Old Firm eskaliert: Keine Auswärtsfans mehr bei Celtic gegen Rangers
von belmedia Redaktion Europa Fussball International Magazine nachrichtenticker.ch News Orte soccer.ch Spiele Sport Sport & Spiel sportaktuell.ch Themen Ⳇ Verbreitung
Der schottische Fussball zieht vor einem der hitzigsten Derbys Europas die Notbremse: Bei sämtlichen Old-Firm-Duellen zwischen Celtic Glasgow und den Rangers dürfen in dieser Saison keine Auswärtsfans dabei sein. Die SPFL bestätigte die Regelung am Freitag – und sie greift bereits bei den beiden Derbys im September.
Betroffen sind zunächst das Rangers-Heimspiel gegen Celtic im Premier Sports Cup am 13. September sowie das Meisterschaftsduell Celtic gegen Rangers am 20. September. Die Regelung gilt grundsätzlich für alle Begegnungen der beiden Clubs in Wettbewerben der Scottish Professional Football League bis zum Ende der Saison 2026/27.
Zwischenfälle führen zur Kehrtwende
Auslöser für die neue Regelung sind die Ereignisse rund um das Scottish-Cup-Viertelfinal zwischen Rangers und Celtic vom 8. März. Der schottische Verband liess die Vorgänge anschliessend unabhängig untersuchen. Auf Grundlage dieses Berichts wurden die Sicherheits- und Ticketfragen für kommende Derbys erneut überprüft.
Eigentlich hatten Celtic und Rangers zuvor vereinbart, Auswärtsfans wieder rund fünf Prozent der verfügbaren Stadionkapazität zur Verfügung zu stellen. Damit sollte nach Jahren mit stark eingeschränkten oder vollständig gestrichenen Gästekontingenten wieder mehr klassische Derbyatmosphäre entstehen.
Dieser Plan ist vorerst vom Tisch.
Celtic lehnt Rangers-Vorschlag ab
Für das Cupduell am 13. September wollten die Rangers das ursprünglich vereinbarte Gästekontingent erneut reduzieren. Der Club begründete dies mit seiner Einschätzung der Sicherheitslage und der besonderen Risiken dieser Partie.
Celtic akzeptierte den Vorschlag nicht und verlangte eine Entscheidung der SPFL. Nach weiteren Gesprächen zwischen Liga und beiden Clubs kam es nun zur deutlich radikaleren Lösung: gar keine Auswärtsfans.
Damit werden die kommenden Old-Firm-Spiele zwar weiterhin vor vollen Heimsektoren stattfinden, auf die traditionelle direkte Konfrontation der beiden Fangruppen im Stadion wird jedoch verzichtet.
Regelung bleibt vorläufig
Die SPFL bezeichnet die Massnahme ausdrücklich als vorübergehend. Celtic, Rangers, die Liga, Police Scotland und weitere Beteiligte sollen die Empfehlungen der unabhängigen Untersuchung nun gemeinsam aufarbeiten und daraus langfristige Sicherheitsmassnahmen entwickeln.
Sollten sich die Rahmenbedingungen während der Saison wesentlich verändern, kann die Entscheidung nochmals überprüft werden. Für die Saison 2027/28 sollen neue Regelungen frühzeitig festgelegt werden.
Sportlich bleibt die Rivalität zwischen Celtic und Rangers dennoch eine der intensivsten in Europa. Beide Clubs kämpfen regelmässig um die schottische Meisterschaft und besitzen auch international grosse Strahlkraft. Celtic erlebte erst vor wenigen Tagen mit dem Ausscheiden in der Champions-League-Qualifikation eine schwere Enttäuschung.
Auch Schweizer Spuren bei Celtic
Der Glasgower Club besitzt zudem Verbindungen zum Schweizer Fussball. Unter anderem spielte Albian Ajeti mehrere Jahre für Celtic. Der ehemalige Schweizer Nationalspieler steht inzwischen wieder in der Super League und wechselte zuletzt vom FC Basel zum FC Lugano.
Beim Old Firm werden solche personellen Geschichten allerdings regelmässig von der aussergewöhnlichen Bedeutung des Derbys überlagert. Die Rivalität geht weit über den Sport hinaus und sorgt seit Jahrzehnten für eine Atmosphäre, die weltweit ihresgleichen sucht.
In dieser Saison wird ein entscheidender Bestandteil dieser Atmosphäre fehlen. Wenn Celtic und Rangers aufeinandertreffen, werden im jeweiligen Gästesektor keine Anhänger des Rivalen stehen.
Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert