Maritz erzwingt Ausgleich – Aston Villa holt historischen Punkt bei Chelsea
von belmedia Redaktion -schweizweit Allgemein Europa Frauenfussball Fussball Magazine nachrichtenticker.ch News Orte Regionen Schweiz Schweiz soccer.ch Spiele Sport sportaktuell.ch Themen Ⳇ Verbreitung
Noëlle Maritz ist mit Aston Villa mit einem bemerkenswerten Erfolg in die neue Women’s-Super-League-Saison gestartet. Die Schweizer Nationalverteidigerin bereitete beim 1:1 auswärts gegen Chelsea den späten Ausgleich entscheidend vor und verpasste ihr eigenes Tor nur knapp. Für Villa war es im 13. WSL-Duell mit Chelsea der erste Punktgewinn überhaupt.
Maritz stand an der Stamford Bridge in der Startelf und absolvierte die gesamte Partie. Chelsea ging bereits in der 11. Minute durch Lauren James in Führung und dominierte anschliessend über weite Strecken.
Aston Villa blieb jedoch im Spiel. In der 79. Minute reagierte Maritz im Strafraum am schnellsten, kam aus kurzer Distanz zum Abschluss und zwang Chelsea-Torhüterin Hannah Hampton zur Parade.
Der abgewehrte Ball prallte anschliessend an Verteidigerin Veerle Buurman und von dort ins Tor. Deshalb wurde der Treffer offiziell als Eigentor gewertet – auch wenn Maritz die entscheidende Aktion ausgelöst hatte.
Maritz steht beim Ausgleich genau richtig
Die Szene in der 79. Minute entwickelte sich nach einer unübersichtlichen Situation im Chelsea-Strafraum.
Aston Villa brachte den Ball erneut ins Zentrum, Chelsea konnte nicht konsequent klären. Maritz schaltete schnell und zog aus kurzer Distanz ab. Hampton parierte den Versuch zunächst, doch der Ball sprang an Buurman und anschliessend über die Torlinie.
Statistisch wird der Treffer deshalb der Chelsea-Verteidigerin als Eigentor zugeschrieben.
Für Maritz bleibt dennoch eine zentrale Rolle beim historischen Punktgewinn. Ohne ihren entschlossenen Nachsetzer wäre der Ausgleich nicht gefallen.
Chelsea dominiert – Villa hält dagegen
Die Ausgangslage hatte zunächst deutlich für Chelsea gesprochen.
Lauren James brachte die Gastgeberinnen bereits nach elf Minuten mit einem wuchtigen Abschluss aus spitzem Winkel in Führung. Ellie Carpenter hatte zuvor tief in der gegnerischen Hälfte den Ball gewonnen und James bedient.
Chelsea erspielte sich danach zahlreiche Möglichkeiten. Insgesamt kamen die Londonerinnen auf mehr als 30 Abschlüsse und verbuchten 57 Ballkontakte im gegnerischen Strafraum.
Besonders nahe am zweiten Treffer war Keira Walsh nach der Pause. Ihr Distanzschuss prallte von der Unterkante der Latte zurück ins Feld.
Aston Villa überstand die Druckphasen und wartete auf seine Möglichkeiten. Amalie Vangsgaard vergab zunächst eine grosse Gelegenheit, ehe Maritz die Szene zum 1:1 einleitete.
Okuma rettet den Punkt in der Schlussphase
Nach dem Ausgleich erhöhte Chelsea nochmals den Druck.
Kurz vor Ablauf der regulären Spielzeit schien Lauren James ihren zweiten Treffer des Tages zu erzielen. Die neu verpflichtete Villa-Torhüterin Akane Okuma reagierte jedoch hervorragend und lenkte den Abschluss über die Latte.
Okuma feierte damit ein starkes Pflichtspieldebüt für Aston Villa und war eine der wichtigsten Figuren des Punktgewinns.
Chelsea musste sich trotz klarer statistischer Überlegenheit mit einem Unentschieden begnügen.
Erster Villa-Punkt gegen Chelsea im 13. Anlauf
Für Aston Villa besitzt das 1:1 historischen Charakter.
Seit dem Aufstieg in die Women’s Super League hatte Villa zuvor sämtliche zwölf Ligaduelle gegen Chelsea verloren. Erst im 13. Versuch gelang erstmals ein Punktgewinn.
Besonders bemerkenswert ist dies angesichts des Umbruchs bei Aston Villa. Trainerin Natalia Arroyo schickte zum Saisonstart eine neu zusammengestellte Mannschaft auf den Platz, die sich gegen einen der stärksten Kader der Liga vor allem defensiv behaupten musste.
Chelsea war während der vergangenen Jahre die dominierende Mannschaft im englischen Frauenfussball. Die Serie von sechs Meistertiteln in Folge endete allerdings in der vergangenen Saison, als Manchester City die WSL gewann.
Maritz bleibt eine feste Grösse in England
Für die 30-jährige Maritz war der Einsatz an der Stamford Bridge ein weiterer Meilenstein ihrer langen Karriere in England.
Die Schweizerin spielte von 2020 bis Anfang 2024 für Arsenal und wechselte danach zu Aston Villa. Bereits im vergangenen Frühjahr absolvierte sie ihr 100. Spiel in der Women’s Super League.
Auch in der Schweizer Nationalmannschaft gehört Maritz seit Jahren zu den erfahrensten Spielerinnen. Die Entwicklung des Frauenfussballs erhielt nach der Heim-EM zusätzlichen Schwung – im Kanton Bern entstanden nach dem EM-Erfolg unter anderem neue mobile Fussballfelder für Gemeinden.
Beim Saisonauftakt in England zeigte Maritz nun erneut, weshalb sie für Aston Villa wichtig bleibt.
Nächster Härtetest gegen Manchester City
Ein einfaches Startprogramm sieht anders aus.
Nach Chelsea wartet auf Aston Villa am 13. September mit Manchester City gleich der amtierende englische Meister. Villa kann nach dem überraschenden Punkt an der Stamford Bridge allerdings mit deutlich gestärktem Selbstvertrauen in die Partie gehen.
Chelsea tritt am selben Wochenende auswärts bei Manchester United an.
Für Maritz hätte der Saisonstart beinahe sogar mit einem persönlichen Treffer begonnen. Offiziell bleibt ihr Name zwar aus der Torschützenliste – ihre Aktion in der 79. Minute war dennoch entscheidend für Aston Villas historischen ersten WSL-Punkt gegen Chelsea.
Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert