Beat Zehnder verlässt Audi – nach 39 Jahren endet eine Sauber-Ära

Ein bedeutendes Kapitel der Schweizer Formel-1-Geschichte geht zu Ende. Beat Zehnder verlässt das Audi Revolut F1 Team per Ende Dezember 2026 nach nahezu 39 Jahren beim Rennstall aus Hinwil. Der langjährige Sauber-Teammanager gehörte seit 1988 zur Organisation und begleitete sie vom Sportwagenrennsport bis zum heutigen Audi-Werksteam. Mit seinem Abschied verliert der Schweizer Rennstall eine seiner prägendsten Persönlichkeiten.

Der 60-jährige Zürcher hatte seine langjährige Tätigkeit an der Rennstrecke bereits 2025 beendet. Nach 601 aufeinanderfolgenden Formel-1-Grands-Prix wechselte Zehnder in die Funktion des Director of Signature Programs and Operations. Dort kümmerte er sich unter anderem um die historische Fahrzeugsammlung, besondere Projekte und die Weiterentwicklung der Infrastruktur. Nun endet auch diese Zusammenarbeit.

Für den Schweizer Motorsport besitzt der Abschied eine besondere Bedeutung. Zehnder verkörperte über Jahrzehnte die Kontinuität des Rennstalls, während Besitzer, Teamchefs, Fahrer und Sponsoren wechselten. Audi treibt unter Mattia Binotto den Aufbau seines Formel-1-Werksteams in Hinwil weiter voran. Mit Zehnders Ausscheiden verliert das Unternehmen eine wichtige persönliche Verbindung zur ursprünglichen Sauber-Organisation.

AUTOSPORT.CH INFORMIERT
Das Wichtigste auf einen Blick
Abschied: Beat Zehnder verlässt Audi Ende Dezember 2026.
Karriere: Seit März 1988 beim Rennstall von Peter Sauber in Hinwil.
Rekord: 601 aufeinanderfolgende Formel-1-Grands-Prix und zuvor 36 Sportwagen-WM-Rennen.
Letzte Funktion: Director of Signature Programs and Operations.
Audi-Führung: Mattia Binotto verantwortet das Werksteam als CEO und Teamchef.
Was das bedeutet
Mit Zehnders Abschied verliert Audi einen erfahrenen Kenner der Formel-1-Regeln, der Teamorganisation und der Sauber-Geschichte. Der personelle Wechsel fällt in eine Phase, in der das Werksteam seine Strukturen weiterentwickelt und bis 2030 an die Weltspitze gelangen will.

1988 begann eine aussergewöhnliche Karriere

Beat Zehnder kam am 8. März 1988 zum Rennstall von Peter Sauber. Zuvor hatte er bei Sulzer in Winterthur eine Ausbildung zum Maschinenmechaniker absolviert.

Sein ursprüngliches Berufsziel lag nicht im Motorsport. Zehnder wollte als Mechaniker auf Schiffen arbeiten und die Welt bereisen.

Über eine Stellenanzeige gelangte er schliesslich zu Sauber. Dort arbeitete er zunächst als Mechaniker im erfolgreichen Sportwagenprogramm mit Mercedes-Benz.

Den Triumph beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans 1989 erlebte er ebenso wie die Weltmeistertitel im Sportwagenrennsport.

Vom Mechaniker zum unverzichtbaren Teammanager

Als Sauber 1993 beim Grossen Preis von Südafrika erstmals in der Formel 1 antrat, gehörte Zehnder bereits zur Mannschaft.

Ein Jahr später übernahm er die Funktion des Teammanagers.

Sein Aufgabenbereich umfasste die Organisation des Rennbetriebs, die Kommunikation mit der FIA und die Einhaltung der komplexen sportlichen Vorschriften.

Zehnder wurde zu einem der angesehensten Regelkenner im Formel-1-Fahrerlager.

Er arbeitete unter anderem mit Michael Schumacher, Kimi Räikkönen, Felipe Massa, Robert Kubica, Charles Leclerc und Valtteri Bottas zusammen.

601 Rennen ohne Unterbruch

Besonders bemerkenswert ist seine aussergewöhnliche Zuverlässigkeit.

Seit Saubers Formel-1-Debüt 1993 begleitete Zehnder 601 Grands Prix hintereinander an der Rennstrecke.

Erst nach dem Grossen Preis von Monaco 2025 endete diese Serie.

Zuvor hatte er bereits 36 Sportwagen-WM-Rennen für Sauber absolviert.

Insgesamt erlebte er die verschiedenen Entwicklungsphasen des Teams unmittelbar mit: Sauber, BMW Sauber, die Rückkehr zur Eigenständigkeit, Alfa Romeo, Kick Sauber und schliesslich Audi.

Seine Rolle veränderte sich bereits 2025

Im Oktober 2024 kündigte Sauber eine grundlegende Anpassung der sportlichen Führungsstruktur an.

Der ehemalige Ferrari-Stratege Iñaki Rueda übernahm Zehnders bisherige Aufgaben im sportlichen Bereich.

Im Frühjahr 2025 wechselte Zehnder vollständig in seine neue Funktion als Director of Signature Programs and Operations.

Dort beschäftigte er sich mit Infrastrukturprojekten, historischen Rennfahrzeugen und der Weiterentwicklung besonderer Motorsportprogramme.

Der Schweizer blieb damit weiterhin ein wichtiger Bestandteil des Unternehmens, auch wenn er nicht mehr regelmässig an der Boxenmauer stand.

Audi baut seine eigene Identität auf

Der vollständige Abschied erfolgt während des ersten Formel-1-Jahres von Audi.

Mit der Übernahme des Sauber-Rennstalls hat der deutsche Automobilhersteller eine umfassende organisatorische und technische Neuausrichtung eingeleitet.

Das Unternehmen entwickelt seine Rennwagen in Hinwil und arbeitet beim Antrieb mit dem Standort Neuburg an der Donau zusammen.

Unter Mattia Binotto verfolgt Audi das Ziel, bis 2030 um Weltmeisterschaften kämpfen zu können.

Dabei soll eine eigenständige internationale Werksteamstruktur entstehen.

Für die Schweizer Motorsportgeschichte endet mit Zehnders Ausscheiden zugleich eine aussergewöhnlich lange persönliche Verbindung zwischen der ursprünglichen Sauber-Mannschaft und ihrer heutigen Nachfolgeorganisation.

AKTUELLER STAND
Beat Zehnder – Karriere und Abschied bei Audi
30. Oktober 2026 · Formel 1 · Hinwil
Merkmal Angaben
Name Beat Zehnder
Nationalität Schweiz
Geburtsort Richterswil ZH
Eintritt bei Sauber 8. März 1988
Erste Aufgabe Mechaniker Sportwagenprogramm
Formel-1-Einstieg 1993 mit Sauber
Teammanager seit 1994
Formel-1-Rennserie 601 Grands Prix in Folge
Sportwagen-WM 36 Rennen
Letzter regulärer GP Monaco 2025
Funktionswechsel 2025 – Signature Programs & Operations
Letzter Arbeitgeber Audi Revolut F1 Team
Abschied 31. Dezember 2026
Standort Hinwil, Kanton Zürich

 

Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert

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