Wintersport 2026/27: Die Schweiz startet schon jetzt in den nächsten Winter

Am 25. August ist der Winter in der Schweiz noch weit weg – im Spitzensport läuft die Vorbereitung auf die Saison 2026/27 aber längst auf Hochtouren. Besonders im alpinen Skisport wird deutlich, wie stark sich die Bedingungen verändern: Gletschertraining im Hochsommer wird schwieriger, Trainingsfenster werden kleiner und die Teams müssen ihre Planung zunehmend anpassen.

Gleichzeitig beginnt nach dem Rücktritt von Lara Gut-Behrami eine neue Ära, während Marco Odermatt erneut als grosse Schweizer Leitfigur in den kommenden Winter geht.

Die Sommermonate gehören im Wintersport längst nicht mehr nur zur klassischen Konditionsphase. Für Ski-Alpin-Teams sind Schneetrainings entscheidend, um Material, Technik und Geschwindigkeit frühzeitig aufzubauen. Genau diese Möglichkeiten werden jedoch knapper. Anfang August musste Zermatt den regulären Sommer-Skibetrieb auf dem Theodulgletscher wegen der starken Gletscherschmelze einstellen. Swiss-Ski kann dank einer Sonderlösung teilweise weitertrainieren, für Nachwuchs- und andere Teams wird die Suche nach geeigneten Pisten aber schwieriger.

Auch das Stilfserjoch musste seinen Sommerbetrieb wegen zu hoher Temperaturen einstellen. Damit fällt eine weitere traditionelle Trainingsmöglichkeit weg. Für Weltcup-Teams lässt sich das teilweise mit Trainingslagern in der südlichen Hemisphäre kompensieren. Gerade für Nachwuchskader sind solche Lösungen jedoch teuer und organisatorisch deutlich anspruchsvoller.

Odermatt bleibt das Schweizer Aushängeschild

Sportlich startet die Schweiz aus einer enorm starken Position in den kommenden Winter. Marco Odermatt gewann 2025/26 zum fünften Mal in Folge den Gesamtweltcup und sicherte sich zusätzlich zwei kleine Kristallkugeln. Insgesamt erreichte das Schweizer Alpin-Team in der vergangenen Saison 50 Weltcup-Podestplätze und gewann erneut die Nationenwertung.

Wie tief der Skisport in der Schweiz verankert ist, zeigt auch ein aktueller Belmedia-Beitrag über die Bedeutung von Fussball, Eishockey und Ski für das Schweizer Sportpublikum.

Die Erwartungen bleiben entsprechend hoch. Gleichzeitig verändert sich das Frauen-Team grundlegend. Lara Gut-Behrami erklärte Anfang August nach fast zwei Jahrzehnten im Spitzensport ihren Rücktritt. Nach ihrer schweren Knieverletzung entschied sich die Tessinerin gegen einen weiteren Comeback-Versuch.

Michelle Gisin kämpft um die Rückkehr

Auch Michelle Gisin befindet sich nach ihrem schweren Sturz vom vergangenen Dezember weiterhin im Wiederaufbau. Ihre Rehabilitation läuft, ein definitiver Zeitpunkt für die Rückkehr in den Weltcup ist jedoch noch offen. Damit beginnt der kommende Winter bei den Schweizer Frauen mit mehreren Fragezeichen und gleichzeitig mit Chancen für jüngere Fahrerinnen.

Während Europa schwitzt, wird anderswo bereits gefahren

Ganz ohne Skirennen ist selbst der August nicht. Auf der südlichen Hemisphäre laufen bereits FIS-Wettkämpfe. In Cardrona in Neuseeland stehen vom 24. bis 26. August Riesenslaloms auf dem Programm, auch in Australien und Südamerika finden im August und September Rennen statt. Für einige Athletinnen und Athleten gehören diese Wettkämpfe zur Vorbereitung auf den europäischen Winter.

Auch die nordischen Disziplinen sind bereits aktiv

In der Nordischen Kombination ging am vergangenen Wochenende bereits der Sommer-Grand-Prix zu Ende. Ema Volavsek aus Slowenien und der Deutsche David Mach holten die Gesamtwertungen nach Wettbewerben in Bischofshofen, Oberstdorf und Chaux-Neuve.

Für die Schweizer Wintersportteams beginnt damit eine entscheidende Phase. In den kommenden Wochen werden Trainingsumfänge erhöht, Materialtests intensiviert und die ersten Schneetrainings unter möglichst wettkampfnahen Bedingungen durchgeführt.

Der Winter scheint Ende August noch weit entfernt. Für Odermatt, die Schweizer Nachwuchsteams und sämtliche anderen Wintersportler ist die Saison 2026/27 aber längst im Gang – nur eben noch ohne Weltcuppunkte und meist weit weg von den grossen Fernsehkameras.

 

Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Titelbild: KI-Bild

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