Vuelta: Mas vor tückischer 13. Etappe
von belmedia Redaktion Draussen Europa Magazine nachrichtenticker.ch News Orte Radsport Sport Sport & Spiel sportaktuell.ch Themen Ⳇ Verbreitung
Nach seiner Machtdemonstration auf dem Calar Alto muss Enric Mas bereits am Freitag die nächste anspruchsvolle Prüfung bestehen. Die 13. Etappe der Vuelta a España führt über 192,8 Kilometer von Almuñécar nach Loja und beinhaltet 3’277 Höhenmeter. Drei kategorisierte Anstiege und ein schwer kontrollierbares Profil könnten den Gesamtleader trotz fehlender Bergankunft erneut unter Druck setzen.
Mas startet mit einem beruhigenden, aber keineswegs entscheidenden Polster in den Tag. Der Spanier führt die Gesamtwertung mit 1:45 Minuten Vorsprung auf Primož Roglič an. Felix Gall folgt mit 2:06 Minuten Rückstand.
Die Etappe beginnt um 12.41 Uhr, die Ankunft in Loja wird gegen 17.16 Uhr erwartet.
Erster schwerer Anstieg schon nach 17 Kilometern
Von einer ruhigen Anfangsphase kann am Freitag kaum die Rede sein.
Bereits nach 17,1 Kilometern beginnt der Anstieg zur Venta de la Cebada. Der Berg der ersten Kategorie ist 14,1 Kilometer lang und weist eine durchschnittliche Steigung von 5,1 Prozent auf.
Die Bergwertung befindet sich bei Kilometer 31,2.
Gerade dieser frühe Anstieg könnte dafür sorgen, dass sich eine starke Ausreissergruppe bildet. Teams ohne Ambitionen in der Gesamtwertung erhalten damit eine attraktive Gelegenheit, auf einen Etappensieg zu fahren.
Nach rund 83 Kilometern folgt der Alto del Legionario. Der Anstieg der dritten Kategorie ist 15,4 Kilometer lang, mit durchschnittlich 3,1 Prozent jedoch deutlich weniger steil.
Puerto de Granada als letzter Prüfstein
Entscheidend könnte der Puerto de Granada werden.
Der sieben Kilometer lange Anstieg der zweiten Kategorie weist im Durchschnitt 5,6 Prozent Steigung auf. Seine Bergwertung wird nach 155,4 Kilometern passiert – knapp 37 Kilometer vor dem Ziel.
Danach geht es überwiegend bergab und flacher Richtung Loja.
Das macht die Etappe taktisch besonders interessant. Für reine Sprinter dürfte das Profil zu schwer sein, gleichzeitig liegt der letzte Berg möglicherweise zu weit vom Ziel entfernt, um unter den Favoriten zwangsläufig grosse Abstände zu produzieren.
Damit bietet sich eine ideale Ausgangslage für eine grössere Fluchtgruppe.
Mas fährt nach starkem Donnerstag in Rot
Der Gesamtleader kann mit viel Selbstvertrauen in die 13. Etappe gehen.
Am Donnerstag hatte Mas am Schlussanstieg zum Calar Alto seine wichtigsten Rivalen attackiert und Roglič, Gall sowie Richard Carapaz 27 Sekunden abgenommen.
Den Etappensieg holte zwar der erst 20-jährige Slowene Jakob Omrzel mit einer beeindruckenden Solofahrt, im Kampf um das Rote Trikot war Mas jedoch der grosse Gewinner des Tages.
Mehr zum spektakulären Donnerstag gibt es im Bericht über Mas‘ Angriff und Omrzels historischen Etappensieg auf dem Calar Alto.
Die nächste Bergankunft wartet schon am Samstag
Für die Favoriten stellt sich deshalb auch die Frage, wie viel Energie sie am Freitag investieren wollen.
Bereits am Samstag folgt die 14. Etappe mit der Bergankunft an der Sierra de La Pandera. Der Schlussanstieg ist 11,9 Kilometer lang und durchschnittlich 7,2 Prozent steil.
Roglič, Gall und Carapaz werden dort erneut versuchen müssen, Zeit auf Mas gutzumachen.
Am Freitag könnte deshalb vor allem Schadensbegrenzung im Vordergrund stehen. Doch gerade die frühe erste Kategorie und das schwer kontrollierbare Profil bergen Risiken.
Mas hat seine Führung am Donnerstag deutlich ausgebaut. Heute muss er beweisen, dass er das Rote Trikot auch an einem unberechenbaren Tag sicher durch das südspanische Mittelgebirge bringen kann.
Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert