Lustrinelli vor Bayern-Härtetest: "Hinfallen, aufstehen, weiterradeln"

Mauro Lustrinelli steht mit Union Berlin vor dem bislang grössten Härtetest seiner noch jungen Bundesliga-Zeit. Am Freitagabend gastiert der Schweizer Trainer mit den Eisernen beim FC Bayern München – ausgerechnet in einer Phase, in der Union nach drei Spieltagen noch auf den ersten Sieg wartet. Lustrinelli fordert trotzdem Geduld und vergleicht den Entwicklungsprozess seiner Mannschaft mit dem Erlernen des Fahrradfahrens.

Nach dem spektakulären 3:3 zum Auftakt gegen Eintracht Frankfurt folgten für Union zwei deutliche Rückschläge: zuerst ein 0:4 bei Bayer Leverkusen, danach die 1:3-Heimniederlage gegen Schalke. Beim Rückschlag gegen Schalke offenbarte die Mannschaft erneut Probleme in der Defensive. Nach drei Runden stehen die Berliner mit einem Punkt und einem Torverhältnis von 4:10 auf Rang 16.

Lustrinelli hält dennoch an seiner Idee fest. Der frühere Thun-Meistertrainer versucht Union offensiver auszurichten und hat zuletzt verstärkt auf eine Viererkette gesetzt. Vor dem Bayern-Spiel räumte er ein, dass die Mannschaft diesen Prozess noch nicht vollständig verinnerlicht habe. Sein bildhafter Vergleich: Wie beim Fahrradfahren gehe es darum, nach einem Sturz wieder aufzustehen und weiterzumachen.

Lustrinelli verlangt Geduld mit dem neuen System

Der Schweizer übernahm Union im Sommer nach seiner erfolgreichen Zeit beim FC Thun und versucht seither, der Mannschaft eine andere spielerische Identität zu geben. Das benötigt offenbar mehr Zeit als erhofft.

Vor allem defensiv stimmt die Balance bislang nicht. Zehn Gegentore in drei Bundesliga-Partien zeigen, wo derzeit das grösste Problem liegt. Gleichzeitig fehlt dem Team in entscheidenden Phasen noch die Konsequenz, um gute Momente über 90 Minuten durchzuziehen.

Lustrinelli betonte vor dem Bayern-Spiel, dass seine Mannschaft als geschlossene Einheit auftreten und über die gesamte Partie eine konstante Leistung zeigen müsse. Gegen den deutschen Rekordmeister müsse sehr vieles zusammenpassen, um überhaupt eine Chance auf Punkte zu erhalten.

Bayern ist für Union ein besonders schwieriger Gegner

Die bisherige Bilanz macht die Aufgabe nicht einfacher. Union konnte Bayern noch nie bezwingen. Nach Angaben der Berliner stehen aus den bisherigen Duellen zehn Münchner Siege und fünf Unentschieden zu Buche.

Bayern ist zudem ungeschlagen in die neue Saison gestartet. Nach drei Bundesliga-Spielen stehen sieben Punkte auf dem Konto. Der Titelverteidiger besiegte Stuttgart zum Auftakt mit 5:1, spielte auf Schalke 0:0 und gewann zuletzt bei Aufsteiger Elversberg mit 2:1.

Anpfiff in der Allianz Arena ist am Freitag um 20.30 Uhr. Für Lustrinelli wird es gleichzeitig das erste Pflichtspiel als Cheftrainer gegen Bayern München.

Union muss auf mehrere Spieler verzichten

Erschwert wird die Aufgabe durch die personelle Situation. Union muss in München auf Oliver Burke, Marvin Friedrich, Andrej Ilić, Josip Juranović und Stanley Nsoki verzichten.

Gerade die Ausfälle in der Defensive treffen eine Mannschaft, die dort ohnehin noch nach Stabilität sucht. Lustrinelli muss deshalb erneut umbauen und gleichzeitig eine Lösung finden, um die offensive Qualität der Münchner einzudämmen.

Auch aus Schweizer Sicht bleibt Union interessant. Mit Michel Aebischer gehört ein Schweizer Nationalspieler zum Berliner Mittelfeld. Anfang September wechselte zudem Kastriot Imeri von den Young Boys zu Union und folgte damit seinem früheren Thun-Trainer nach Deutschland.

Der Druck steigt trotz langfristigem Umbau

Nach nur drei Spieltagen ist es für grundsätzliche Urteile über Lustrinellis Projekt noch früh. Klar ist aber auch, dass ein Punkt aus drei Partien und zehn Gegentore den Druck erhöhen.

Ausgerechnet Bayern ist nun kaum der Gegner, gegen den sich eine Mannschaft in einer solchen Phase einen einfachen Befreiungsschlag erhoffen kann. Für Lustrinelli dürfte deshalb nicht nur das Resultat entscheidend sein. Eine stabilere Defensive und ein über längere Phasen funktionierendes neues System wären ebenfalls wichtige Signale.

Sein Fahrradvergleich passt damit zur aktuellen Situation: Union befindet sich noch mitten im Lernprozess. In München wartet nun allerdings die bislang steilste Etappe.

⚽ UNION VOR DEM BAYERN-SPIEL

  • Union steht nach drei Bundesliga-Partien bei einem Punkt und 4:10 Toren.
  • Die Berliner haben Bayern in den bisherigen Duellen noch nie geschlagen.
  • Oliver Burke, Marvin Friedrich, Andrej Ilić, Josip Juranović und Stanley Nsoki fallen aus.
  • Anpfiff in der Allianz Arena ist am Freitag um 20.30 Uhr.

 

Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert

Publireportagen

Empfehlungen

Gott.ch
gourmetnews.ch