Reusser verteidigt WM-Gold – Küng greift in Montréal an

Die Strassen-Weltmeisterschaft in Montréal beginnt am Sonntag gleich mit zwei grossen Schweizer Hoffnungen. Marlen Reusser verteidigt im Einzelzeitfahren der Frauen ihr Regenbogentrikot, wenige Stunden später greift Stefan Küng bei den Männern an. Beide Elite-Rennen führen über denselben 39,2 Kilometer langen Kurs durch die kanadische Metropole.

Reusser startet in ausgezeichneter Form in die Titelverteidigung. Die 34-jährige Bernerin gewann am Mittwoch das Chrono Féminin de Gatineau über 20,4 Kilometer mit 43 Sekunden Vorsprung und absolvierte damit eine erfolgreiche Generalprobe. Das Frauen-Zeitfahren beginnt am Sonntag um 9.00 Uhr Ortszeit beziehungsweise 15.00 Uhr Schweizer Zeit.

Bei den Männern richtet sich der Schweizer Fokus vor allem auf Küng. Der Thurgauer gewann vor gut einer Woche das Vuelta-Zeitfahren in Jerez und verliess die Spanien-Rundfahrt danach planmässig, um sich vollständig auf die WM vorzubereiten. Über seine gezielte Vorbereitung hatten wir bereits berichtet: Küng richtet nach seinem Vuelta-Sieg den Fokus auf die WM.

Reusser startet als Titelverteidigerin

Marlen Reusser gewann 2025 in Kigali erstmals den Weltmeistertitel im Einzelzeitfahren und trägt am Sonntag entsprechend das Regenbogentrikot. In Montréal wartet ein völlig anderer Parcours als vor einem Jahr.

Die 39,2 Kilometer weisen lediglich 220 Höhenmeter auf. Die Strecke ist damit grundsätzlich schnell, besitzt aber mehrere technische Passagen. Vom Start auf der Avenue du Parc führt der Kurs unter anderem entlang des St.-Lorenz-Stroms, über den Circuit Gilles-Villeneuve und durch den Parc Jean-Drapeau.

Anschliessend geht es zurück Richtung Zentrum. Das Finale ist anspruchsvoller als der überwiegend flache Mittelteil, denn der Weg zum Ziel im Parc Jeanne-Mance steigt nochmals an.

Neben Reusser ist auch Jasmin Liechti für die Schweiz im Frauen-Zeitfahren gemeldet. Die internationale Konkurrenz ist stark, dennoch gehört die amtierende Weltmeisterin nach ihrer Vorstellung in Gatineau erneut zum engsten Kreis der Anwärterinnen auf das Regenbogentrikot.

Küng trifft auf Evenepoel und Ganna

Das Männer-Zeitfahren beginnt um 12.45 Uhr Ortszeit und damit um 18.45 Uhr Schweizer Zeit. Auch hier werden 39,2 Kilometer und 220 Höhenmeter zurückgelegt.

Stefan Küng trifft dabei unter anderem auf Titelverteidiger Remco Evenepoel und Filippo Ganna. Evenepoel hat die vergangenen drei WM-Zeitfahren gewonnen und könnte in Montréal zum vierten Mal in Serie Weltmeister werden.

Küng reist jedoch mit einem wichtigen Erfolgserlebnis an. Beim Vuelta-Zeitfahren über 32,1 Kilometer setzte sich der Schweizer in 35:22 Minuten durch. Danach beendete er die Rundfahrt bewusst vorzeitig, um zusätzliche Zeit für Erholung, Anreise und die Vorbereitung auf die WM zu erhalten.

Für die Schweiz ist zudem Stefan Bissegger für das Einzelzeitfahren gemeldet. Der Thurgauer war trotz eines Schambeinbruchs ins Schweizer WM-Aufgebot berufen worden. Swiss Cycling nominierte ihn sowohl für das Zeitfahren als auch für das Strassenrennen.

WM beginnt mit Schweizer Medaillenchancen

Die Elite-Zeitfahren eröffnen eine WM-Woche mit insgesamt 13 Entscheidungen. Am Montag folgen die U23-Zeitfahren, am Dienstag stehen die Mixed-Teamstaffel sowie die Juniorenrennen gegen die Uhr auf dem Programm.

Die Strassenrennen beginnen am Donnerstag. Das Elite-Rennen der Frauen mit Reusser und weiteren Schweizerinnen findet am Samstag, 26. September, statt. Die Elite-Männer fahren einen Tag später über 273,7 Kilometer und 3803 Höhenmeter um den WM-Titel.

Doch zunächst richtet sich alles auf den Sonntag. Mit Reusser als Titelverteidigerin und dem formstarken Küng besitzt die Schweiz gleich zum Auftakt zwei Chancen auf ein Spitzenresultat.

🚴 DIE WM-ZEITFAHREN AM SONNTAG

  • Frauen Elite: Start um 15.00 Uhr Schweizer Zeit, 39,2 Kilometer und 220 Höhenmeter.
  • Männer Elite: Start um 18.45 Uhr Schweizer Zeit, ebenfalls 39,2 Kilometer und 220 Höhenmeter.
  • Marlen Reusser geht als amtierende Weltmeisterin ins Rennen, für die Schweiz ist zudem Jasmin Liechti gemeldet.
  • Bei den Männern sind Stefan Küng und Stefan Bissegger für die Schweiz aufgeboten.

 

Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert

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