Italien in Bursa unter enormem Druck – gegen die Türkei droht der nächste Absturz

Für Italien wird bereits das zweite Nations-League-Spiel zum frühen Krisentest. Nach dem ernüchternden 0:2 gegen Belgien treten die Azzurri am Montagabend um 20.45 Uhr in Bursa gegen die Türkei an. Roberto Mancini steht nach dem missglückten Start seiner zweiten Amtszeit massiv unter Druck – eine weitere Niederlage würde nicht nur die Stimmung weiter verschärfen, sondern Italien auch früh in Richtung Abstiegskampf drücken.

Das Vertrauen rund um die Squadra Azzurra ist nach den vergangenen Jahren ohnehin angeschlagen. Italien verpasste erneut die Weltmeisterschaft, gegen Belgien folgte nun der nächste Rückschlag. Das Publikum im Stadio Olimpico reagierte bereits zur Pause und nach dem Schlusspfiff mit Pfiffen. Besonders problematisch war dabei weniger nur das Resultat als die Art des Auftritts: wenig Tempo, kaum Durchschlagskraft und erneut grosse Probleme gegen hohes Pressing.

Nun wartet mit der Türkei ein Gegner, der selbst mit einer Niederlage gestartet ist. Die Mannschaft von Vincenzo Montella verlor ihr erstes Gruppenspiel gegen Frankreich mit 0:1. Damit stehen vor dem direkten Duell beide Teams bei null Punkten. Für Italien ist die Partie deshalb bereits richtungsweisend – zumal am Freitag auswärts in Frankreich die nächste schwierige Aufgabe folgt.

Mancini verändert seine Mannschaft deutlich

Roberto Mancini reagiert auf den enttäuschenden Auftakt und wird seine Formation in Bursa deutlich verändern.

Der italienische Nationaltrainer hat den ungewöhnlich grossen Kader sogar geteilt. Zehn Spieler reisten gar nicht mit in die Türkei und trainieren stattdessen in Coverciano weiter. Dazu gehören unter anderem Nicolò Barella, Gianluca Mancini, Samuele Ricci und Daniel Maldini.

Der Hintergrund ist der extreme Spielplan. Italien bestreitet innerhalb von elf Tagen gleich vier Nations-League-Partien und trifft nach der Türkei auf Frankreich sowie erneut auf die Türken.

Trotzdem besitzt die Entscheidung auch sportliche Brisanz. Nach dem schwachen Belgien-Spiel erhalten mehrere andere Akteure die Gelegenheit, sich zu zeigen. Mancini sucht weiterhin nach jener Mannschaft, mit der er den angekündigten Neuaufbau vorantreiben kann.

Nach Belgien ist die Geduld bereits knapp

Der Druck ist für einen Trainer nach nur einem Spiel normalerweise überschaubar. Bei Mancini ist die Situation jedoch eine andere.

Italien befindet sich seit Jahren in einer tiefen sportlichen Krise. Der EM-Titel von 2021 ist längst Vergangenheit, danach folgten erneute Enttäuschungen und das nächste Verpassen einer Weltmeisterschaft.

Mancini wurde zurückgeholt, um genau diesen Trend zu stoppen. Vor seinem ersten Spiel kündigte er an, Italien innerhalb der kommenden Jahre wieder dauerhaft an die internationale Spitze führen zu wollen.

Der Auftakt gegen Belgien lieferte allerdings genau jene Bilder, die man vermeiden wollte. In unserem Bericht zum 0:2 gegen Belgien hatten wir bereits die Pfiffe, die spielerischen Probleme und den zunehmenden Druck auf Mancini eingeordnet.

Abstieg ist plötzlich ein reales Thema

Nach nur einem Gruppenspiel ist selbstverständlich noch nichts entschieden. Trotzdem besitzt das Duell mit der Türkei grosse Bedeutung.

Italien spielt in Gruppe A1 gemeinsam mit Belgien, Frankreich und der Türkei. Die beiden besten Teams erreichen das Viertelfinale. Wer hinten landet, gerät dagegen in die neue Abstiegsregelung der Nations League.

Durch die Formatänderung werden nicht mehr automatisch alle Gruppenletzten direkt relegiert. Die schwächsten Viertplatzierten steigen direkt in Liga B ab, weitere schlecht platzierte Teams müssen in Relegations-Playoffs.

Gerade deshalb darf Italien nicht früh den Anschluss verlieren. Eine Niederlage in Bursa würde die Azzurri bei null Punkten belassen – unmittelbar vor dem Auswärtsspiel bei Frankreich.

Montella trifft auf seinen alten Weggefährten

Zusätzliche Brisanz erhält die Partie durch die beiden Trainer. Mancini und Vincenzo Montella spielten einst gemeinsam bei Sampdoria und bildeten Mitte der 1990er-Jahre ein erfolgreiches Sturmduo.

Nun treffen sie als Nationaltrainer aufeinander.

Die Türkei muss allerdings ebenfalls mehrere wichtige Spieler ersetzen. Hakan Çalhanoğlu und Kenan Yıldız stehen nicht zur Verfügung, auch Orkun Kökçü fehlt verletzt. Stammtorhüter Uğurcan Çakır ist nach seiner Roten Karte gegen Frankreich gesperrt.

Für Italien gibt es deshalb trotz aller Probleme keine Ausrede. In Bursa geht es nicht nur um die ersten Punkte dieser Nations League. Die Azzurri müssen vor allem beweisen, dass nach den grossen Worten des Neuaufbaus tatsächlich eine sportliche Reaktion möglich ist.

🇮🇹 ITALIEN VOR DEM SPIEL IN BURSA

  • Türkei – Italien: Montag, 28. September 2026, 20.45 Uhr in Bursa.
  • Italien verlor zum Auftakt zuhause 0:2 gegen Belgien und steht noch ohne Punkt da.
  • Auch die Türkei startete mit einer Niederlage und unterlag Frankreich 0:1.
  • Nach Bursa wartet auf Italien bereits am Freitag das Auswärtsspiel gegen Frankreich.

 

Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert

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