Romano wählt Italien – Schweiz verliert Toptalent

Alessandro Romano hat sich im Tauziehen zwischen der Schweiz und Italien offenbar für die Squadra Azzurra entschieden. Nach Informationen von «Blick» soll der 20-jährige Cagliari-Mittelfeldspieler bereits beim Nations-League-Spiel gegen Belgien am 25. September zum italienischen Aufgebot gehören.

Für den Schweizerischen Fussballverband wäre es eine empfindliche Niederlage. Romano wurde in Winterthur geboren, durchlief die Schweizer Nachwuchsauswahlen und führte unter anderem die U19 als Captain aufs Feld.

Noch vor wenigen Tagen hatte der SFV mit Nationaltrainer Murat Yakin intensiv um den Doppelbürger gekämpft. Nun deutet alles darauf hin, dass Romano seine internationale Zukunft bei Italien sieht.

Romano soll gegen Belgien erstmals dabei sein

Wie «Blick» am Mittwochabend berichtet, hat Romano seine Entscheidung im Nationen-Poker getroffen. Italiens Nationaltrainer Roberto Mancini soll den Mittelfeldspieler für die bevorstehenden Nations-League-Partien einplanen.

Italien startet am 25. September mit einem Heimspiel gegen Belgien in die neue Nations-League-Saison. Danach folgen innerhalb weniger Tage die Partien gegen die Türkei und Frankreich.

Ob Romano bereits gegen Belgien tatsächlich eingesetzt werden kann, hängt allerdings auch von der FIFA ab. Weil der 20-Jährige offizielle Nachwuchs-Länderspiele für die Schweiz absolviert hat, benötigt er für den Verbandswechsel die entsprechende Freigabe.

Die «Gazzetta dello Sport» hatte bereits Ende August berichtet, Romano habe Italien seine Zusage gegeben und das Verfahren für den Wechsel des Verbandes sei eingeleitet worden. Damals gab es aus dem Umfeld des Spielers allerdings noch keine definitive öffentliche Bestätigung.

Schweiz kämpfte bis zuletzt um Romano

Der SFV hatte den Kampf um eines seiner grössten Mittelfeldtalente noch nicht aufgegeben. Yakin und die Verantwortlichen des Verbandes bemühten sich zuletzt persönlich darum, Romano von einer Zukunft im Schweizer A-Nationalteam zu überzeugen.

Noch Anfang September war die Situation deshalb offen. Romano stand damals unmittelbar vor der Entscheidung zwischen der Schweiz und Italien.

Der neue Chief Sports Officer des SFV, Marinko Jurendic, hatte zudem angekündigt, dass Romano beim nächsten Schweizer Aufgebot berücksichtigt werden sollte. Der Plan war klar: Der Verband wollte dem jungen Mittelfeldspieler eine konkrete Perspektive im A-Team aufzeigen.

Diese Bemühungen scheinen nun nicht gereicht zu haben.

Vom Schweizer Nachwuchs bis in die Serie A

Romano wurde am 17. Juni 2006 in Winterthur geboren und besitzt neben dem Schweizer auch den italienischen Pass. Seine ersten fussballerischen Schritte machte er beim FC Winterthur.

2022 wechselte der technisch starke zentrale Mittelfeldspieler in die Nachwuchsakademie der AS Roma. Dort entwickelte er sich zu einem der auffälligsten Talente seines Jahrgangs und schaffte schliesslich den Sprung in den Profifussball.

Nach seinem Serie-A-Debüt für die Roma und einer Leihe zu Spezia wechselte Romano im Sommer 2026 zu Cagliari. Offiziell handelt es sich um eine Leihe mit Kaufpflicht, sobald bestimmte sportliche Bedingungen erfüllt sind. Sein Vertrag ist bis zum 30. Juni 2032 ausgelegt.

In Sardinien gelang Romano ein bemerkenswerter Saisonstart. Beim 1:0-Auswärtssieg gegen Parma erzielte er den entscheidenden Treffer und rückte damit auch in Italien endgültig ins Rampenlicht.

Mancini verfolgte den Auftritt persönlich im Stadion. Danach intensivierte der italienische Verband seine Bemühungen um den gebürtigen Winterthurer.

FIFA-Freigabe ist noch notwendig

Sportlich hat Romano bislang ausschliesslich Nachwuchs-Länderspiele für die Schweiz bestritten. Er lief von den jüngeren Auswahlteams bis zur U20 für den SFV auf.

Weil darunter offizielle Wettbewerbsspiele waren, kann er nicht ohne administrativen Schritt für Italien antreten. Für einen Wechsel muss die FIFA den sogenannten Verbandswechsel genehmigen.

Nach italienischen Medienberichten wurde dieses Verfahren bereits eingeleitet. Italien hofft darauf, die Freigabe rechtzeitig für das Aufgebot im September zu erhalten.

Ein solcher Wechsel wäre endgültig. Sobald die Voraussetzungen erfüllt sind und Romano entsprechend für Italien eingesetzt wird, wäre eine spätere Rückkehr zur Schweiz nicht mehr möglich.

Schmerzhafter Verlust für den SFV

Für die Schweiz ist die Entwicklung besonders ärgerlich, weil Romano während Jahren ein fester Bestandteil der Nachwuchsförderung war. Der Mittelfeldspieler galt nicht nur als grosses Talent, sondern übernahm in verschiedenen Altersstufen auch Verantwortung als Führungsspieler.

Sein schneller Durchbruch in der Serie A hat den Konkurrenzkampf um ihn zusätzlich verschärft. Italien sieht in Romano einen Spieler, der langfristig eine wichtige Rolle im zentralen Mittelfeld übernehmen könnte.

Nun spricht vieles dafür, dass die Schweiz dieses Talent trotz jahrelanger Nachwuchsarbeit an die Squadra Azzurra verliert. Die endgültige sportrechtliche Bestätigung steht zwar noch aus – die persönliche Entscheidung Romanos soll jedoch gefallen sein.

 

Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert

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