Saisonvorschau 2/14: Bern startet unter Aubin neu
von belmedia Redaktion Allgemein Bern Eishockey Magazine nachrichtenticker.ch National League News Orte Regionen Schweiz Schweiz Spiele Sport Sport & Spiel sportaktuell.ch swisshockey.ch Themen Transfers Vereine Ⳇ Verbreitung
Beim SC Bern beginnt 2026/27 nach einer enttäuschenden Saison ein tiefgreifender Neustart. Serge Aubin übernimmt an der Bande, Connor Hughes ist die neue Schweizer Lösung im Tor und mit Rodrigo Ābols, Sonny Milano, Ian Mitchell und Rodwin Dionicio wurde auf zentralen Positionen Qualität ergänzt. Unsere Prognose bleibt trotz der starken Vorbereitung vorsichtig: Bern macht einen deutlichen Schritt nach vorne, beendet die Qualifikation aber auf Rang 8.
Der SCB verfehlte seine sportlichen Ziele 2025/26 deutlich und reagierte darauf mit einem umfassenden Umbau. Nicht nur der Trainer wurde ersetzt, auch auf mehreren Schlüsselpositionen veränderte Sportdirektor Martin Plüss den Kader. Gleichzeitig wurden die sportlichen Strukturen im Klub neu geordnet.
Die ersten Eindrücke unter Aubin sind positiv. Bern gewann sechs seiner sieben Vorbereitungsspiele. Besonders auffällig waren das 5:1 gegen Ingolstadt, das 6:1 gegen Augsburg, das 7:4 gegen Biel und das abschliessende 5:2 gegen die ZSC Lions. Trotzdem bleibt die Frage, wie schnell aus den vielen neuen Teilen unter Meisterschaftsdruck eine konstant funktionierende Mannschaft wird.
Aubin bringt eine aussergewöhnliche Siegerbilanz mit
Die wichtigste Veränderung steht hinter der Bande. Serge Aubin unterschrieb beim SC Bern einen Dreijahresvertrag bis zum Ende der Saison 2028/29. Der Kanadier kommt von den Eisbären Berlin und bringt einen aussergewöhnlichen Leistungsausweis mit.
Aubin führte Berlin in seinen letzten sechs Spielzeiten zu fünf deutschen Meistertiteln. Beim SCB soll er nun nicht nur kurzfristig Resultate liefern, sondern eine Mannschaft entwickeln, die wieder dauerhaft zur Schweizer Spitze gehört.
Sein Profil passt zum geplanten Neustart. Aubin steht für klare Strukturen, Tempo und die gezielte Entwicklung jüngerer Spieler. Gerade nach den grossen Schwankungen der vergangenen Jahre erhofft sich Bern davon mehr Konstanz.
Hughes ist die neue Schweizer Lösung im Tor
Mit Connor Hughes hat Bern eine Schlüsselposition langfristig besetzt. Der 29-jährige kanadisch-schweizerische Doppelbürger wechselte vom Lausanne HC zum SCB und unterschrieb gleich für fünf Jahre.
Weil Hughes mit Schweizer Lizenz spielt, beansprucht er keinen Importplatz. Gleichzeitig verliessen Adam Reideborn und Romain Loeffel den Klub. Hinter Hughes stehen Sandro Zurkirchen und Christof von Burg als weitere Torhüter zur Verfügung.
Die Verpflichtung erhöht Berns Flexibilität erheblich. Statt einen Ausländerplatz im Tor zu verwenden, kann der SCB sämtliche Importpositionen für Feldspieler einsetzen.
Dionicio soll der Defensive mehr Dynamik geben
Auch vor Hughes hat sich einiges verändert. Rodwin Dionicio kehrt zu seinem früheren Nachwuchsklub zurück und unterschrieb einen Dreijahresvertrag.
Der 22-Jährige überzeugte in der vergangenen Saison beim EHC Biel mit sechs Toren und 21 Assists in 51 National-League-Partien. Damit bringt er genau jene offensive Dynamik von der blauen Linie, die Bern zuletzt nicht immer besass.
Mit Ian Mitchell kommt zusätzlich ein Importverteidiger mit nordamerikanischer Erfahrung. Anton Lindholm bleibt ebenfalls im Kader. Gleichzeitig verliessen mit Loeffel und Ramon Untersander zwei sehr erfahrene Schweizer Verteidiger den Klub.
Die neue Defensive besitzt viel Potenzial, muss ihre Hierarchie aber erst finden.
Ābols und Milano erhöhen die Qualität im Angriff
Besonders interessant ist der Umbau in der Offensive. Rodrigo Ābols wechselte nach 64 NHL-Einsätzen für die Philadelphia Flyers nach Bern und erhielt einen Dreijahresvertrag.
