Djokovic scheitert sensationell – keine ATP Finals für den Rekordchampion
von belmedia Redaktion Allgemein ATP Tour Europa Herren Magazine nachrichtenticker.ch News Orte Resultate Schweiz Sport Sport & Spiel sportaktuell.ch sportnachrichten.ch Tennis tennis.ch Themen Turniere Ⳇ Verbreitung
Novak Djokovic erlebt beim ATP-Masters in Paris eine bittere Enttäuschung. Der 39-jährige Serbe verliert am Mittwoch, 4. November 2026, gegen den australischen Qualifikanten Rinky Hijikata überraschend mit 6:2, 3:6, 3:6. Damit verpasst der siebenfache ATP-Finals-Sieger erstmals seit 2017 wieder die sportliche Qualifikation für das Saisonfinale. Nach 2:16 Stunden ist auch seine Tennissaison beendet.
Djokovic startet überlegen und gewinnt den ersten Satz mit zwei Breaks. Doch der Weltranglisten-83. Hijikata steigert sich, übernimmt zunehmend die Kontrolle über die Ballwechsel und entscheidet die folgenden beiden Sätze jeweils mit 6:3 für sich. Besonders beim zweiten Aufschlag verliert der 24-fache Grand-Slam-Champion seine gewohnte Sicherheit.
Die Niederlage trifft Djokovic auch wegen seiner jüngsten Auftritte in der Schweiz. Bereits bei den Swiss Indoors Basel war er am 29. Oktober gegen Jan-Lennard Struff ausgeschieden. Mit Paris verliert er nun seine letzte Möglichkeit, sich für die ATP Finals vom 15. bis 22. November in Turin zu qualifizieren.
Djokovic beginnt wie ein klarer Favorit
Zu Beginn deutet wenig auf eine Überraschung hin. Djokovic kontrolliert die Ballwechsel, setzt seinen Gegner unter Druck und nimmt ihm zweimal den Aufschlag ab.
Mit 6:2 gewinnt er den ersten Satz. Hijikata, der erstmals beim Masters in Paris antritt, findet zunächst kaum Mittel gegen die präzisen Grundschläge des Serben.
Doch im zweiten Durchgang verändert sich das Spiel. Der Australier schlägt aggressiver, sucht häufiger den Weg ans Netz und zwingt Djokovic zunehmend in die Defensive.
Hijikata dreht die Partie
Beim Stand von 4:3 im zweiten Satz nutzt Hijikata seinen dritten Breakball. Anschliessend serviert er den Satz ohne Punktverlust zum 6:3 aus.
Im Entscheidungssatz hält der Australier auch unter Druck dagegen. Djokovic erspielt sich weitere Breakmöglichkeiten, kann diese aber nicht nutzen.
Beim Stand von 3:3 gelingt Hijikata der entscheidende Servicedurchbruch. Ein weiteres Break besiegelt den überraschenden Erfolg.
Der Qualifikant schlägt insgesamt 37 Winner, darunter 29 mit der Vorhand, und wehrt neun von elf Breakbällen ab.
Djokovic verliert die Kontrolle
Die Statistik zeigt den entscheidenden Unterschied: Während Djokovic beim ersten Aufschlag weiterhin solide bleibt, gewinnt er nach seinem zweiten Service lediglich 34 Prozent der Punkte.
Hijikata erreicht in derselben Kategorie 50 Prozent.
Auch fünf Doppelfehler erschweren dem Serben die Aufgabe. Besonders im dritten Satz findet er nicht mehr zu seiner anfänglichen Sicherheit zurück.
Djokovic erkennt nach der Partie die starke Leistung des Australiers an. Er erklärt, dass sein eigener Aufschlag nachgelassen habe und Hijikata praktisch keine Fehler mehr unterlaufen seien.
Turin findet ohne den Rekordchampion statt
Für Djokovic hat die Niederlage weitreichende Folgen.
Der siebenfache Gewinner der ATP Finals hätte in Paris mindestens das Halbfinal erreichen müssen, um seine Qualifikationschancen aufrechtzuerhalten.
Bereits beim überraschenden Ausscheiden bei den Swiss Indoors Basel hatte er wichtige Weltranglistenpunkte verloren.
2024 und 2025 war Djokovic sportlich qualifiziert, verzichtete jedoch auf eine Teilnahme am Saisonfinale. Letztmals hatte er die Qualifikation 2017 wegen seiner Ellbogenverletzung verpasst.
Sein siebter und bislang letzter Triumph in Turin datiert von 2023.
Hijikata feiert einen seiner grössten Siege
Für Rinky Hijikata ist der Erfolg gegen Djokovic ein weiterer Meilenstein.
Der 25-Jährige war im Juni noch auf Rang 106 der Weltrangliste gestanden und hatte sich seither kontinuierlich verbessert.
In Paris überstand er zunächst die Qualifikation. Gegen Djokovic feiert er nun seinen vierten Karrieresieg gegen einen Top-20-Spieler.
Im Achtelfinal wartet mit Tomás Martín Etcheverry ein weiterer anspruchsvoller Gegner. Der Argentinier hatte zuvor Alex de Minaur ausgeschaltet.
Djokovic richtet den Blick auf 2027
Nach seinem 102. ATP-Titel Anfang Oktober in Peking war Djokovic mit Hoffnungen auf einen erfolgreichen Saisonabschluss nach Europa gereist.
Die Niederlagen in Basel und Paris verhindern jedoch eine weitere Teilnahme am Jahresendturnier.
Mit 39 Jahren bleibt der Serbe einer der erfolgreichsten Spieler der Tennisgeschichte. Ob er 2027 erneut um die Spitzenplätze der Weltrangliste kämpfen kann, wird auch von seiner körperlichen Verfassung abhängen.
Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert