Zverev verliert erstes Spiel als Weltnummer 1 gegen Musetti
von belmedia Redaktion Allgemein ATP Tour Europa Herren Magazine nachrichtenticker.ch News Orte Resultate Schweiz Sport Sport & Spiel sportaktuell.ch sportnachrichten.ch Tennis tennis.ch Themen Turniere Ⳇ Verbreitung
Alexander Zverev erlebt bei seinem ersten Auftritt als Nummer 1 der Tenniswelt eine herbe Enttäuschung. Der 29-jährige Deutsche verliert am Mittwoch, 4. November 2026, beim ATP-Masters in Paris gegen Lorenzo Musetti mit 6:7 (5:7), 2:6. Besonders bitter: Im Tiebreak des ersten Satzes führt Zverev bereits mit 5:2, ehe der Italiener fünf Punkte hintereinander gewinnt.
Musetti nutzt anschliessend die Verunsicherung seines Gegners und dominiert den zweiten Durchgang. Der Weltranglisten-24. verwertet zwei seiner sechs Breakmöglichkeiten und lässt selbst keinen einzigen Aufschlagverlust zu. Nach rund 100 Minuten steht sein überraschender Erfolg fest. Für Zverev endet das letzte Masters-Turnier der Saison bereits in der zweiten Runde.
Erst am Montag hatte Zverev den verletzten Jannik Sinner an der Spitze der ATP-Weltrangliste abgelöst. Nun gehört er zu einer kleinen Gruppe von Spielern, die ihr erstes Match als neue Nummer 1 verloren haben. Für den Deutschen bleiben die ATP Finals in Turin und die Davis-Cup-Endrunde als letzte grosse Aufgaben des Jahres.
Ein Tiebreak verändert die gesamte Partie
Der erste Satz verläuft zunächst ausgeglichen. Beide Spieler verteidigen ihre Aufschlagspiele, ohne ein Break zuzulassen.
Im Tiebreak scheint Zverev die Kontrolle zu übernehmen. Mit einer 5:2-Führung fehlen ihm nur noch zwei Punkte zum Satzgewinn.
Doch Musetti erhöht das Risiko und findet mit seinen variablen Schlägen zurück ins Spiel. Der Italiener gewinnt fünf Punkte in Folge und entscheidet den Tiebreak mit 7:5.
Für Zverev ist dieser Rückschlag besonders schwerwiegend. Der Deutsche hatte bis dahin keinen einzigen Breakball zugelassen und war bei eigenem Aufschlag weitgehend ungefährdet geblieben.
Musetti dominiert den zweiten Satz
Nach dem verlorenen Tiebreak verändert sich das Kräfteverhältnis deutlich.
Musetti greift immer häufiger mit seiner Rückhand an, variiert das Tempo und setzt gezielt Slice-Schläge ein. Zverev findet darauf keine überzeugenden Antworten.
Bereits beim Stand von 1:1 gelingt dem Italiener das erste Break.
Während Musetti seinen Vorsprung souverän verteidigt, unterlaufen Zverev zunehmend Fehler.
Ein weiterer Servicedurchbruch ermöglicht dem Italiener den 6:2-Satzgewinn.
Besonders auffällig ist die unterschiedliche Effizienz beim zweiten Aufschlag: Musetti gewinnt 62 Prozent dieser Punkte, Zverev lediglich 39 Prozent.
Zverev verliert trotz neun Assen
Die Matchstatistik zeigt, weshalb der Deutsche die Partie trotz ordentlicher Aufschlagwerte verliert.
Zverev serviert neun Asse und bringt 73 Prozent seiner ersten Aufschläge ins Feld. Musetti kommt auf acht Asse und eine Quote von 67 Prozent.
Der Italiener nutzt seine ersten Aufschläge allerdings wesentlich besser. Er gewinnt 79 Prozent der entsprechenden Punkte, Zverev lediglich 71 Prozent.
Auch bei den direkten Gewinnschlägen hat Musetti mit 29:25 die Nase vorne.
Entscheidend ist zudem die Fehlerquote. Der Deutsche produziert 21 unerzwungene Fehler, sein Gegner nur zwölf.
Historische Niederlage nach dem Aufstieg
Zverev hatte erst am 2. November erstmals die Spitze der ATP-Weltrangliste übernommen.
Der Deutsche löste den verletzten Jannik Sinner ab und wurde nach Boris Becker der zweite männliche Weltranglistenerste Deutschlands.
Sein historischer Aufstieg an die Weltranglistenspitze war das Ergebnis einer aussergewöhnlichen Saison mit Grand-Slam-Titeln bei den French Open und US Open.
Nun folgt unmittelbar eine unerwartete Niederlage.
Seit Einführung der ATP-Weltrangliste 1973 ist Zverev erst der fünfte Spieler, der sein erstes Match nach dem Aufstieg auf Rang eins verliert.
Musetti entwickelt sich zum Angstgegner
Für Lorenzo Musetti besitzt der Erfolg besondere Bedeutung.
Der 24-Jährige hat vier der letzten fünf Begegnungen mit Zverev gewonnen und führt im direkten Vergleich inzwischen mit 4:2.
Mit seinem variablen Spielstil stellt er den Deutschen regelmässig vor Schwierigkeiten.
Besonders seine einhändige Rückhand, überraschende Tempowechsel und präzise platzierte Bälle machen ihn zu einem unangenehmen Gegner.
Im Achtelfinal trifft Musetti nun auf den Franzosen Luca Van Assche, der zuvor Learner Tien bezwang.
Turin bleibt Zverevs nächstes grosses Ziel
Trotz des frühen Ausscheidens ist Zverevs Saison noch nicht beendet.
Vom 15. bis 22. November stehen die ATP Finals in Turin auf dem Programm. Dort treten die besten Spieler der Jahreswertung gegeneinander an.
Anschliessend reist der Deutsche zur Davis-Cup-Endrunde nach Bologna. Deutschland beginnt das Turnier am 26. November gegen Grossbritannien.
Nach seinem enttäuschenden Auftritt in Paris wird entscheidend sein, ob Zverev seine gewohnte Stabilität beim Aufschlag und in längeren Ballwechseln zurückgewinnt.
Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert