volejnicek, Maxime Orlov, Gian Morson, Nicolas Warmbrodt und Marvin Rötheli gehören zu den neuen Gesichtern. Damit verfügt Arosa über deutlich mehr Optionen als noch während seiner ersten Swiss-League-Saison.

Krakauskas bleibt – und bekommt seinen Bruder dazu

Eine der wichtigsten Personalien betrifft Emilijus Krakauskas. Der litauische Nationalspieler mit Schweizer Lizenz bleibt Arosa erhalten und soll erneut eine tragende Rolle in der Offensive übernehmen.

Neu kommt es sogar zum Familienprojekt: Auch sein Bruder Titas Krakauskas trägt in dieser Saison das Arosa-Trikot. Er stand während der Vorbereitung bereits regelmässig in der Aufstellung.

Zusätzlich kommt Tomas Vlcek vom nicht mehr in der Swiss League antretenden EHC Winterthur. Der 22-jährige Stürmer erweitert die Möglichkeiten im Zentrum und Angriff. Mit Gregory Weber, Dominik Volejnicek und Maxime Orlov wurden weitere Spieler verpflichtet, die dem Team mehr Tiefe geben sollen.

Lenn Zehnder, der bereits in der vergangenen Saison leihweise für Arosa spielte, gehört nun ebenfalls fix zum Kader. Jeremy Jabola Prada bleibt eine wichtige Konstante und trug in den Vorbereitungsspielen das Captainamt.

Mehr Konkurrenz auch in der Defensive

Arosa musste nach 227 Gegentoren zwingend reagieren. Auch die Abwehr wurde deshalb umgebaut und verbreitert.

Gian Morson wechselte von den GCK Lions ins Schanfigg. Dazu kamen Marvin Rötheli und Nicolas Warmbrodt. Andrea Zanolari bleibt dem Klub erhalten. In den Testspielen erhielten zudem Simon Müller, Sven Mlynar, Niklas Wegmüller und weitere Verteidiger regelmässig Eiszeit.

Entscheidend wird sein, ob aus den zusätzlichen Möglichkeiten auch mehr Stabilität entsteht. Arosa kassierte in der vergangenen Saison durchschnittlich deutlich mehr als vier Gegentore pro Partie. Solange dieser Wert nicht markant sinkt, bleibt der Weg Richtung Playoffs schwierig.

Drei Goalies kämpfen um Einsätze

Auch im Tor hat Arosa die Konkurrenz erhöht. Diego Simeoni bleibt im Team. Der 20-jährige Jakub Wieczorek kam aus der GCK-ZSC-Organisation dazu, mit Nils Pasche wurde das Goalie-Trio komplettiert.

Gerade Simeoni sammelte in der vergangenen Swiss-League-Saison bereits viel Erfahrung. Für die neue Spielzeit dürfte Schrepfer nun mehr Möglichkeiten besitzen, auf Form und Belastung zu reagieren.

Die Goalies werden dennoch auf mehr Unterstützung der Mannschaft angewiesen sein. Die hohe Zahl an Gegentoren war im Vorjahr keineswegs allein ein Torhüterproblem, sondern Folge der defensiven Schwierigkeiten des gesamten Teams.

5:2 in Basel ist ein starkes Signal

Die Vorbereitung zeigt, dass Arosa einen Schritt gemacht haben könnte. Besonders bemerkenswert war der 5:2-Auswärtssieg beim EHC Basel. Gegen einen Gegner, den wir deutlich weiter vorne erwarten, trat Arosa effizient und selbstbewusst auf.

Auch gegen die Pikes Oberthurgau gewann die Mannschaft mit 5:1, beim EC Bregenzerwald folgte ein 4:2-Erfolg. Die Generalprobe bei den Lindau Islanders entschied Arosa mit 5:4 für sich.

Niederlagen gab es gegen Olten mit 1:4 und gegen Thurgau mit 3:5. Die Resultate zeigen trotzdem, dass Arosa im Vergleich zur vergangenen Saison mehr Möglichkeiten besitzt.

Zum Start wartet sofort Bellinzona

Der Auftakt erfolgt am Samstag, 19. September, um 17.00 Uhr auswärts bei den GDT Bellinzona Snakes.

Dieses Duell besitzt bereits grosse Bedeutung. Bellinzona und Arosa belegen in unserer Prognose die beiden hintersten Positionen. Die Tessiner haben wir im ersten Teil unserer Serie ausführlich analysiert: Bellinzona setzt weiterhin konsequent auf die Entwicklung seiner jungen Mannschaft.

Gerade in solchen direkten Begegnungen können Punkte gewonnen werden, die im Kampf um Rang 8 später entscheidend sein könnten.

Drei Tage später wird die Aufgabe erheblich schwieriger. Am Dienstag, 22. September, tritt Arosa beim HC La Chaux-de-Fonds an.

Das erste Heimspiel folgt am Sonntag, 27. September. Dann kommt Meister HC Sierre ins Sport- und Kongresszentrum Arosa.

Warum wir Arosa auf Rang 9 setzen

Arosa wirkt stärker als vor einem Jahr. Der Kader ist breiter, mehrere junge Spieler besitzen bereits Swiss-League-Erfahrung und mit den zahlreichen Neuzugängen stehen Schrepfer mehr Varianten zur Verfügung.

Auch die Vorbereitung macht Mut. Siege gegen Basel, Bregenzerwald und Lindau zeigen, dass Arosa an guten Abenden deutlich konkurrenzfähiger auftreten kann.

Der Rückstand aus der vergangenen Saison war allerdings gross. 25 Punkte, nur 97 erzielte Tore und 227 Gegentreffer lassen sich nicht innerhalb eines Sommers vollständig korrigieren. Zudem verfügen die Mannschaften, die wir vor Arosa einstufen, über mehr Erfahrung und teilweise erheblich grössere individuelle Qualität.

Deshalb lautet unsere Prognose Rang 9. Damit würde Arosa die rote Laterne abgeben und einen klaren Schritt nach vorne machen, die Playoffs aber knapp verpassen. Kann die Defensive ihre Gegentorzahl deutlich reduzieren, liegt Rang 8 durchaus in Reichweite.

🏆 UNSERE PROGNOSE: RANG 9

  • Pluspunkt: Der Kader ist breiter und besitzt auf mehreren Positionen deutlich mehr Konkurrenz als in der vergangenen Saison.
  • Hoffnung: Mehrere überzeugende Tests und insbesondere das 5:2 in Basel zeigen Fortschritte.
  • Schlüssel: Nach 227 Gegentoren muss Arosa vor allem defensiv einen erheblichen Schritt machen.
  • Auftakt: Am 19. September startet Arosa in Bellinzona, danach folgen La Chaux-de-Fonds und Meister Sierre.

📊 UNSERE PROGNOSE – KOMPLETT

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Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert

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