Embolo akzeptiert Strafbefehl – Nati verzichtet auf Stürmer

Breel Embolo wird beim laufenden Zusammenzug der Schweizer Nationalmannschaft nicht mehr zum Team stossen. Hintergrund ist ein Strafbefehl aus dem November 2025 wegen mehrfacher Anstiftung zur Urkundenfälschung im Zusammenhang mit gefälschten Covid-Testzertifikaten. Der 29-Jährige hat den Strafbefehl akzeptiert und räumt ein, dass sein damaliges Verhalten falsch gewesen sei.

Nach Recherchen von «Schweiz heute» hatte Embolo im Jahr 2021 zwei gefälschte Covid-Reisezertifikate beschafft. Die Staatsanwaltschaft Basel-Stadt erliess deshalb am 25. November 2025 einen Strafbefehl mit einer bedingten Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu je 3000 Franken bei einer Probezeit von zwei Jahren. Ob Embolo eines der gefälschten Zertifikate tatsächlich verwendete, ist nach aktuellem Kenntnisstand nicht geklärt.

Sportlich hätte Embolo das erste Nations-League-Spiel am Samstag gegen Nordmazedonien ohnehin wegen seiner Roten Karte im WM-Viertelfinal gegen Argentinien verpasst. Ursprünglich war vorgesehen, dass er anschliessend zur Mannschaft stösst und gegen Schottland sowie bei den beiden Heimspielen gegen Slowenien und Nordmazedonien zur Verfügung steht. Daraus wird nun nichts: Der SFV hat entschieden, den gesamten laufenden Zusammenzug ohne den Mittelstürmer zu bestreiten.

Embolo übernimmt Verantwortung

Embolo bestätigte gegenüber «Schweiz heute», dass er den Strafbefehl akzeptiert habe.

Der Nationalstürmer erklärte, er habe erkannt, dass sein damaliges Handeln nicht richtig gewesen sei, und dafür die Verantwortung übernommen. Die Angelegenheit selbst liegt mehrere Jahre zurück, der rechtskräftige Strafbefehl wurde jedoch erst jetzt öffentlich bekannt.

Konkret geht es um Vorgänge aus dem Jahr 2021. Embolo soll damals das Angebot angenommen haben, gefälschte Covid-Testzertifikate zu erhalten. Zwei entsprechende Dokumente wurden erstellt.

Die Ermittlungen führten später zu dem Strafbefehl wegen mehrfacher Anstiftung zur Urkundenfälschung.

SFV zieht Konsequenz für den aktuellen Zusammenzug

Der Schweizerische Fussballverband reagierte am Freitag auf die publik gewordene Angelegenheit.

Embolo informierte den Verband über den Sachverhalt. Die Verbandsführung entschied daraufhin, dass der Angreifer nicht wie ursprünglich vorgesehen zur Mannschaft stossen wird.

Der SFV begründete den Schritt damit, dass der Fokus der Mannschaft möglichst vollständig auf den bevorstehenden Nations-League-Partien liegen solle.

Damit fehlt der Schweiz nach Granit Xhaka ein weiterer langjähriger Leistungsträger aus einem ausserhalb des Fussballs liegenden Grund.

Embolo wäre erst in Glasgow zur Mannschaft gestossen

Für das Spiel am Samstagabend in Skopje hätte Embolo ohnehin nicht zur Verfügung gestanden.

Der Stürmer verbüsst eine Sperre nach seiner Roten Karte im WM-Viertelfinal gegen Argentinien. Geplant war deshalb, dass er direkt zum zweiten Auswärtsspiel nach Glasgow reist.

Am Dienstag trifft die Schweiz im Hampden Park auf Schottland. Danach folgen am 3. Oktober in Luzern das Heimspiel gegen Slowenien und drei Tage später ebenfalls in Luzern das Rückspiel gegen Nordmazedonien.

Auf Embolo muss Nationaltrainer Murat Yakin in allen vier Partien verzichten.

92 Länderspiele und 26 Tore fehlen der Schweiz

Sportlich ist der Ausfall relevant. Embolo gehört seit mehr als einem Jahrzehnt zum Kern der Nationalmannschaft.

Seit seinem A-Nati-Debüt im März 2015 absolvierte er 92 Länderspiele und erzielte 26 Tore. Bei der WM 2026 gehörte er erneut zur Stammformation und stand in sämtlichen sechs Schweizer Partien in der Startelf.

In der Offensive verliert die Schweiz damit einen Spieler, der mit seiner Physis, seinen Tiefenläufen und seinem Spiel mit dem Rücken zum Tor ein Profil besitzt, das im aktuellen Kader nicht eins zu eins ersetzt werden kann.

Neues Kapitel in Atlanta

Auf Klubebene hat für Embolo erst vor wenigen Wochen ein neues Kapitel begonnen.

Der Schweizer wechselte im August von Stade Rennes zu Atlanta United in die Major League Soccer und unterschrieb dort einen langfristigen Vertrag.

Sein Start in den USA gelang: Beim MLS-Debüt gegen Inter Miami erzielte Embolo spät den Ausgleich. Über Embolos erfolgreichen Einstand bei Atlanta United gegen Inter Miami haben wir bereits berichtet.

Sportlich will er sich dort für weitere Aufgaben mit der Nationalmannschaft empfehlen. Wann er nach dem aktuellen Entscheid wieder zur Nati zurückkehrt, ist derzeit offen.

🇨🇭 DAS BEDEUTET DER ENTSCHEID FÜR DIE NATI

  • Embolo fehlt beim gesamten ersten Nations-League-Zusammenzug der Saison 2026/27.
  • Er wäre gegen Nordmazedonien ohnehin gesperrt gewesen und hätte erst für das Spiel in Schottland zum Team stossen sollen.
  • Der 29-Jährige steht bei 92 A-Länderspielen und 26 Toren für die Schweiz.
  • Wann Embolo wieder in die Nationalmannschaft zurückkehrt, ist aktuell noch offen.

 

Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert

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