Marcel Hirscher fehlt in Sölden – Comeback erneut verschoben
von belmedia Redaktion Allgemein Magazine nachrichtenticker.ch News Orte Schweiz Sport & Spiel sportaktuell.ch sportnachrichten.ch Themen Wintersport Ⳇ Verbreitung
Der Ski-Weltcup startet ohne Marcel Hirscher in die neue Saison. Der achtfache Gesamtweltcupsieger verzichtet auf den Riesenslalom vom 25. Oktober 2026 in Sölden. Trotz positiver Fortschritte im Training fühlt sich der 37-Jährige noch nicht bereit für die Rückkehr in den Rennbetrieb. Ausschlaggebend sind fehlende Trainingskilometer und zu grosse Zeitrückstände auf die Weltspitze.
Die Entscheidung wurde am Samstag, 17. Oktober, durch Hirschers Management bekannt gegeben. Der ehemalige österreichische Skistar, der inzwischen für die Niederlande startet, hatte zuletzt gemeinsam mit dem österreichischen Nationalteam auf dem Rettenbachferner trainiert. Dabei zeigte sich, dass die Abstände zu den schnellsten Fahrern noch zu gross sind. Hirscher will deshalb mit seinem nächsten Weltcupstart warten.
Damit fehlt beim traditionellen Saisonauftakt einer der erfolgreichsten Skirennfahrer der Geschichte. Für die Schweizer Riesenslalom-Spezialisten um Marco Odermatt und Loïc Meillard ändert sich die Vorbereitung auf Sölden kaum. Hirscher bleibt jedoch ein möglicher Konkurrent für den weiteren Saisonverlauf. Wann der Ausnahmeathlet tatsächlich sein nächstes Weltcuprennen bestreitet, ist noch offen.
Hirscher fehlt noch die Rennform
Marcel Hirscher hat seine Rückkehr auf die Weltcup-Pisten erneut verschoben. Der 37-Jährige war in den vergangenen Wochen intensiv mit der Vorbereitung auf den Winter 2026/27 beschäftigt.
Neben Trainingsaufenthalten auf Schnee absolvierte er auch Einheiten auf dem Rettenbachferner in Sölden. Dort konnte er seine Geschwindigkeit unmittelbar mit Fahrern des österreichischen Nationalteams vergleichen.
Die Erkenntnisse fielen ernüchternd aus. Obwohl seine sportliche Entwicklung grundsätzlich positiv verläuft, fehlen ihm nach der langen Wettkampfpause noch wichtige Trainingseinheiten.
Die Rückstände auf die schnellsten Fahrer waren zu gross, um bereits beim Saisonauftakt eine konkurrenzfähige Leistung erwarten zu können.
Kreuzbandriss stoppte das erste Comeback
Hirscher hatte seine ursprüngliche Karriere 2019 nach acht Gesamtweltcupsiegen beendet.
Im Herbst 2024 kehrte er überraschend zurück. Nach dem Wechsel zum niederländischen Skiverband startete er in Sölden erstmals wieder im Weltcup und belegte im Riesenslalom den 23. Rang.
Insgesamt bestritt er drei Weltcuprennen, ehe seine Rückkehr im Dezember 2024 abrupt endete.
Bei einem Training auf der Reiteralm erlitt er ohne Sturz einen Kreuzbandriss im linken Knie.
Die schwere Verletzung machte eine längere Rehabilitation erforderlich. Auch die geplante Rückkehr während der Olympiasaison 2025/26 kam nicht zustande. Eine Viruserkrankung erschwerte damals den Trainingsaufbau zusätzlich.
Vier Wildcards verändern die Planung
Die Entscheidung gegen Sölden hängt auch mit dem neuen Wildcard-System des internationalen Skiverbandes FIS zusammen.
Hirscher stehen für die kommende Saison jeweils vier Wildcards im Slalom und Riesenslalom zur Verfügung.
Mit einer solchen Startberechtigung kann er unmittelbar hinter den besten 30 Fahrern ins Rennen gehen.
Erreicht er einen Platz unter den ersten 30, bleibt die eingesetzte Wildcard erhalten. Bei einer schlechteren Platzierung wird sie verbraucht.
Damit gewinnt jeder einzelne Start für Hirscher an Bedeutung. Statt bereits beim ersten Weltcuprennen anzutreten, will er seine begrenzten Möglichkeiten erst nutzen, wenn seine Form entsprechend verbessert ist.
Bereits Anfang Oktober hatte die neue Wildcard-Regelung für Hirschers Comeback die Ausgangslage für den kommenden Winter verändert.
Slalom und Riesenslalom bleiben seine Ziele
Ein Rücktritt vom Rücktritt steht für Hirscher weiterhin nicht zur Diskussion.
Der ehemalige Dominator des alpinen Skisports will in der Saison 2026/27 sowohl im Riesenslalom als auch im Slalom antreten.
Beide Disziplinen sind für ihn eng miteinander verbunden. Während der Slalom schnelle Bewegungen und präzise Reaktionen verlangt, erfordert der Riesenslalom eine besonders saubere Linienwahl.
Sein langfristiger Trainingsaufbau soll ihm ermöglichen, wieder mit der Weltspitze mitzuhalten.
Ob er bereits bei einem der nächsten Slalomrennen oder erst bei einem späteren Riesenslalom startet, wird von seiner weiteren Entwicklung abhängen.
Schweizer Stars starten ohne Hirscher
Für die Schweizer Mannschaft beginnt der Weltcupwinter am 25. Oktober auf dem Rettenbachferner.
Marco Odermatt gehört seit mehreren Jahren zur absoluten Weltspitze im Riesenslalom. Auch Loïc Meillard zählt zu den international erfolgreichen Technikern.
Hirscher hätte dem Saisonauftakt zusätzliche Aufmerksamkeit verliehen. Seine Rückkehr wäre ein sportlich besonders interessantes Duell mit einer neuen Generation von Spitzenfahrern gewesen.
Der Österreicher mit niederländischer Lizenz gewann zwischen 2012 und 2019 achtmal hintereinander den Gesamtweltcup und prägte eine ganze Ära.
Nun muss sich zeigen, ob der inzwischen 37-Jährige nach seiner schweren Knieverletzung nochmals das Niveau erreicht, das für erfolgreiche Weltcuprennen erforderlich ist.
Der Weg zurück bleibt offen
Für Hirscher hat der langfristige Aufbau Vorrang vor einem überstürzten Renneinsatz.
Seine Entscheidung macht deutlich, dass Erfahrung und frühere Erfolge allein nicht genügen, um nach einer langen Pause sofort wieder konkurrenzfähig zu sein.
Die kommenden Trainingswochen werden entscheidend sein. Erst wenn seine Zeiten und sein körperliches Leistungsvermögen einen Weltcupstart rechtfertigen, soll die Rückkehr erfolgen.
Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert