Michael Ledermann nach Kilchberger-Schock operiert – komplette Hamstring-Ruptur

Michael Ledermann hat sich beim Kilchberger Schwinget schwer verletzt. Der 25-jährige Berner erlitt eine komplette Ruptur der Hamstrings und wurde inzwischen erfolgreich operiert. Ledermann hatte in Kilchberg zuvor als einziger Schwinger den späteren Festsieger Samuel Giger bezwungen und mit einer bemerkenswerten Fairplay-Geste für Aufsehen gesorgt.

Der Saisonhöhepunkt vom Samstag wird Michael Ledermann aus völlig unterschiedlichen Gründen lange in Erinnerung bleiben. Sportlich gehörte der Eidgenosse aus Mamishaus während grosser Teile des Tages zu den auffälligsten Schwingern im Sägemehl.

Im dritten Gang bezwang Ledermann Samuel Giger und fügte dem späteren Festsieger dessen einzige Niederlage des gesamten Kilchberger Schwingets zu. Im fünften Gang folgte gegen Nick Alpiger eine Szene, die weit über den Schwingsport hinaus Beachtung fand.

Der Tag endete jedoch bitter. Im sechsten Gang gegen Mario Schneider verletzte sich Ledermann schwer und konnte den Wettkampf nicht mehr fortsetzen. Nun steht die genaue Diagnose fest.

Komplette Ruptur der Hamstrings

Ledermann meldete sich am Montag aus dem Spital und bestätigte eine komplette Ruptur der Hamstrings. Die notwendige Operation ist bereits erfolgreich durchgeführt worden.

Wie lange der Berner ausfallen wird, ist derzeit noch nicht offiziell bekannt. Ledermann kündigte an, sich nun vollständig auf seine Genesung zu konzentrieren.

Damit endet seine Saison 2026 mit einem schweren gesundheitlichen Rückschlag. Wann er wieder im Sägemehl antreten kann, wird vom weiteren Heilungsverlauf und der Rehabilitation abhängen.

Der 25-Jährige blickt trotz der Verletzung nach vorne. Seine starke Leistung am Kilchberger Schwinget helfe ihm dabei, die Situation zu verarbeiten.

Ledermann war der einzige Bezwinger von Samuel Giger

Sportlich hatte Ledermann in Kilchberg einen hervorragenden Start erwischt. Nach einem Sieg gegen Lars Voggensperger und einem Gestellten gegen Andy Signer kam es im dritten Gang zum Duell mit Samuel Giger.

Ledermann setzte sich gegen den Thurgauer durch und erhielt dafür die Note 9,75. Damit gehörte er zur Mittagspause zur Spitzengruppe.

Wie wertvoll dieser Erfolg war, zeigte sich erst im weiteren Verlauf des Tages. Giger gewann sämtliche anderen fünf Gänge und sicherte sich am Ende den alleinigen Sieg beim Kilchberger Schwinget 2026.

Ledermann blieb damit der einzige Schwinger, der den späteren Festsieger an diesem Tag bezwingen konnte.

Fairplay-Geste gegen Nick Alpiger sorgt für grosses Echo

Noch stärker als sein sportlicher Erfolg gegen Giger wirkte eine Szene im fünften Gang gegen Nick Alpiger nach.

Ledermann wurde zunächst ein Sieg zugesprochen. Statt die Entscheidung einfach anzunehmen, wandte er sich an die Kampfrichter und machte darauf aufmerksam, dass er während des entscheidenden Angriffs keinen korrekten Griff mehr an Alpigers Schwinghose gehabt hatte.

Der vermeintliche Sieg wurde deshalb nicht gewertet. Der Gang zwischen Ledermann und Alpiger endete gestellt.

Für Ledermann selbst war die Reaktion selbstverständlich. Das grosse Echo auf seine Fairplay-Geste überraschte ihn entsprechend.

Nach der Verletzung erreichten ihn zahlreiche Nachrichten. Die Anteilnahme und die Reaktionen auf sein Verhalten gegen Alpiger hätten ihn tief berührt, erklärte der Berner nach der Operation.

Verletzung im letzten Gang gegen Mario Schneider

Nach fünf Gängen lag Ledermann weiterhin auf einer starken Zwischenposition. Im sechsten und letzten Gang traf er auf Mario Schneider.

Während des Duells verletzte sich der Berner so schwer, dass der Gang abgebrochen werden musste. Ledermann blieb im Sägemehl liegen und konnte den Platz anschliessend nur mit Unterstützung verlassen.

Die zunächst befürchtete schwerere Muskelverletzung bestätigte sich bei den medizinischen Untersuchungen. Mit der kompletten Hamstring-Ruptur ist nun klar, dass Ledermann eine längere Rehabilitation bevorsteht.

Auf eine konkrete Prognose für sein Comeback verzichtete er bislang.

Starker Auftritt endet mit bitterem Rückschlag

Für Ledermann ist die Verletzung besonders bitter, weil er am Kilchberger Schwinget seine Qualität auf höchstem Niveau eindrucksvoll unter Beweis gestellt hatte.

Der Schwinger des Schwingklubs Schwarzenburg gehört seit mehreren Jahren zur erweiterten Schweizer Spitze. Seinen ersten Eidgenössischen Kranz gewann er 2022 in Pratteln. Beim Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest 2025 klassierte er sich auf Rang 4b.

In Kilchberg zeigte Ledermann nun erneut, dass er auch die grössten Namen schlagen kann.

Statt eines sportlichen Höhepunkts steht für ihn zunächst allerdings die Rehabilitation im Zentrum. Nach erfolgreicher Operation beginnt für Michael Ledermann nun der Weg zurück ins Sägemehl.

 

Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert

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