Ski-Weltcup in Sölden: Meillard erstmals auf dem Podest – Odermatt Dritter, Braathen siegt

Loïc Meillard hat seinen Sölden-Fluch endlich besiegt. Der Schweizer Skirennfahrer fährt am Sonntag, 25. Oktober 2026, beim Riesenslalom auf dem Rettenbachgletscher erstmals auf das Podest und belegt den zweiten Platz. Nur Lucas Pinheiro Braathen aus Brasilien ist schneller. Marco Odermatt komplettiert als Dritter das Schweizer Doppelpodest.

Für den 29-jährigen Meillard ist dieser Erfolg besonders wertvoll. In den vergangenen Jahren wurde der Weltcupauftakt in Sölden immer wieder von technischen Problemen, Verletzungen und einer schwierigen Vorbereitung überschattet. Diesmal reist der Walliser bestens vorbereitet an und belohnt sich mit seinem bisher grössten Erfolg auf dem österreichischen Gletscher.

Pinheiro Braathen gewinnt das Rennen in 1:44,72 Minuten. Meillard verliert 48 Hundertstelsekunden, Odermatt liegt nur eine Hundertstelsekunde hinter seinem Schweizer Teamkollegen. Der Brasilianer verhindert damit einen Schweizer Doppelsieg.

SPORTAKTUELL.CH INFORMIERT
Das Wichtigste auf einen Blick
Rennen: Riesenslalom der Männer in Sölden (Österreich).
Datum: Sonntag, 25. Oktober 2026.
Sieger: Lucas Pinheiro Braathen (Brasilien), 1:44,72 Minuten.
2. Platz: Loïc Meillard (Schweiz), +0,48 Sekunden.
3. Platz: Marco Odermatt (Schweiz), +0,49 Sekunden.
Besonderheit: Meillards erster Podestplatz beim Weltcupauftakt in Sölden.
Weitere Schweizer: Thomas Tumler (23.) und Lenz Hächler (25.).
Was das bedeutet
Nach mehreren enttäuschenden Auftritten in Sölden gelingt Loïc Meillard endlich der Sprung auf das Podest. Der Walliser bestätigt seine starke Form und liegt im vierten Weltcup-Riesenslalom in Folge vor Marco Odermatt. Für die Schweiz beginnt die neue Weltcupsaison mit zwei Podestplätzen.

Loïc Meillard beendet eine lange Durststrecke in Sölden

Für Loïc Meillard war Sölden während vieler Jahre kein besonders erfolgreiches Pflaster. Obwohl der Schweizer längst zur Weltspitze im alpinen Skisport gehört, gelang ihm auf dem Rettenbachgletscher bisher kein Podestplatz.

Sein bestes Resultat beim traditionellen Weltcupauftakt war zuvor der fünfte Rang im Jahr 2020.

In den folgenden Jahren musste der Walliser immer wieder Rückschläge hinnehmen. Besonders bitter verlief das Rennen 2023, als sich im ersten Durchgang unerwartet eine Skibindung löste und Meillard ausschied.

Ein Jahr später machten ihm Rückenbeschwerden einen Strich durch die Rechnung. Eine Bandscheibenverletzung verhinderte seinen Start beim Weltcupauftakt 2024.

Am Sonntag gelingt nun die ersehnte Wende.

Meillard zeigt zwei starke Läufe und sichert sich mit 48 Hundertstelsekunden Rückstand auf Sieger Lucas Pinheiro Braathen den zweiten Platz.

Eine veränderte Vorbereitung bringt den Erfolg

Ein entscheidender Grund für den gelungenen Saisonstart liegt in der Vorbereitung.

In der Vergangenheit hatte Meillard insbesondere nach längeren Reisen mit körperlichen Beschwerden zu kämpfen.

Während eines früheren Trainingslagers in Neuseeland traten Rückenprobleme auf. Nach Einschätzung seines Trainers Matteo Joris hatte Meillard seinem Körper nach der langen Anreise zu wenig Zeit zur Regeneration gegeben.

Für die Vorbereitung auf den Winter 2026/27 wurde deshalb bewusst ein anderer Weg gewählt.

Meillard reiste zwei Tage früher nach Neuseeland, um sich besser an die Zeitverschiebung und die Belastung anzupassen.

Dadurch konnte er sein Trainingsprogramm unter günstigeren Voraussetzungen absolvieren.

Ein weiterer Vorteil kam unmittelbar vor dem Saisonstart hinzu: Erstmals seit mehreren Jahren konnte Meillard am Wochenende vor dem Rennen auf der Wettkampfstrecke in Sölden trainieren.

Die zusätzliche Streckenkenntnis und die störungsfreie Vorbereitung zahlten sich aus.

Meillard überzeugt mit Präzision und Selbstvertrauen

Im ersten Durchgang zeigt der Walliser bereits, dass mit ihm zu rechnen ist.

Auf der wegen starker Windböen verkürzten Strecke verliert er lediglich 24 Hundertstelsekunden auf den führenden Lucas Pinheiro Braathen.

Damit geht Meillard als Zweiter in die Entscheidung.

Auch im zweiten Lauf bleibt der Schweizer konzentriert. Besonders im unteren Streckenabschnitt gelingt es ihm, gegenüber Marco Odermatt entscheidende Zeit gutzumachen.

Im Ziel liegt Meillard schliesslich eine Hundertstelsekunde vor seinem Teamkollegen.

Der zweite Platz bedeutet für ihn mehr als einen gelungenen Saisonauftakt: Er beweist, dass er auch auf einer Strecke erfolgreich sein kann, die ihm in der Vergangenheit wenig Glück gebracht hatte.

Erstes Weltcuprennen als Vater – bald folgt der 30. Geburtstag

Auch privat erlebt Loïc Meillard eine besondere Zeit.

Der Schweizer bestreitet in Sölden sein erstes Weltcuprennen seit der Geburt seines Kindes.

Der erfolgreiche Auftakt erhält dadurch eine zusätzliche Bedeutung.

Am kommenden Donnerstag, 29. Oktober 2026, feiert Meillard ausserdem seinen 30. Geburtstag.

Mit dem ersten Podestplatz in Sölden macht er sich bereits wenige Tage zuvor ein sportliches Geburtstagsgeschenk.

Der Erfolg bestätigt zugleich, dass der Slalom-Olympiasieger und Weltmeister auch im Riesenslalom zu den stärksten Fahrern der Welt gehört.

Marco Odermatt verliert nur eine Hundertstelsekunde auf Meillard

Auch Marco Odermatt kann mit seinem Saisonauftakt zufrieden sein.

Der Nidwaldner liegt nach dem ersten Lauf mit 55 Hundertstelsekunden Rückstand auf dem vierten Platz.

Im zweiten Durchgang greift er deutlich entschlossener an und verbessert sich auf Rang drei.

Auf Meillard fehlt ihm am Ende lediglich eine Hundertstelsekunde.

Odermatt hatte während der Vorbereitung mit einer leichten Muskelverletzung zu kämpfen und fühlte sich nach eigenen Angaben noch nicht auf seinem gewohnt hohen Leistungsniveau.

Umso wertvoller ist für ihn der Podestplatz beim ersten Rennen des Winters.

Es ist sein 200. Weltcuprennen und zugleich sein 103. Podestplatz.

Damit erreicht Odermatt in mehr als der Hälfte seiner bisherigen Weltcupstarts einen Platz unter den besten drei Fahrern.

Odermatt stellt Schweizer Riesenslalom-Rekord auf

Mit seinem dritten Platz erreicht Marco Odermatt ausserdem einen historischen Meilenstein.

Der Nidwaldner steht im Riesenslalom zum 47. Mal auf einem Weltcup-Podest.

Damit übertrifft er die bisherige Schweizer Bestmarke von Michael von Grünigen und Vreni Schneider, die in dieser Disziplin jeweils 46 Podestplätze erreicht hatten.

Auch in der Gesamtstatistik gehört Odermatt inzwischen zu den erfolgreichsten Skirennfahrern der Geschichte.

Mit 103 Weltcup-Podestplätzen liegt er in dieser Wertung hinter Ingemar Stenmark und Marcel Hirscher auf dem dritten Platz der Männer.

Auf seinen 55. Weltcupsieg muss der Schweizer allerdings noch warten.