Der 1,95 Meter grosse Lette bringt Physis, Zwei-Weg-Qualitäten und Leadership mit. Genau diese Mischung soll Bern in der Mittelachse stabiler machen.
Sonny Milano steht dagegen vor allem für Kreativität und individuelle Klasse. Der US-Amerikaner besitzt umfangreiche NHL-Erfahrung und soll dem Angriff zusätzliche Überraschungsmomente geben.
Mit Miro Aaltonen, Emil Bemström und Waltteri Merelä bleiben weitere etablierte Imports im Team. Dadurch entsteht ein starker Konkurrenzkampf.
Sieben Imports kämpfen um sechs Plätze
Bern geht mit sieben ausländischen Feldspielern in die Saison. In der Verteidigung stehen Lindholm und Mitchell bereit, im Angriff Aaltonen, Ābols, Bemström, Merelä und Milano.
Da pro Partie nur sechs Imports eingesetzt werden können, muss Aubin regelmässig einen prominenten Spieler streichen. Das erhöht den internen Konkurrenzkampf und erlaubt dem Trainer gleichzeitig, je nach Gegner und Form unterschiedliche Varianten einzusetzen.
Gerade über eine lange Qualifikation kann diese Tiefe ein grosser Vorteil sein. Sie verlangt allerdings auch eine klare Rollenverteilung innerhalb der Mannschaft.
Merelä übernimmt das Captainamt
Auch die Führungsstruktur wurde neu geordnet. Waltteri Merelä führt den SC Bern neu als Captain an.
Unterstützt wird der Finne von Benjamin Baumgartner, Alain Graf und Marc Marchon. Merelä gehörte bereits in den vergangenen beiden Spielzeiten dem Captainteam an und erhält nun die zentrale Führungsrolle.
Neben den neuen Stars setzt Bern weiterhin auf Schweizer Erfahrung und Entwicklung. Spieler wie Baumgartner, Marchon, Tristan Scherwey, Samuel Kreis, Mats Alge, Alain Graf und weitere jüngere Kräfte sollen unter Aubin wichtige Rollen übernehmen.
Die Vorbereitung macht Hoffnung
Resultatmässig verlief Aubins erste Vorbereitung stark. Bern gewann zum Auftakt 3:1 gegen Olten und 5:4 nach Verlängerung gegen La Chaux-de-Fonds.
Die einzige Niederlage setzte es beim 1:2 gegen die SCL Tigers. Danach folgten vier Siege in Serie: 5:1 gegen Ingolstadt, 6:1 gegen Augsburg, 7:4 gegen Biel und 5:2 gegen die ZSC Lions.
Testspiele dürfen nicht überbewertet werden. Trotzdem zeigen die Resultate, dass die neue Mannschaft bereits früh offensiv gefährlich ist und Aubins Ideen schnell aufnimmt.
Warum wir Bern auf Rang 8 setzen
Auf dem Papier besitzt der SCB genügend Qualität für die Top 6. Aubin ist einer der erfolgreichsten Trainer im europäischen Klub-Eishockey der vergangenen Jahre, Hughes stabilisiert die Torhüterposition und Dionicio, Ābols sowie Milano erhöhen die individuelle Klasse.
Unsere Zurückhaltung hängt deshalb nicht an fehlendem Potenzial, sondern am Umfang des Umbruchs. Trainer, Stammtorhüter, Teile der Defensive und mehrere zentrale Rollen im Angriff sind neu.
Dazu ist die Konkurrenz um die direkten Playoff-Plätze enorm. Bern kann unsere Prognose deutlich übertreffen. Zunächst muss die Mannschaft aber beweisen, dass aus einer starken Vorbereitung auch über 52 Qualifikationsspiele Stabilität entsteht.
Der erste Härtetest wartet sofort: Am 15. September beginnt Bern auswärts bei den ZSC Lions. Drei Tage später folgt gegen den HC Davos das erste Heimspiel in der PostFinance Arena.
- Pluspunkt: Serge Aubin bringt eine aussergewöhnliche Siegermentalität und fünf deutsche Meistertitel aus seinen letzten sechs Spielzeiten mit.
- Chance: Hughes, Dionicio, Ābols und Milano verbessern Bern auf mehreren Schlüsselpositionen.
- Trumpf: Sieben Import-Feldspieler sorgen um die sechs verfügbaren Plätze für grossen Konkurrenzkampf und taktische Flexibilität.
- Risiko: Nach dem umfassenden Umbau müssen sich die neuen Hierarchien und Automatismen erst über eine komplette Qualifikation bewähren.
Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert