Rieder trifft traumhaft – Augsburg stürmt erstmals an die Bundesliga-Spitze

Fabian Rieder krönt einen historischen Bundesliga-Abend des FC Augsburg. Der Schweizer Captain trifft beim 4:1-Auswärtssieg gegen Eintracht Frankfurt in der 89. Minute per direktem Freistoss und setzt damit den Schlusspunkt unter eine spektakuläre Wende. Nach zwei Spielen steht Augsburg mit sechs Punkten und 7:1 Toren erstmals überhaupt an der Spitze der Bundesliga.

Zur Pause sieht es noch überhaupt nicht nach einem Augsburger Festabend aus. Jonathan Burkardt bringt Frankfurt bereits in der 6. Minute in Führung, die Eintracht dominiert weite Teile der ersten Halbzeit und lässt mehrere Möglichkeiten zum zweiten Treffer liegen.

Nach dem Seitenwechsel verändert sich die Partie innerhalb weniger Augenblicke vollständig. Arijon Ibrahimović gleicht in der 46. Minute aus, Robin Fellhauer erzielt nur wenig später das 2:1 und Alexis Claude-Maurice erhöht auf 3:1.

Den schönsten Treffer hebt sich Augsburg für den Schluss auf. Rieder verwandelt kurz vor Ablauf der regulären Spielzeit einen Freistoss direkt und feiert damit sein erstes Bundesliga-Tor der neuen Saison.

Burkardt belohnt Frankfurts starken Beginn

Vor 59’100 Zuschauern im Deutsche Bank Park erwischt Frankfurt den deutlich besseren Start. Bereits in der 6. Minute kombiniert sich die Eintracht über Can Uzun und Younes Ebnoutalib nach vorne, ehe Jonathan Burkardt die Hereingabe per Kopf zum 1:0 verwertet.

Auch danach bleiben die Gastgeber zunächst klar tonangebend. Augsburg hat Mühe, sich aus dem Frankfurter Pressing zu lösen, während Uzun und Ebnoutalib weitere Möglichkeiten herausspielen. FCA-Torhüter Finn Dahmen verhindert mit mehreren wichtigen Aktionen einen höheren Rückstand.

Von der offensiven Leichtigkeit des 3:0 zum Saisonauftakt gegen Schalke ist bei Augsburg lange wenig zu sehen. Rieder versucht kurz vor der Pause mit einem Freistoss aus rund 20 Metern für Gefahr zu sorgen, setzt den Ball jedoch knapp am Tor vorbei.

Mit dem 1:0 für Frankfurt geht es in die Kabinen. Angesichts des Spielverlaufs können die Gäste mit diesem Zwischenstand sogar zufrieden sein.

Ibrahimović und Fellhauer drehen das Spiel nach der Pause

Was unmittelbar nach Wiederbeginn passiert, stellt den gesamten Verlauf der ersten Hälfte auf den Kopf. Augsburg benötigt nur wenige Sekunden, um den Ausgleich zu erzielen.

Marius Wolf flankt in den Strafraum, Arijon Ibrahimović steigt hoch und köpft den Ball in der 46. Minute zum 1:1 ins Tor. Für den 20-Jährigen ist es ein perfekter Einstand: Der Neuzugang steht erstmals für Augsburg in der Bundesliga auf dem Platz und trifft sofort.

Frankfurt hat den Ausgleich noch kaum verarbeitet, da liegt der Ball bereits wieder im eigenen Tor. Ibrahimović zieht diesmal selbst ab, Noah Atubolu kann den Schuss nicht festhalten und Robin Fellhauer reagiert am schnellsten.

In der 47. Minute steht es plötzlich 2:1 für Augsburg. Zwischen den beiden Treffern liegen nur wenige Augenblicke – aus einer Frankfurter Führung wird praktisch unmittelbar nach der Pause ein Rückstand.

Claude-Maurice sorgt für die Vorentscheidung

Frankfurt versucht, auf den Doppelschlag zu reagieren und fordert kurz danach einen Penalty, als Burkardt im Augsburger Strafraum zu Boden geht. Der Pfiff bleibt jedoch aus, und die Partie entwickelt sich nun wesentlich offener als noch vor der Pause.

Augsburg findet zunehmend Räume und wird mit seinen Gegenstössen gefährlicher. Trainer Manuel Baum bringt in der 61. Minute Alexis Claude-Maurice für Fellhauer – ein Wechsel, der sich nur vier Minuten später auszahlt.

Han-Noah Massengo bedient Claude-Maurice, der vor dem Strafraum zu viel Platz erhält. Der Franzose zieht aus rund 18 Metern ab und schlenzt den Ball in der 65. Minute zum 3:1 ins lange Eck.

Für Frankfurt ist dieser Treffer ein schwerer Schlag. Die Eintracht bemüht sich zwar um eine Antwort, Augsburg steht nun aber wesentlich kompakter und lässt kaum noch klare Möglichkeiten zu.

Rieder setzt mit Traumfreistoss den Schlusspunkt

Kurz vor Schluss gehört die Bühne Fabian Rieder. Augsburg erhält in aussichtsreicher Position einen Freistoss, und der Schweizer Nationalspieler übernimmt die Verantwortung.

Rieder hebt den Ball in der 89. Minute gefühlvoll über die Frankfurter Mauer und trifft sehenswert zum 4:1. Atubolu ist gegen den präzisen Abschluss machtlos.

Der 24-Jährige hatte bereits unmittelbar vor der Halbzeit mit einem Freistoss sein Glück versucht. Beim zweiten Versuch passt alles – und Rieder darf seinen ersten Treffer der neuen Bundesliga-Saison feiern.

Für den Schweizer ist es der perfekte Abschluss eines starken Nachmittags. Rieder führt Augsburg erneut als Captain aufs Feld und bestätigt damit die bedeutende Rolle, die er inzwischen im Team von Manuel Baum einnimmt.

Rieder übernimmt beim FCA immer mehr Verantwortung

Schon am ersten Spieltag hatte Rieder für ein Schweizer Ausrufezeichen gesorgt. Beim 3:0-Heimsieg gegen Schalke führte er Augsburg erstmals in einem Bundesliga-Spiel als Captain aufs Feld und bereitete den Treffer von Anton Kade zum zwischenzeitlichen 2:0 vor.

Eine Woche später folgt nun sein erstes Saisontor. Rieder spielt erneut von Beginn an im zentralen Mittelfeld, übernimmt Standardsituationen und bleibt auch während der schwierigen ersten Halbzeit eine wichtige Anspielstation.

Seine Bedeutung beschränkt sich dabei längst nicht mehr auf die Offensive. Der Schweizer gehört zu den Führungsspielern einer Augsburger Mannschaft, die nach einem starken Ende der vergangenen Saison nun auch hervorragend in die neue Spielzeit gestartet ist.

Dass ausgerechnet der Captain mit einem direkten Freistoss den letzten Treffer bei einem historischen Sieg erzielt, passt deshalb zu Rieders wachsender Rolle beim FCA.

Augsburg erstmals überhaupt Bundesliga-Leader

Mit dem Erfolg in Frankfurt schreibt Augsburg Vereinsgeschichte. Seit dem erstmaligen Bundesliga-Aufstieg 2011 hatte der FCA noch nie einen Spieltag an der Tabellenspitze beendet.

Nun stehen nach zwei Runden sechs Punkte und ein Torverhältnis von 7:1 zu Buche. Dem 3:0 gegen Schalke folgt ein 4:1 bei Eintracht Frankfurt – und beide Erfolge fallen deutlich aus.

Bemerkenswert ist dabei auch die Effizienz in Frankfurt. Die offiziellen Bundesliga-Daten weisen für die Eintracht einen höheren erwarteten Torwert aus, doch Augsburg nutzt seine Möglichkeiten nach der Pause nahezu gnadenlos.

Vor allem die Reaktion auf die schwache erste Hälfte beeindruckt. Die Mannschaft von Manuel Baum geht mit einem verdienten Rückstand in die Pause und benötigt danach nur wenige Minuten, um das gesamte Spiel zu drehen.

Frankfurt erlebt nach der Pause einen kompletten Einbruch

Für Eintracht Frankfurt endet der Nachmittag dagegen äusserst bitter. Nach einer überzeugenden ersten Halbzeit verliert die Mannschaft von Adi Hütter nach dem Seitenwechsel vollständig den Zugriff.

Der Doppelschlag unmittelbar nach Wiederbeginn wird zum entscheidenden Wendepunkt. Besonders das 2:1 durch Fellhauer ist aus Frankfurter Sicht ärgerlich, weil Atubolu den vorherigen Abschluss von Ibrahimović nicht festhalten kann.

Nach zwei Spieltagen wartet die Eintracht damit weiterhin auf den ersten Sieg. Zum Auftakt hatte Frankfurt bei Union Berlin 3:3 gespielt, nun folgt vor eigenem Publikum eine deutliche Niederlage.

Augsburg befindet sich dagegen in einer völlig anderen Situation. Zwei Siege zum Auftakt und erstmals die Tabellenführung sorgen für einen Start, der selbst die kühnsten Erwartungen übertrifft.

Jetzt wartet Bayer Leverkusen auf Rieder und Augsburg

Bereits am kommenden Wochenende folgt der nächste anspruchsvolle Test. Augsburg empfängt Bayer Leverkusen in der WWK Arena und kann dort beweisen, wie nachhaltig der beeindruckende Saisonstart tatsächlich ist.

Rieder dürfte auch dann wieder eine Schlüsselrolle übernehmen. Nach einer Vorlage gegen Schalke und seinem Traumfreistoss in Frankfurt hat der Schweizer Captain bereits an den ersten beiden Bundesliga-Spieltagen entscheidende Akzente gesetzt.

Die Momentaufnahme darf der FCA jedenfalls geniessen: Sechs Punkte, sieben Tore und Platz eins. Dass Fabian Rieder den historischen Sprung an die Tabellenspitze mit einem direkt verwandelten Freistoss krönt, macht den Abend aus Schweizer Sicht zusätzlich besonders.

 

Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert

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