Zwei Jahre Sperre für Ex-Ambri-Verteidiger Zündel

Der frühere Ambri-Verteidiger Kilian Zündel ist wegen eines Verstosses gegen die Anti-Doping-Bestimmungen für zwei Jahre gesperrt worden. Die Graz99ers haben den 25-jährigen österreichischen Nationalverteidiger daraufhin fristlos entlassen. Auslöser ist eine intravenöse Infusion von mehr als 100 Millilitern innerhalb von zwölf Stunden.

Die Infusion wurde Zündel am 30. April 2026 nach Abschluss der Finalserie und der ICE-Hockey-League-Saison 2025/26 verabreicht. Nach Angaben der Graz99ers informierte die Österreichische Anti-Doping Rechtskommission den Klub über den Verstoss gegen die geltenden Anti-Doping-Regularien. Zündel akzeptiert die Rechtsmassnahme und verzichtet auf Rechtsmittel. Die Sperre läuft nach Angaben des Vereins bis September 2028.

Für Schweizer Eishockeyfans ist der Fall besonders wegen Zündels Vergangenheit beim HC Ambri-Piotta relevant. Der Verteidiger wechselte 2022 in die Leventina und stand während der Spielzeiten 2022/23 und 2023/24 beim HCAP unter Vertrag. Sein früherer Schweizer Klub befindet sich inzwischen sportlich in einer neuen Phase, die wir in unserer Saisonvorschau zum HC Ambri-Piotta ausführlich beleuchtet haben.

Die Infusion selbst ist der entscheidende Punkt

Beim Verstoss geht es nach den veröffentlichten Angaben nicht um einen positiven Test auf eine klassische verbotene Substanz. Entscheidend ist vielmehr die Art der Behandlung. Die WADA führt intravenöse Infusionen oder Injektionen von insgesamt mehr als 100 Millilitern innerhalb eines Zeitraums von zwölf Stunden als verbotene Methode.

Ausnahmen gelten unter anderem für bestimmte Krankenhausbehandlungen, chirurgische Eingriffe oder klinisch-diagnostische Untersuchungen. Im Fall von Zündel kam die Anti-Doping-Rechtskommission zum Schluss, dass ein Verstoss gegen die entsprechenden Bestimmungen vorliegt.

Zündel erklärte seinerseits, er habe keine verbotene Substanz zu sich genommen oder verabreicht bekommen. Nach seiner Darstellung handelte es sich um eine Vitamininfusion zur Regeneration nach einer kräfteraubenden Saison. Gleichzeitig räumte der Verteidiger ein, einen Fehler gemacht zu haben.

Graz99ers lösen Vertrag sofort auf

Die Reaktion seines bisherigen Arbeitgebers fiel deutlich aus. Die Graz99ers lösten Zündels Vertrag nach Bekanntwerden der Sperre fristlos auf. Klubpräsident Herbert Jerich erklärte, die Behandlung sei durch einen Privatarzt erfolgt und weder mit dem Verein noch mit dessen medizinischer Abteilung abgestimmt gewesen.

Der österreichische Eishockeyverband bestätigte die zweijährige Sperre ebenfalls und verwies auf die Anti-Doping-Regularien des Internationalen Eishockeyverbandes IIHF. Der ÖEHV betonte in seiner Stellungnahme seine Null-Toleranz-Haltung gegenüber Verstössen gegen Anti-Doping-Bestimmungen.

Für Zündel bedeutet die Sperre einen massiven Einschnitt in seine Karriere. Der 25-Jährige gehörte zuletzt zur Defensive der Graz99ers und absolvierte in der Regular Season 2025/26 insgesamt 47 Partien. Dabei erzielte er drei Tore und einen Assist.

Zündel spielte zwei Jahre für Ambri

In der Schweiz ist Zündel vor allem aus seiner Zeit beim HC Ambri-Piotta bekannt. Die Tessiner hatten den Österreicher mit Schweizer Lizenz im Februar 2022 für zwei Spielzeiten verpflichtet. Im Herbst 2023 wurde er nach einer Verletzung vorübergehend an die Vienna Capitals ausgeliehen, um wieder Spielpraxis zu erhalten.

Zündel gehörte zudem mehrfach zum österreichischen Nationalteam und bestritt unter anderem Weltmeisterschaften für sein Heimatland. Durch die nun ausgesprochene Sperre ist seine sportliche Zukunft vorerst blockiert.

🏆 WAS DIE INFUSIONSREGEL BEDEUTET

  • Die WADA verbietet grundsätzlich intravenöse Infusionen oder Injektionen von insgesamt mehr als 100 Millilitern innerhalb von zwölf Stunden.
  • Die Regel gilt sowohl innerhalb als auch ausserhalb von Wettkämpfen.
  • Ausnahmen bestehen insbesondere bei legitimen Krankenhausbehandlungen, chirurgischen Eingriffen oder klinisch-diagnostischen Untersuchungen.
  • Damit kann bereits die Anwendung der Methode einen Anti-Doping-Verstoss darstellen, unabhängig davon, ob eine verbotene Substanz nachgewiesen wird.

 

Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert

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