Pogačar nach schwerem Vuelta-Sturz vor Operation
von belmedia Redaktion Magazine nachrichtenticker.ch News Radsport Schweiz Sport sportaktuell.ch Themen Ⳇ Verbreitung
Schock bei der Vuelta a España: Tadej Pogačar ist am Samstag auf der achten Etappe schwer gestürzt und musste die Spanien-Rundfahrt als Gesamtführender aufgeben. Die medizinischen Untersuchungen ergaben eine Gehirnerschütterung, einen verschobenen Bruch des linken Schlüsselbeins sowie einen stabilen Bruch des siebten Halswirbels. Der 27-jährige Slowene muss operiert werden.
Pogačar stürzte rund 32 Kilometer vor dem Ziel der achten Etappe von Puçol nach Xeraco bei hohem Tempo. Der Weltmeister versuchte zunächst, wieder auf sein Rad zu steigen, musste dieses Vorhaben wegen seiner Schmerzen jedoch abbrechen und wurde mit einem Krankenwagen ins Spital gebracht.
Damit endete eine Vuelta, die Pogačar bis zu diesem Zeitpunkt klar dominiert hatte. Nach sieben Etappen führte er die Gesamtwertung mit 3:50 Minuten Vorsprung auf Enric Mas an und hatte bereits drei Tagesabschnitte gewonnen.
Schlüsselbein und Halswirbel gebrochen
Am Samstagabend veröffentlichte UAE Team Emirates-XRG den medizinischen Befund. Neben der Gehirnerschütterung erlitt Pogačar einen verschobenen Bruch des linken Schlüsselbeins, einen stabilen Bruch des Halswirbels C7 sowie zahlreiche Schürfwunden.
Eine wichtige Nachricht gab es dennoch: Nach Angaben von Teamarzt Adrian Rotunno wurden keine weiteren schweren Verletzungen oder neurologischen Folgen festgestellt. Pogačars Zustand sei stabil.
Der Bruch des Schlüsselbeins muss operativ behandelt werden. Der Eingriff wird allerdings wegen der Gehirnerschütterung vorsichtshalber nicht unmittelbar vorgenommen. Der Slowene bleibt unter medizinischer Beobachtung.
Ausgerechnet auf dem Weg zum letzten fehlenden Grand-Tour-Sieg
Sportlich ist der Ausfall besonders bitter. Pogačar war zur Vuelta zurückgekehrt, um die einzige der drei grossen Landesrundfahrten zu gewinnen, die noch in seinem Palmarès fehlt.
Der fünffache Tour-de-France-Sieger und Giro-Gewinner von 2024 hatte bereits auf der ersten Vuelta-Etappe die Führung übernommen. Mit weiteren Siegen auf den Etappen vier und sechs baute er seinen Vorsprung kontinuierlich aus.
Der schwere Sturz zeigt erneut, wie gering die Sicherheitsreserven im Profiradsport bei hohen Geschwindigkeiten sein können. Auch für Zuschauer gelten bei Strassenrennen deshalb strenge Regeln. Einen Überblick dazu bietet der Belmedia-Beitrag über Sicherheitsregeln bei Radrennen für Zuschauer, Familien und Hunde.
Enric Mas übernimmt das rote Trikot
Durch Pogačars Ausscheiden übernimmt Enric Mas die Führung in der Gesamtwertung. Der Spanier war bis zum Samstag der erste Verfolger des Slowenen.
Den Etappensieg holte sich Bryan Coquard. Der Franzose setzte sich im Massensprint knapp vor Mads Pedersen und Jordi Meeus durch und feierte damit seinen ersten Etappensieg bei einer Grand Tour.
Die sportliche Bedeutung der achten Etappe rückte angesichts von Pogačars Unfall jedoch schnell in den Hintergrund. Für den Slowenen geht es nun zunächst um die vollständige Genesung.
WM-Teilnahme steht in Frage
Wie lange Pogačar ausfallen wird, ist noch nicht endgültig bekannt. Angesichts der Verletzungen ist jedoch fraglich, ob er bei den Strassen-Weltmeisterschaften Ende September in Montreal seinen Titel verteidigen kann.
Auch weitere geplante Saisonhöhepunkte stehen damit auf der Kippe. UAE Team Emirates-XRG will nach der Operation weitere Informationen zum Gesundheitszustand und zum möglichen Zeitplan für Pogačars Rückkehr veröffentlichen.
Am Sonntag meldete sich Pogačar bereits selbst aus dem Spital. Sportlich ist die Vuelta für den dominierenden Fahrer der ersten Woche beendet – entscheidend ist nun, dass die schweren Verletzungen vollständig ausheilen.
Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Titelbild – KI-Bild