Ronaldo für 30 Tage gesperrt – Nationalteam-Comeback im November möglich
von belmedia Redaktion Allgemein Europa Fussball International Magazine nachrichtenticker.ch Nations League News Orte Schweiz soccer.ch Spiele Sport Sport & Spiel sportaktuell.ch sportnachrichten.ch Themen Ⳇ Verbreitung
Cristiano Ronaldo ist vom portugiesischen Fussballverband für 30 Tage gesperrt worden. Der Disziplinarrat verhängt gegen den 41-jährigen Nationalmannschaftskapitän zudem eine Busse von 255 Euro. Grund ist seine eigenmächtige Abreise aus dem Trainingslager in Kopenhagen am 30. September 2026. Weil bereits 19 Sperrtage angerechnet werden, könnte Ronaldo im November in die Nationalmannschaft zurückkehren.
Der Konflikt begann beim 2:1-Auswärtssieg gegen Norwegen. Nationaltrainer Jorge Jesus liess Ronaldo während der gesamten Partie auf der Ersatzbank, obwohl ihm nach eigener Darstellung ein Einsatz von rund 30 Minuten zugesagt worden war. Nach weiteren Meinungsverschiedenheiten über die öffentliche Kommunikation verliess Ronaldo das portugiesische Team vor dem Nations-League-Spiel gegen Dänemark.
Der Entscheid beendet das Disziplinarverfahren, nicht aber die Diskussion über Ronaldos Zukunft in der Seleção. Für den portugiesischen Verband geht es darum, die Autorität des Trainers zu wahren und zugleich den erfolgreichsten Nationalspieler seiner Geschichte wieder einzubinden. Auch in der Schweiz sorgt die Frage nach dem Umgang mit einem Weltstar für Aufmerksamkeit.
Der Disziplinarrat spricht ein klares Urteil
Am Montag, 19. Oktober, fällt der portugiesische Fussballverband seinen Entscheid im Verfahren gegen Cristiano Ronaldo.
Der Disziplinarrat sieht einen vorsätzlichen Verstoss gegen Artikel 160 Absatz 1 des Verbandsreglements als erwiesen an.
Diese Bestimmung betrifft Spieler, die ohne ausreichende Rechtfertigung eine Aktivität der Nationalmannschaft verlassen oder einem Aufgebot nicht nachkommen.
Ronaldo erhält eine Sperre von 30 Tagen und eine zusätzliche Geldbusse von 255 Euro.
Bemerkenswert ist die vergleichsweise geringe Sanktion. Der mögliche Strafrahmen hätte bis zu sechs Monate betragen.
Das Gericht berücksichtigt unter anderem Ronaldos sportliche Verdienste und seine bisherige disziplinarische Bilanz.
Der Streit begann beim Sieg gegen Norwegen
Ausgangspunkt der Affäre ist der 27. September.
Portugal gewinnt in Oslo gegen Norwegen mit 2:1. Ronaldo bleibt jedoch während der gesamten Begegnung auf der Ersatzbank.
Nach seiner Darstellung hatte Jorge Jesus ihm zuvor einen Einsatz von ungefähr 30 Minuten angekündigt.
Der Stürmer beginnt deshalb bereits zur Halbzeit mit dem Aufwärmen, kommt aber nicht zum Einsatz.
Enttäuscht verlässt Ronaldo nach dem Schlusspfiff den Platz, ohne sich gemeinsam mit seinen Mannschaftskollegen bei den mitgereisten Fans zu bedanken.
Später entschuldigt er sich dafür.
Eine Aussprache verschärft den Konflikt
Nach dem Spiel versuchen Spieler und Trainer, die Differenzen intern zu klären.
Ronaldo erklärt später, es habe eine Vereinbarung über die öffentliche Darstellung der Ereignisse gegeben. Dafür seien acht Punkte schriftlich festgehalten worden.
Bei der anschliessenden Pressekonferenz in Kopenhagen sieht er diese Absprache erneut verletzt.
Jorge Jesus betont dagegen seine Entscheidungsfreiheit als Nationaltrainer. Der Status eines Spielers dürfe nicht bestimmen, wer eingesetzt werde.
Am 30. September reist Ronaldo vorzeitig ab.
Wie im Disziplinarverfahren gegen den portugiesischen Captain festgehalten wird, folgt zunächst eine vorsorgliche Suspendierung.
31 verpasste Aktivitäten im Nationalteam
Der nun veröffentlichte Entscheid zeigt, dass Ronaldos Abreise weitreichende Folgen für den laufenden Lehrgang hatte.
Der Verband zählt insgesamt 31 Aktivitäten auf, bei denen der Captain anschliessend fehlte.
Dazu gehören Trainingseinheiten, Mannschaftsbesprechungen und die beiden Nations-League-Spiele gegen Dänemark und Norwegen.
Ronaldo hatte sich nach seiner Abreise öffentlich entschuldigt und erklärt, eine disziplinarische Sanktion akzeptieren zu wollen.
Seine Vorwürfe gegen Jorge Jesus hielt er dennoch aufrecht.
Portugal gewinnt auch ohne Ronaldo
Sportlich übersteht Portugal den Konflikt bemerkenswert erfolgreich.
Am 1. Oktober gewinnt die Mannschaft auswärts gegen Dänemark mit 4:2.
Drei Tage später folgt ein weiterer 2:1-Erfolg gegen Norwegen.
Die Seleção steht damit nach vier Spielen bei zwölf Punkten und führt ihre Nations-League-Gruppe ohne Verlustpunkt an.
Die Resultate zeigen, dass Jorge Jesus genügend offensive Alternativen besitzt. Besonders Gonçalo Ramos, João Félix und weitere jüngere Nationalspieler erhalten neue Möglichkeiten.
Für Ronaldo bedeutet das eine veränderte Ausgangslage. Sein historischer Stellenwert ist unbestritten, ein Stammplatz hingegen nicht selbstverständlich.
Der Weg zurück ist bereits offen
Von der verhängten Sperre sind 19 Tage bereits verbüsst. Die restlichen elf Tage reichen damit bis Ende Oktober.
Portugals nächste Länderspiele finden erst im November statt.
Am 14. November empfängt die Mannschaft Dänemark, am 17. November folgt das Auswärtsspiel gegen Wales.
Eine Nominierung Ronaldos ist damit zeitlich möglich.
Verbandspräsident Pedro Proença hat bereits deutlich gemacht, dass er den langjährigen Captain weiterhin im Nationalteam sehen möchte.
Auch Ronaldo hat seine internationale Karriere nicht beendet.
Die entscheidende Frage ist deshalb weniger die Sperrdauer als das Verhältnis zu Jorge Jesus. Beide müssen einen gemeinsamen sportlichen Weg finden, wenn die Zusammenarbeit fortgesetzt werden soll.
Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert