Stocker stärkt Lichtsteiner den Rücken – Trainerfrage beim FCB derzeit kein Thema

Stephan Lichtsteiner bleibt trotz der nächsten Rückschläge Trainer des FC Basel. Sportchef Valentin Stocker stärkt dem 42-Jährigen nach den Heimniederlagen gegen Sion und Lugano den Rücken und bezeichnet die Trainerfrage derzeit als kein Thema. Gleichzeitig übt Stocker deutliche Kritik an der Mannschaft und vermisst vor allem Emotionen in schwierigen Spielphasen.

Die Stimmung beim FC Basel hat sich innerhalb weniger Tage deutlich verschlechtert. Auf das 1:2 gegen den FC Sion folgte am Sonntag eine 1:3-Heimniederlage gegen den weiterhin makellosen Tabellenführer FC Lugano.

Damit steht Rotblau nach sieben Meisterschaftsspielen bei drei Siegen, einem Unentschieden und drei Niederlagen. Zehn Punkte entsprechen nicht den Ansprüchen eines Klubs, der wieder dauerhaft an der Spitze der Super League mitspielen will.

Trotz der wachsenden Diskussionen um Lichtsteiner denkt die sportliche Führung momentan nicht über einen Trainerwechsel nach. Stocker bestätigte am Montag ausdrücklich, dass der Klub weiterhin Geduld mit seinem Cheftrainer hat.

Stocker stellt sich hinter Lichtsteiner

Die Frage nach Lichtsteiners Zukunft ist nach den beiden Heimniederlagen innerhalb weniger Tage zwangsläufig wieder aufgekommen. Für Stocker besteht intern derzeit allerdings keine Trainerdiskussion.

Entscheidend sei für die sportliche Führung nicht allein das Resultat, sondern auch die Entwicklung der Mannschaft. Neben den enttäuschenden Auftritten gegen Sion und Lugano habe der FCB zuvor auch positive Ansätze gezeigt.

Auf die Frage, ob Basel mit Lichtsteiner weiterhin Geduld habe, fiel Stockers Antwort eindeutig aus: ja.

Damit erhält der frühere Schweizer Nationalspieler zumindest vorerst die Möglichkeit, mit seiner Mannschaft auf die jüngsten Rückschläge zu reagieren.

Stocker vermisst die Emotionen

Eine bedingungslose Rückendeckung ist Stockers Aussage allerdings nicht. Der Sportchef zeigte sich mit den vergangenen beiden Auftritten deutlich unzufrieden.

Besonders stört ihn die Reaktion der Mannschaft nach Rückschlägen. Basel führte sowohl gegen Sion als auch gegen Lugano, verlor am Ende jedoch beide Partien.

Stocker vermisst in solchen Situationen die Emotionen und die Fähigkeit, nach einem Gegentor oder einem Rückstand nochmals zusätzliche Energie auf den Platz zu bringen.

Gerade beim 1:3 gegen Lugano wurde Basels fehlende Reaktion nach dem Rückstand deutlich. Die Tessiner waren über weite Strecken überlegen und kamen auf 23 Abschlüsse, während der FCB lediglich fünf verzeichnete.

Zwei Führungen reichen nicht für einen Punkt

Die jüngste Negativserie ist für Basel besonders bitter, weil beide Heimspiele zunächst in die gewünschte Richtung liefen.

Gegen Sion brachte Zan Celar den FCB in Führung. Nach der Gelb-Roten Karte gegen Moussa Cissé drehte Winsley Boteli die Begegnung mit zwei Treffern zum 2:1 für die Walliser.

Bereits danach war der Druck auf Lichtsteiner wieder deutlich gestiegen.

Drei Tage später folgte gegen Lugano ein ähnliches Muster. Der zur Pause eingewechselte Metinho traf in der 47. Minute zum 1:0, doch Yanis Cimignani und Uran Bislimi drehten die Partie in der 59. und 61. Minute innerhalb kürzester Zeit. Ahmed Kendouci sorgte in der 81. Minute für den 3:1-Endstand.

Auch die Goalie-Situation bereitet Sorgen

Zusätzliche Unruhe verursacht die Situation im Tor. Jonas Omlin kehrte gegen Lugano nach seiner Verletzung zwar in die Startelf zurück, musste jedoch bereits zur Halbzeit wieder ausgewechselt werden.

Für ihn kam Mirko Salvi ins Spiel. Dem Ersatzkeeper unterlief beim 1:2 ein folgenschwerer Fehler, als sein Ball direkt bei Uran Bislimi landete. Der Lugano-Mittelfeldspieler nutzte die Gelegenheit zur Führung.

Damit bleibt auch auf einer Position Unsicherheit bestehen, auf der sich Basel durch Omlins Rückkehr eigentlich mehr Stabilität erhofft hatte.

Auswärtsspiel in Luzern wird zum nächsten Gradmesser

Für Lichtsteiner und seine Mannschaft bietet sich bereits am kommenden Sonntag die nächste Möglichkeit zur Reaktion. Basel tritt am 13. September um 16.30 Uhr beim FC Luzern an.

Nach zwei Heimniederlagen in Folge dürfte dabei nicht nur das Resultat im Mittelpunkt stehen. Die sportliche Führung wird genau darauf achten, ob die von Stocker geforderten Emotionen und die gewünschte Reaktion auf dem Platz zu erkennen sind.

Eine unmittelbare Trainerdiskussion gibt es beim FC Basel damit vorerst nicht. Die kommenden Spiele werden jedoch zeigen, ob Lichtsteiner die von Stocker gewährte Geduld mit sportlichen Fortschritten zurückzahlen kann.

 

Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert

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