Schweiz fordert Gastgeber Rumänien heraus – Schlüsselspiel an der Volleyball-EM
von belmedia Redaktion -schweizweit Allgemein Europa Magazine nachrichtenticker.ch News Orte Regionen Schweiz Schweiz Sport Sport & Spiel sportaktuell.ch Themen Ⳇ Verbreitung
Die Schweizer Volleyball-Nati steht an der Europameisterschaft bereits vor einer richtungsweisenden Partie. Nach dem starken Auftritt bei der 0:3-Auftaktniederlage gegen Olympiasieger Frankreich trifft die Mannschaft von Nationaltrainer Juan Manuel Serramalera am Freitagabend auf Gastgeber Rumänien. Für beide Teams geht es in Cluj-Napoca um den ersten Sieg und wichtige Punkte im Kampf um den Einzug in die K.-o.-Phase.
Die Schweiz hielt gegen den grossen Favoriten Frankreich über weite Strecken hervorragend mit. Trotz des klaren 0:3-Endresultats gingen die drei Sätze nur mit 23:25, 29:31 und 21:25 verloren. Besonders im zweiten Durchgang fehlte nur wenig zu einem Schweizer Satzgewinn.
Nun wartet ein Gegner auf Augenhöhe. Rumänien steht nach seiner 1:3-Niederlage gegen Lettland ebenfalls unter Druck. Um 19.00 Uhr Schweizer Zeit beginnt in der BT Arena von Cluj-Napoca das direkte Duell.
Schweiz bringt Frankreich ins Schwitzen
Der Auftakt gegen Frankreich lieferte der Schweizer Mannschaft trotz der Niederlage mehrere Argumente für Optimismus.
Im ersten Satz geriet die Schweiz zunächst in Rückstand, kämpfte sich aber zurück und führte zwischenzeitlich sogar mit 21:20. Frankreich behielt in der entscheidenden Phase die Nerven und setzte sich knapp mit 25:23 durch.
Noch enger verlief der zweite Durchgang. Die Schweizer führten bei der zweiten technischen Zwischenmarke mit 16:14 und lagen später mit 21:18 vorne.
Danach entwickelte sich ein dramatisches Satzende. Mehrfach hatte die Schweiz die Gelegenheit, den Ausgleich zu erzwingen, doch Frankreich gewann den Durchgang schliesslich mit 31:29.
Im dritten Satz hielten die Schweizer erneut lange dagegen. Bei 16 Punkten lag die Mannschaft sogar noch vorne, ehe der Olympiasieger das Tempo erhöhte und mit 25:21 den 3:0-Sieg perfekt machte.
Die Partie dauerte insgesamt 93 Minuten.
Migge führt Schweizer Offensive an
Bester Schweizer Punktesammler gegen Frankreich war Lars Migge.
Der 29-jährige Aussenangreifer erzielte 13 Punkte und gelangen ihm dabei unter anderem drei direkte Servicepunkte.
Joel Hauck steuerte neun Punkte bei. Der erst 21-jährige Mittelblocker überzeugte insbesondere am Netz und verbuchte vier Blockpunkte.
Cyril Kolb kam auf acht Zähler, Étienne Schalch und Alexander Lengweiler erzielten jeweils sieben Punkte.
Insgesamt gelangen der Schweiz vier Asse und sieben direkte Blockpunkte. Frankreich hatte ebenfalls sieben Blocks, war im Angriff jedoch effizienter.
Gerade deshalb kann die Nati aus dem Auftritt Selbstvertrauen mitnehmen. Der Unterschied zum amtierenden Olympiasieger war deutlich kleiner, als das 0:3 auf den ersten Blick vermuten lässt.
Rumänien verliert gegen Lettland
Auch der Gastgeber hat seine erste Partie verloren.
Rumänien musste sich am Mittwochabend Lettland mit 1:3 geschlagen geben. Das Spiel war extrem ausgeglichen: Die Sätze endeten aus rumänischer Sicht mit 24:26, 25:18, 21:25 und 24:26.
Nach 136 Minuten fehlten den Gastgebern insgesamt gerade einmal zwei Ballpunkte zum Gegner. Lettland gewann das Match mit einem Gesamtverhältnis von 95:94 Punkten.
Rumäniens gefährlichster Angreifer war Alexandru Rata mit 21 Punkten. Cristian-Daniel Chitigoi erzielte weitere 17 Zähler.
Die Schweiz muss sich entsprechend auf einen Gegner einstellen, der vor heimischem Publikum aggressiv auftreten dürfte.
Vier von sechs Teams erreichen die K.-o.-Phase
Die Ausgangslage in der Gruppe D lässt weiterhin vieles offen.
Neben der Schweiz und Rumänien kämpfen Frankreich, Deutschland, die Türkei und Lettland um die vier Plätze für die nächste Turnierphase.
Frankreich startete mit dem Sieg gegen die Schweiz erfolgreich. Deutschland gewann sein Auftaktspiel gegen die Türkei mit 3:1, während Lettland bereits gegen Rumänien punktete.
Für die Schweiz bedeutet dies: Eine Niederlage am Freitag wäre noch nicht gleichbedeutend mit dem Ausscheiden. Ein Sieg würde die Chancen auf einen Platz unter den ersten vier jedoch deutlich erhöhen.
Gerade die direkten Duelle mit Rumänien und Lettland könnten am Ende entscheidend werden.
Danach warten Türkei und Deutschland
Viel Zeit zur Erholung bleibt während der Gruppenphase nicht.
Nach dem Spiel gegen Rumänien erhält die Schweiz am Samstag einen spielfreien Tag. Bereits am Sonntag geht es um 16.00 Uhr gegen die Türkei weiter.
Am Montag wartet zur gleichen Uhrzeit Deutschland, ehe die Gruppenphase am Dienstag um 16.00 Uhr gegen Lettland abgeschlossen wird.
Damit stehen innerhalb von sechs Tagen fünf EM-Partien auf dem Programm.
Nationaltrainer Juan Manuel Serramalera muss deshalb nicht nur die Gegner, sondern auch die Belastung seiner Mannschaft im Blick behalten.
Auftritt gegen Frankreich macht Mut
Vor dem Turnier war klar, dass die Partie gegen Frankreich zu den schwierigsten Aufgaben der gesamten Gruppenphase gehört.
Die Schweizer wollten sich davon jedoch nicht einschüchtern lassen – und zeigten insbesondere in den ersten beiden Sätzen, dass sie auch gegen internationale Spitzenteams längere Phasen auf Augenhöhe spielen können.
Gegen Rumänien muss daraus nun ein Resultat entstehen.
Der Gastgeber verfügt über die Unterstützung des Publikums und steht nach der Auftaktniederlage selbst unter Zugzwang. Für die Schweiz bietet sich gleichzeitig die grosse Gelegenheit, mit dem ersten EM-Sieg einen wichtigen Schritt Richtung Achtelfinal zu machen.
Anpfiff in der BT Arena von Cluj-Napoca ist am Freitag um 19.00 Uhr Schweizer Zeit.
Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert