Ein gültiger Sprung reicht Ehammer zu Rang 3

Simon Ehammer beendet die World Athletics Ultimate Championship in Budapest auf dem Podest. Dem 26-jährigen Appenzeller reicht im Weitsprung ein einziger gültiger Versuch über 8,07 Meter zu Rang 3. Den Sieg holt sich Olympiasieger Miltiadis Tentoglou mit 8,35 Metern hauchdünn vor Bozhidar Sarâboyukov.

Ehammer erwischt im Nationalen Leichtathletikzentrum keinen optimalen Wettkampf. Von seinen vier möglichen Sprüngen bringt der Schweizer nur einen gültig in die Wertung. Dieser reicht jedoch, um sich gegen einen hochklassig besetzten Final durchzusetzen und einen weiteren internationalen Podestplatz zu sichern.

Um den Sieg entwickelt sich dagegen ein Zentimeter-Krimi. Tentoglou setzt sich mit 8,35 Metern durch, der Bulgare Sarâboyukov landet unmittelbar dahinter bei 8,34 Metern. Ehammer folgt mit deutlichem Abstand auf Rang 3, verteidigt seinen Podestplatz aber erfolgreich gegen Anvar Anvarov, der mit 7,94 Metern Vierter wird.

Ehammer bleibt trotz Problemen auf dem Podest

Das neue Wettkampfformat der Ultimate Championship lässt kaum Raum für Fehler. Im Weitsprung erhalten zunächst alle acht Teilnehmer zwei Versuche. Danach dürfen nur noch die besten sechs ein drittes Mal springen, für den vierten und letzten Durchgang bleiben lediglich die besten vier im Wettbewerb.

Für Ehammer bedeutet das zusätzlichen Druck. Drei seiner vier Versuche sind ungültig. Seine 8,07 Meter reichen jedoch frühzeitig aus, um beide Ausscheidungen zu überstehen und bis zum letzten Durchgang im Wettkampf zu bleiben.

Mit seiner Leistung ist der Schweizer nach dem Wettkampf trotzdem nicht zufrieden. Ehammer kritisiert sowohl seinen eigenen Auftritt als auch Teile der Wettkampforganisation. Besonders die zeitlichen Überschneidungen mit Laufentscheidungen erschweren aus seiner Sicht die Konzentration auf den Anlauf.

Am Resultat ändert dies nichts: Der Appenzeller nimmt einen weiteren dritten Platz von einem internationalen Saisonhöhepunkt mit nach Hause.

Tentoglou gewinnt mit einem Zentimeter Vorsprung

Ganz vorne liefern sich Tentoglou und Sarâboyukov ein enges Duell. Der Grieche, zweifacher Olympiasieger und Weltmeister von 2023, setzt mit 8,35 Metern die Tagesbestweite.

Sarâboyukov kommt auf 8,34 Meter und verpasst den Sieg damit um lediglich einen Zentimeter. Ehammer liegt mit seinen 8,07 Metern 27 Zentimeter hinter dem Bulgaren.

Hinter dem Schweizer folgen Anvarov mit 7,94 Metern und Diamond-League-Sieger Tajay Gayle mit 7,90 Metern. Gerson Baldé wird mit 7,85 Metern Sechster.

Das Resultat unterstreicht gleichzeitig, wie hochklassig das Feld in Budapest besetzt ist. Tentoglou war in dieser Saison bereits 8,66 Meter weit gesprungen, Ehammer stellte Ende Mai in Götzis mit 8,51 Metern einen neuen Schweizer Rekord auf.

Zweiter dritter Platz innerhalb weniger Tage

Für Ehammer ist es bereits der zweite Podestplatz innerhalb von gut einer Woche. Anfang September wurde er auch beim Diamond-League-Final in Brüssel Dritter.

Dort sprang der Schweizer 8,23 Meter und musste sich Tajay Gayle und Tentoglou geschlagen geben. Beim dramatischen Diamond-League-Final hatte Ehammer seinen besten Sprung erst im letzten Versuch gezeigt.

In Budapest verläuft der Wettkampf nun genau umgekehrt. Dieses Mal bleibt die erhoffte Steigerung aus, doch die einzige gültige Weite genügt trotzdem für das Podest.

Starke Saison trotz verpasstem Sieg

Ehammer blickt damit auf eine weitere Saison zurück, in der er sich dauerhaft in der internationalen Weitsprung-Spitze behauptet hat. Im Mai steigerte er beim Mehrkampfmeeting in Götzis seinen Schweizer Rekord auf 8,51 Meter.

Bei den Europameisterschaften in Birmingham gewann er anschliessend Silber hinter Tentoglou. Dazu kommen Podestplätze beim Diamond-League-Final und nun bei der erstmals ausgetragenen Ultimate Championship.

Ganz zufrieden verlässt Ehammer Budapest dennoch nicht. Die 8,07 Meter liegen deutlich unter seinem Leistungsvermögen. Dass selbst ein schwieriger Wettkampf für Rang 3 reicht, zeigt allerdings gleichzeitig, wie konstant sich der Schweizer inzwischen in der Weltspitze etabliert hat.

 

Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert

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