Lucas Pinheiro Braathen fährt der Konkurrenz davon

Während die beiden Schweizer um die weiteren Podestplätze kämpfen, lässt Lucas Pinheiro Braathen an seiner Überlegenheit keine Zweifel aufkommen.

Der für Brasilien startende Norweger führt bereits nach dem ersten Lauf.

Auch im zweiten Durchgang behauptet er seine Position und gewinnt mit einer Gesamtzeit von 1:44,72 Minuten.

Der Vorsprung auf Loïc Meillard beträgt 48 Hundertstelsekunden.

Für Pinheiro Braathen ist es der zweite Weltcupsieg in Sölden. Bereits 2020 hatte er auf dem Rettenbachgletscher triumphiert, damals noch unter norwegischer Flagge.

Mit dem aktuellen Erfolg setzt er seine Siegesserie im Riesenslalom fort.

Saisonübergreifend gewinnt der 26-Jährige zum vierten Mal hintereinander ein Weltcuprennen in dieser Disziplin.

Damit unterstreicht er seine Ambitionen, die Riesenslalom-Kristallkugel aus dem vergangenen Winter erfolgreich zu verteidigen.

Thomas Tumler und Lenz Hächler sammeln Weltcuppunkte

Hinter dem Schweizer Spitzenduo erreichen zwei weitere Fahrer den zweiten Durchgang.

Thomas Tumler beendet das Rennen auf dem 23. Platz. Der Bündner verliert insgesamt 1,89 Sekunden auf den Sieger.

Lenz Hächler klassiert sich mit 2,14 Sekunden Rückstand auf Rang 25.

Für den 23-jährigen Hächler ist es erst das zweite Mal in seiner Weltcupkarriere, dass er Punkte gewinnt.

Vier weitere Schweizer verpassen die Qualifikation für den zweiten Lauf.

Fadri Janutin wird im ersten Durchgang 41., Luca Aerni belegt Platz 42, Gino Caviezel Rang 49 und Giuliano Fux Rang 61.

Für Caviezel steht nach seiner schweren Verletzung von Bormio im Dezember 2024 vor allem die Rückkehr in den regulären Weltcupbetrieb im Vordergrund.

Schweizer Skiteam startet mit zwei Podestplätzen in den Winter

Der Riesenslalom in Sölden zeigt bereits zum Saisonauftakt, dass die Schweizer Mannschaft erneut zu den stärksten Nationen gehört.

Loïc Meillard und Marco Odermatt belegen hinter Lucas Pinheiro Braathen die Plätze zwei und drei.

Besonders Meillards Leistung ist ein wichtiges Signal. Nach mehreren schwierigen Jahren in Sölden kann der Walliser den Weltcupauftakt erstmals mit einem Podestplatz abschliessen.

Für die Riesenslalomfahrer geht es Ende November in Copper Mountain in den USA weiter.

Zuvor stehen die ersten Slalomrennen der Saison auf dem Programm: am 15. November in Levi und am 22. November in Gurgl.

RENNERGEBNIS
Riesenslalom Sölden 2026 – Männer
25. Oktober 2026 · Endstand nach zwei Läufen
Rang Fahrer / Nation Zeit / Rückstand
1. Lucas Pinheiro Braathen (BRA) 1:44,72
2. Loïc Meillard (SUI) +0,48
3. Marco Odermatt (SUI) +0,49
4. River Radamus (USA) +0,82
5. Raphael Haaser (AUT) +0,86
6. Fabian Gratz (GER) +0,95
7. Alex Vinatzer (ITA) +1,08
8. Eirik Hystad Solberg (NOR) +1,09
9. Léo Anguenot (FRA) +1,10
10. Patrick Feurstein (AUT) +1,11
23. Thomas Tumler (SUI) +1,89
25. Lenz Hächler (SUI) +2,14
Schweizer Bilanz: Zwei Podestplätze durch Loïc Meillard und Marco Odermatt. Insgesamt vier Schweizer erreichen die Weltcuppunkte. Meillard steht erstmals in Sölden auf dem Podest, Odermatt erzielt seinen 103. Weltcup-Podestplatz.

 

Quelle: Blick / SRF Sport / ORF Sport / sda / belmedia-Redaktion
Titelbild: Symbolbild © GN.Studio – shutterstock.com

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