Audrey Werro krönt Traumsaison mit Sieg in Budapest

Audrey Werro setzt ihrer aussergewöhnlichen Saison die Krone auf. Die 22-jährige Freiburgerin gewinnt den 800-Meter-Final der erstmals ausgetragenen Ultimate Championship in Budapest in 1:55,88 Minuten vor Olympiasiegerin Keely Hodgkinson und Femke Broeders-Bol. Für ihren Triumph erhält die Schweizerin 150’000 US-Dollar Preisgeld.

Werro lässt sich auch beim letzten grossen internationalen Kräftemessen des Jahres nicht bezwingen. Hodgkinson erreicht das Ziel in 1:56,26 Minuten, Broeders-Bol folgt in 1:56,74 Minuten. Damit schlägt die Schweizerin erneut jene beiden Konkurrentinnen, die sie bereits im EM-Final von Birmingham hinter sich gelassen hatte.

Auch Valentina Rosamilia überzeugt. Die Aargauerin läuft in 1:58,53 Minuten auf den fünften Rang. Veronica Vancardo verzichtet dagegen nach ihrem Sturz im Halbfinal auf einen Start im Endlauf.

Werro kontrolliert auch den letzten Saisonhöhepunkt

Der Final in Budapest entwickelt sich zu einem taktischen Rennen, doch Werro behält die Konkurrenz jederzeit unter Kontrolle. Nachdem sie bereits am Freitag ihren Halbfinal souverän gewonnen hatte, bestätigt sie im entscheidenden Lauf ihre Favoritenrolle.

Mit ihrem Halbfinalsieg in 1:59,05 Minuten hatte sich Werro bereits eindrücklich für den Final qualifiziert. Damals liess sie Broeders-Bol hinter sich und konnte auf den letzten Metern Kräfte sparen.

Im Final wartet mit Hodgkinson wieder eine der stärksten Mittelstreckenläuferinnen der Welt. Die britische Olympiasiegerin hatte wegen einer Oberschenkelverletzung zuletzt mehrere Meetings verpasst, meldete sich in Budapest aber mit einem Halbfinalsieg in 1:57,57 Minuten zurück.

Für Werro spielt das keine Rolle. Die Schweizerin läuft ihr Rennen konsequent und bringt den Vorsprung sicher ins Ziel. Hodgkinson fehlen am Ende 38 Hundertstelsekunden, Broeders-Bol 86 Hundertstel.

Europameisterin, Diamond-League-Siegerin und Ultimate Champion

Mit dem Erfolg von Budapest endet eine Freiluftsaison, in der Werro über 800 Meter ungeschlagen bleibt. Die Freiburgerin gewann sämtliche sechs Diamond-League-Rennen, bei denen sie antrat, und verteidigte Anfang September in Brüssel ihre Diamond Trophy.

Dazu kam im August der Europameistertitel in Birmingham. Dort hatte Werro nach einem Sturz im Halbfinal zunächst um ihre Finalteilnahme bangen müssen. Nach einem erfolgreichen Schweizer Protest durfte sie dennoch antreten und gewann einen Tag später in 1:54,81 Minuten vor Hodgkinson.

Besonders eindrücklich war auch ihr Auftritt bei Weltklasse Zürich. Im Letzigrund lief Werro Ende August 1:53,70 Minuten und stellte damit einen Schweizer Rekord sowie eine Jahresweltbestzeit auf.

Nur 42 Hundertstelsekunden fehlen ihr damit zum Weltrekord von Jarmila Kratochvílová aus dem Jahr 1983. Mit ihrer Bestzeit gehört Werro zu den drei schnellsten 800-Meter-Läuferinnen der Geschichte.

Der Triumph bei der Ultimate Championship bringt ihr nun neben Prestige auch das höchste Preisgeld ihrer bisherigen Karriere. Die Siegerinnen und Sieger der einzelnen Disziplinen erhalten bei der Premiere in Budapest jeweils 150’000 Dollar.

Rosamilia starke Fünfte – Vancardo muss verzichten

Auch aus Sicht der weiteren Schweizerinnen liefert der Final ein starkes Resultat. Rosamilia bestätigt ihre hervorragende Form und läuft mit 1:58,53 Minuten auf Rang fünf.

Bereits im Halbfinal hatte die 23-Jährige mit einem starken Finish überzeugt und sich in 1:59,78 Minuten für den Endlauf qualifiziert. Nun bleibt sie erneut deutlich unter zwei Minuten und behauptet sich mitten in einem hochkarätig besetzten Feld.

Für Vancardo endet das Wochenende dagegen bitter. Die Freiburgerin war im Halbfinal auf der Zielgeraden ohne eigenes Verschulden zu Fall gekommen. Nachdem die Jury sie nachträglich für den Final zugelassen hatte, verzichtet sie aufgrund der Folgen des Sturzes auf den Start.

Im Mittelpunkt steht dennoch Werro. Europameistertitel, sechs Diamond-League-Siege, die Diamond Trophy, Schweizer Rekord und nun der Triumph bei der Ultimate Championship: Die 22-Jährige beendet eine Saison, in der sie sich endgültig an der Spitze des internationalen 800-Meter-Laufs etabliert hat.

 

Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert

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