Eishockey-WM 2027: Kasachstan als Ersatz für Deutschland im Gespräch
von belmedia Redaktion Allgemein Eishockey Europa Magazine nachrichtenticker.ch News Orte Schweiz Spiele Sport Sport & Spiel sportaktuell.ch sportnachrichten.ch swisshockey.ch Themen Weltmeisterschaft Ⳇ Verbreitung
Die Eishockey-Weltmeisterschaft 2027 könnte überraschend in Kasachstan stattfinden. Nachdem Deutschland wegen der vom Internationalen Sportgerichtshof CAS angeordneten Rückkehr Russlands einen Rückzug als Gastgeber in Betracht zieht, wird das zentralasiatische Land als mögliche Alternative gehandelt. Mit der Barys Arena in Astana und der Almaty Arena stünden zwei grosse Eishockeystadien zur Verfügung. Auch für die Schweizer Nationalmannschaft hätte ein Wechsel weitreichende Folgen.
Auslöser der Diskussion ist das CAS-Urteil vom 30. Oktober 2026. Das Gericht verpflichtete den Weltverband IIHF, russische Nationalmannschaften wieder zu internationalen Wettbewerben zuzulassen. Der Deutsche Eishockey-Bund lehnt eine Teilnahme Russlands weiterhin ab. DEB-Vorstandschef Frank H. Lutz erklärte deshalb, dass sogar eine Rückgabe der Weltmeisterschaft geprüft werden müsse.
Kasachstan rückt nun als denkbarer Ersatzgastgeber in den Fokus. Das Land hatte sich bereits um die Austragung der WM 2027 beworben und verfügt über moderne Hallen sowie Erfahrung mit internationalen Eishockeyveranstaltungen. Für die Schweiz steht besonders viel auf dem Spiel: Die Mannschaft soll am 13. Mai 2027 in Gelsenkirchen gegen Deutschland das Eröffnungsspiel vor mehr als 60’000 Zuschauern bestreiten.
Kasachstan könnte kurzfristig einspringen
Die Möglichkeit einer Weltmeisterschaft in Kasachstan wird nach den jüngsten Entwicklungen konkreter diskutiert.
Als mögliche Austragungsstätten gelten die Barys Arena in der Hauptstadt Astana sowie die Almaty Arena in der grössten Stadt des Landes.
Die 2015 eröffnete Barys Arena bietet bei Eishockeyspielen rund 12’000 Zuschauern Platz. Die Almaty Arena verfügt ebenfalls über eine Kapazität von ungefähr 12’000 Plätzen.
Beide Hallen wurden bereits für internationale Sportveranstaltungen genutzt. Eine Weltmeisterschaft mit 16 oder sogar 18 Nationalteams würde allerdings erhebliche organisatorische Anforderungen stellen.
Kasachstan war bereits bei der Vergabe der WM 2027 als Bewerber im Gespräch. Deutschland erhielt letztlich den Zuschlag.
Deutschland warnt vor wirtschaftlichen Risiken
Die mögliche Verlegung hängt unmittelbar mit dem Urteil des Internationalen Sportgerichtshofs zusammen.
Der CAS entschied am 30. Oktober, dass russische Nationalmannschaften wieder zu IIHF-Wettbewerben zugelassen werden müssen.
Der Deutsche Eishockey-Bund reagierte ablehnend. Vorstandschef Frank H. Lutz verwies auf die sicherheitsrelevanten, politischen und wirtschaftlichen Auswirkungen.
Besonders zusätzliche Sicherheitsmassnahmen könnten erhebliche Kosten verursachen.
Hinzu kommt die Frage, wie andere Nationen auf die Rückkehr Russlands reagieren. Lettland und die Ukraine gehören zum bisherigen WM-Teilnehmerfeld.
In einzelnen Ländern bestehen rechtliche und politische Hindernisse für Begegnungen mit russischen Mannschaften.
Deutschland prüft deshalb gemeinsam mit der IIHF, unter welchen Bedingungen die Weltmeisterschaft durchgeführt werden kann.
WM mit 18 Mannschaften als mögliche Lösung
Eine weitere diskutierte Variante betrifft die Zahl der Teilnehmer.
Bislang sind 16 Mannschaften für die Weltmeisterschaft vorgesehen. Russland gehört aufgrund seines bisherigen Ausschlusses nicht zu diesem Teilnehmerfeld.
Als aussergewöhnliche Lösung steht eine Erweiterung auf 18 Nationen zur Diskussion. In diesem Szenario könnten Russland und Belarus zusätzlich teilnehmen, während die bisher qualifizierten Mannschaften ihre Startplätze behalten.
Nach diesem Modell würden am Ende vier Nationen absteigen, damit 2028 wieder 16 Teams teilnehmen könnten.
Eine solche Erweiterung müsste vom Weltverband beschlossen werden. Insbesondere eine Teilnahme von Belarus ist nicht Bestandteil des CAS-Urteils zur russischen Nationalmannschaft.
Auch ein Kompromiss für 2028 wird diskutiert
Eine weitere Möglichkeit wäre, die sportlichen und organisatorischen Folgen der russischen Rückkehr erst für die Weltmeisterschaften ab 2028 vollständig umzusetzen.
Damit könnte Deutschland seine bereits fortgeschrittenen Vorbereitungen fortsetzen.
Allerdings müsste eine solche Lösung mit dem verbindlichen CAS-Urteil vereinbar sein.
Die IIHF erklärte nach dem Richterspruch, dass die Wiederzulassung umfangreiche Änderungen bei Spielplänen, Unterkünften, Reisen und Sicherheitskonzepten erforderlich machen könne.
Der Weltverband will diese Fragen gemeinsam mit den betroffenen Verbänden und Organisatoren bearbeiten.
Schweizer WM-Auftakt in Gelsenkirchen betroffen
Für die Schweizer Nationalmannschaft hat die Diskussion besondere Bedeutung.
Die Schweiz soll am Donnerstag, 13. Mai 2027, um 20.20 Uhr in der Veltins-Arena gegen Gastgeber Deutschland antreten.
Das Stadion bietet bei Eishockeyveranstaltungen Platz für mehr als 60’000 Zuschauer. Anschliessend soll die Mannschaft ihre weiteren Vorrundenspiele in Mannheim bestreiten.
Bereits die mögliche Rückgabe der Heim-WM durch Deutschland hatte erhebliche Fragen für die Turnierplanung aufgeworfen.
Ein Wechsel nach Kasachstan würde vor allem die Reiseorganisation verändern. Zwischen der Schweiz und Astana liegen mehrere tausend Kilometer.
Auch bereits gebuchte Hotelaufenthalte und Eintrittskarten wären von einer Verlegung betroffen.
Entscheidung der IIHF wird wegweisend
Die Weltmeisterschaft soll vom 13. bis 30. Mai 2027 stattfinden. Die Vorrunde ist bislang für Mannheim und Düsseldorf vorgesehen, das Eröffnungsspiel für Gelsenkirchen.
Die organisatorischen Vorbereitungen und der Ticketverkauf laufen bereits seit mehreren Monaten.
Ein vollständiger Gastgeberwechsel wäre deshalb ein aussergewöhnlicher Schritt.
Kasachstan bietet sich als mögliche Alternative an, während Deutschland weiterhin offiziell als Gastgeber vorgesehen ist.
Für die Schweiz bleibt damit vorerst der bisherige WM-Spielplan massgebend. Die nächsten Entscheidungen der IIHF werden zeigen, ob die Nationalmannschaft tatsächlich in Deutschland oder möglicherweise an einem völlig anderen Austragungsort um den Weltmeistertitel spielen wird.
Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert