Schweizer Doppelpodest an Ironman-70.3-WM

Julie Derron und Alanis Siffert sorgen bei der Ironman-70.3-Weltmeisterschaft in Nizza für ein Schweizer Doppelpodest. Derron gewinnt nach einer starken Aufholjagd Silber, Siffert sichert sich Bronze und damit ihre erste Medaille bei einer grossen Elite-Weltmeisterschaft. Der Titel geht überlegen an die US-Amerikanerin Taylor Knibb.

Knibb entscheidet das Rennen vor allem auf der anspruchsvollen Radstrecke in den Seealpen. Nach 1,9 Kilometern Schwimmen, 90 Kilometern Radfahren und 21,1 Kilometern Laufen erreicht die vierfache Weltmeisterin das Ziel nach 4:19:24 Stunden.

Hinter ihr liefern die beiden Schweizerinnen ein starkes Rennen. Derron macht auf dem abschliessenden Halbmarathon mehrere Positionen gut und beendet die WM 4:06 Minuten hinter Knibb auf Platz zwei. Siffert folgt mit 5:46 Minuten Rückstand auf Rang drei.

Derron stürmt mit Laufbestzeit auf Rang zwei

Julie Derron geht nach dem Radfahren noch ausserhalb der unmittelbaren Medaillenplätze auf die Laufstrecke. Dort zeigt die 30-jährige Zürcherin ihre grosse Stärke und beginnt eine eindrückliche Aufholjagd auf der Promenade von Nizza.

Nach fünf Kilometern hat sich Derron bereits bis auf Rang fünf vorgearbeitet. Im weiteren Verlauf zieht sie zunächst an mehreren Konkurrentinnen vorbei und nimmt schliesslich auch ihre Landsfrau Siffert ins Visier.

Mit noch rund sieben Kilometern bis ins Ziel schliesst Derron weiter auf. Wenig später überholt sie Siffert und übernimmt Platz zwei. Ihren Halbmarathon absolviert sie in 1:13:04 Stunden und erzielt damit die schnellste Laufzeit des gesamten Frauenfeldes.

Am Sieg von Knibb kann jedoch auch Derrons starke Schlussdisziplin nichts mehr ändern. Die Amerikanerin hatte sich auf dem Rad einen zu grossen Vorsprung erarbeitet und bringt diesen kontrolliert ins Ziel. Für Derron ist Silber dennoch ein weiterer bedeutender Erfolg nach ihrer olympischen Silbermedaille von Paris 2024.

Siffert krönt starke Saison mit WM-Bronze

Auch Alanis Siffert gehört über weite Strecken zu den prägenden Athletinnen des Rennens. Die 24-jährige Freiburgerin hält sich bereits nach dem Schwimmen in der Spitzengruppe und versucht auf dem Rad, den Anschluss an Knibb zu halten.

Kurzzeitig fährt Siffert sogar vor der Amerikanerin, ehe Knibb an den ersten Steigungen ihre entscheidende Attacke lanciert. Siffert bleibt danach gemeinsam mit den stärksten Verfolgerinnen in aussichtsreicher Position.

Auf der Laufstrecke übernimmt die Freiburgerin nach rund der Hälfte des Halbmarathons zunächst Rang zwei. Gegen die heranstürmende Derron kann sie diesen Platz nicht verteidigen, Bronze bringt sie jedoch sicher ins Ziel.

Für Siffert ist es die erste Medaille bei einer grossen Elite-Weltmeisterschaft. Der Erfolg setzt ihre aussergewöhnliche Saison fort. Im Juli gewann sie bereits die traditionsreiche Challenge Roth über die Langdistanz.

Das Doppelpodest unterstreicht gleichzeitig die aktuelle Stärke des Schweizer Triathlons. Erst Ende August hatte Max Studer bei der World Triathlon Championship Series in Weihai einen Schweizer Sieg gefeiert.

Knibb holt ihren vierten WM-Titel

An Taylor Knibb führt in Nizza dennoch kein Weg vorbei. Die Amerikanerin hält sich nach dem Schwimmen in der Spitzengruppe und setzt sich auf den ersten Anstiegen der Radstrecke zunehmend von der Konkurrenz ab.

Spätestens am Col de Vence zerfällt das Feld. Knibb baut ihren Vorsprung kontinuierlich aus und erreicht die zweite Wechselzone mit einem komfortablen Polster. Auf dem abschliessenden Halbmarathon kann sie deshalb kontrolliert auf den vierten Ironman-70.3-WM-Titel ihrer Karriere zulaufen.

Nach 4:19:24 Stunden überquert Knibb die Ziellinie. Derron folgt 4:06 Minuten später und Siffert 5:46 Minuten nach der Siegerin. Die Norwegerin Solveig Løvseth wird Vierte.

Für die Schweiz endet die Frauen-WM damit mit einem aussergewöhnlichen Resultat. Zwei Athletinnen auf demselben WM-Podest machen Nizza zu einem der stärksten Schweizer Triathlon-Tage der jüngeren Vergangenheit.

 

Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert

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