Boteli und Manzambi – Jugendfreunde vor besonderem Nati-Moment
von belmedia Redaktion Allgemein Europa Fussball Magazine nachrichtenticker.ch Nationalmannschaft Nations League News Orte Regionen Schweiz Schweiz soccer.ch Spiele Sport Sport & Spiel sportaktuell.ch Themen Ⳇ Verbreitung
Winsley Boteli und Johan Manzambi stehen erstmals gemeinsam im Aufgebot der Schweizer A-Nationalmannschaft. Die beiden 20-jährigen Genfer kennen sich seit ihrer Kindheit, gingen gemeinsam zur Schule und wurden beide bei Servette ausgebildet. Am Samstag gegen Nordmazedonien könnte sich nun erstmals die Möglichkeit ergeben, dass die beiden Freunde gemeinsam für die Schweiz auf dem Platz stehen.
Für Boteli ist der aktuelle Zusammenzug eine Premiere. Der Stürmer des FC Sion hat sich mit zwölf Toren und fünf Assists in 14 Pflichtspielen für das erste A-Nati-Aufgebot empfohlen. Manzambi gehört dagegen trotz seines jungen Alters bereits zum etablierten Kreis und kehrte nach seiner an der WM erlittenen Knieverletzung zuletzt auch bei Aston Villa eindrücklich zurück.
Zusätzliche Spannung bringt die Personalsituation im Schweizer Angriff. Breel Embolo ist für den Nations-League-Auftakt in Skopje gesperrt und stösst erst für das zweite Spiel gegen Schottland zum Team. Damit erhält Boteli bereits bei seinem ersten Zusammenzug eine realistische Chance auf Einsatzminuten. Sein erstes Aufgebot und die weiteren personellen Veränderungen im Nati-Kader haben wir bereits ausführlich eingeordnet.
Seit dem achten Lebensjahr verbunden
Boteli und Manzambi kennen sich nicht erst aus den Schweizer Nachwuchsauswahlen.
Die beiden stammen aus Genf und lernten sich bereits im Alter von acht Jahren kennen. Sie gingen gemeinsam zur Schule und verbrachten auch ausserhalb des Fussballs viel Zeit miteinander.
Heute sprechen beide von einer Beziehung, die weit über eine gewöhnliche Teamkollegschaft hinausgeht. Manzambi bezeichnete das Verhältnis gegenüber SRF als jenes von Brüdern.
Dass beide nun gleichzeitig im A-Nati-Camp stehen, ist deshalb auch persönlich ein spezieller Moment.
Ähnliche Wege über Deutschland
Auch die sportlichen Laufbahnen weisen auffällige Parallelen auf.
Sowohl Boteli als auch Manzambi wurden bei Servette ausgebildet und wagten anschliessend früh den Schritt nach Deutschland.
Manzambi wechselte in den Nachwuchs des SC Freiburg und schaffte dort später den Durchbruch bei den Profis. Seine starken Leistungen führten ihn im vergangenen Sommer zu Aston Villa in die Premier League.
Boteli verliess Genf in Richtung Borussia Mönchengladbach. Der unmittelbare Durchbruch in Deutschland gelang ihm nicht, über den FC Sion führte sein Weg aber zurück auf die grosse Bühne.
Boteli explodiert beim FC Sion
Der 20-Jährige ist einer der auffälligsten Schweizer Spieler der bisherigen Saison.
In 14 Pflichtspielen für den FC Sion gelangen Boteli zwölf Tore und fünf Assists. Dabei überzeugte er sowohl in der Super League als auch in der europäischen Qualifikation.
Diese Zahlen führten nicht nur zur erstmaligen Nomination durch Murat Yakin. Sie weckten auch internationales Interesse an dem Stürmer.
Für Boteli steht nun allerdings zunächst die Nationalmannschaft im Vordergrund. Ein Einsatz in einem Nations-League-Pflichtspiel würde ihn zudem definitiv an die Schweiz binden, nachdem er sich zuletzt bereits klar für den SFV und gegen einen möglichen Verbandswechsel zur Demokratischen Republik Kongo ausgesprochen hatte.
Manzambi meldet sich stark zurück
Bei Manzambi war die Ausgangslage im Sommer zunächst schwieriger.
Der Offensivspieler hatte sich bei der Weltmeisterschaft eine Knieprellung zugezogen und musste nach seinem Transfer zu Aston Villa mehrere Wochen pausieren.
Sein Comeback verlief anschliessend vielversprechend.
Nach dem Pflichtspieldebüt gegen Nottingham Forest stand Manzambi gegen Tottenham erstmals in der Premier League von Beginn an auf dem Platz. Beim 3:2-Auswärtssieg erzielte er ein Tor und bereitete einen weiteren Treffer vor.
Damit kommt auch er mit Selbstvertrauen zum Nationalteam.
Embolos Sperre öffnet eine Tür
Für Boteli könnte ausgerechnet der Nations-League-Auftakt am Samstag zur ersten grossen Gelegenheit werden.
Breel Embolo ist nach seinem Platzverweis im WM-Viertelfinal gegen Argentinien für das Spiel gegen Nordmazedonien gesperrt. Der erfahrene Stürmer reist erst später zur Mannschaft und steht ab dem Auswärtsspiel gegen Schottland wieder zur Verfügung.
Yakin muss seine Offensive in Skopje deshalb ohnehin neu zusammensetzen.
Boteli ist dabei eine der naheliegenden Alternativen. Ob er bereits von Beginn an spielt oder zunächst als Joker vorgesehen ist, wird sich erst kurzfristig zeigen.
Gemeinsamer Einsatz wäre besondere Geschichte
Für beide Genfer wäre ein gemeinsamer Einsatz im Schweizer Trikot ein weiterer Höhepunkt ihrer parallelen Entwicklung.
Manzambi besitzt bereits A-Nati-Erfahrung und hat sich spätestens mit seinen Leistungen an der WM 2026 einen festen Platz im erweiterten Kern der Mannschaft erarbeitet.
Boteli steht dagegen ganz am Anfang dieses Weges.
Dass sie ihn nun erstmals gemeinsam gehen können, macht den aktuellen Zusammenzug besonders. Aus zwei Schulfreunden aus Genf sind zwei Spieler geworden, die gleichzeitig um wichtige Rollen in der Schweizer Offensive kämpfen.
Vier Spiele bieten mehrere Möglichkeiten
Der intensive Nations-League-Block erhöht zusätzlich die Wahrscheinlichkeit, dass beide Einsatzzeit erhalten.
Die Schweiz tritt am Samstag in Skopje gegen Nordmazedonien an. Bereits am Dienstag folgt das Auswärtsspiel gegen Schottland.
Danach stehen in Luzern die Heimpartien gegen Slowenien am 3. Oktober und erneut gegen Nordmazedonien am 6. Oktober an.
Vier Pflichtspiele innerhalb von elf Tagen werden Rotation notwendig machen. Für Boteli ist das eine ideale Gelegenheit, sich erstmals auf A-Nati-Stufe zu beweisen – möglicherweise an der Seite seines langjährigen Freundes.
- Winsley Boteli und Johan Manzambi kennen sich seit ihrem achten Lebensjahr und wurden beide bei Servette ausgebildet.
- Boteli steht erstmals im A-Nati-Kader und kommt mit 12 Toren und 5 Assists aus 14 Pflichtspielen für Sion.
- Manzambi meldete sich nach seiner WM-Verletzung bei Aston Villa mit einem Tor und einem Assist gegen Tottenham stark zurück.
- Da Breel Embolo gegen Nordmazedonien gesperrt ist, könnte Boteli bereits beim Nations-League-Auftakt zu seinem A-Länderspieldebüt kommen.
Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert