Fabian Aebersold holt überraschend EM-Silber

Fabian Aebersold sorgt an der Orientierungslauf-EM in Litauen für den nächsten Schweizer Medaillengewinn. Der 25-jährige Berner läuft über die anspruchsvolle Langdistanz auf Rang 2 und gewinnt damit seine erste individuelle Medaille an einem internationalen Elite-Grossanlass. Nur der norwegische Titelverteidiger Kasper Harlem Fosser ist schneller.

Fosser benötigt für die 16,9 Kilometer lange Strecke mit 400 Höhenmetern und 27 Kontrollposten 1:34:03 Stunden. Aebersold verliert 1:09 Minuten und rettet Silber mit einem starken Schlussteil knapp vor dem Schweden Viktor Svensk, der weitere elf Sekunden dahinter Bronze gewinnt.

Damit feiern die Geschwister Aebersold am selben Tag einen aussergewöhnlichen Doppel-Erfolg. Rund zwei Stunden zuvor hatte Simona Aebersold bei den Frauen ebenfalls Silber gewonnen. Fabian bestätigt damit eindrücklich die starke Form, mit der er nach seinem Schweizer Meistertitel über die Mitteldistanz nach Litauen gereist war.

Fosser setzt sich nach Führungswechseln durch

Das Männerrennen entwickelte sich zu einem spannenden Kampf um die Medaillen. Fosser startete schnell, musste die Führung auf der längsten Teilstrecke jedoch zeitweise an Svensk abgeben.

Der Norweger fand anschliessend wieder besser in das technisch anspruchsvolle Gelände und übernahm erneut die Spitze. Dichte Vegetation, zahlreiche Hügel und Senken sowie unterschiedliche Routenmöglichkeiten verlangten den Läufern sowohl körperlich als auch technisch viel ab.

Aebersold hielt sich währenddessen konstant in der Spitzengruppe. Zwar verlor auch der Schweizer im späteren Rennverlauf an einem Kontrollposten Zeit, konnte den Rückstand aber begrenzen.

Starkes Finish sichert Silber

Entscheidend wurde die Schlussphase.

Aebersold mobilisierte nochmals Kräfte und verdrängte Svensk auf den letzten Abschnitten vom zweiten Platz. Am Ende trennten die beiden lediglich elf Sekunden.

Für Aebersold ist dieses Resultat ein Meilenstein. Nach mehreren starken Weltcup-Auftritten und nationalen Titeln fehlte ihm bislang eine individuelle Medaille bei einem Elite-Grossanlass.

In Litauen gelang nun der Durchbruch.

Fosser verteidigte gleichzeitig seinen Europameistertitel auf der Langdistanz und bestätigte seine Position an der Spitze des internationalen Männer-OL.

Weitere Schweizer in den Top 20

Auch hinter Aebersold erreichten mehrere Schweizer gute Klassierungen.

Tino Polsini belegte Rang 13, Matthieu Bührer wurde 16. Martin Hubmann folgte auf Position 18, Daniel Hubmann klassierte sich als 20.

Damit brachte die Schweiz fünf Läufer in die ersten 20.

Gerade Aebersolds Silber wertet das Schweizer Männerresultat zusätzlich auf. Vor dem Rennen hatte er zwar zu den stärkeren Schweizer Athleten gehört, gegenüber Fosser, Tomáš Křivda oder weiteren internationalen Spezialisten aber nicht zwingend zu den engsten Goldfavoriten.

Geschwister schreiben die nächste gemeinsame Geschichte

Dass Simona und Fabian Aebersold am selben Tag Silber gewinnen, ist der nächste gemeinsame Erfolg der beiden.

Erst vor wenigen Tagen hatten wir über den gemeinsamen Schweizer Meistertitel der Aebersold-Geschwister über die Mitteldistanz berichtet.

Nun gelingt ihnen auf internationaler Bühne erneut ein Doppel-Coup – diesmal mit zwei Silbermedaillen.

Während Simona mit ihrem zweiten Platz gleichzeitig den dritten Gesamtweltcupsieg in Folge sicherstellte, darf Fabian den bislang grössten Einzel-Erfolg seiner Elite-Karriere feiern.

Am Samstag folgt die Mitteldistanz

Nach einem wettkampffreien Freitag geht die Europameisterschaft am Samstag mit der Mitteldistanz weiter.

Auch dort gehört Fabian Aebersold nach seinem Silberlauf zu den Schweizer Medaillenkandidaten. Simona tritt bei den Frauen als amtierende Europameisterin an.

Am Sonntag bildet die Staffel den Abschluss der Titelkämpfe in Druskininkai.

🏆 DIE LANGDISTANZ IN ZAHLEN

  • Gold: Kasper Harlem Fosser (Norwegen) in 1:34:03 Stunden.
  • Silber: Fabian Aebersold (Schweiz) mit 1:09 Minuten Rückstand.
  • Bronze: Viktor Svensk (Schweden) mit 1:20 Minuten Rückstand.
  • Strecke: 16,9 Kilometer, 400 Höhenmeter und 27 Kontrollposten.

 

Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert

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