Saisonvorschau 9/10: Visp greift wieder nach dem Titel
von belmedia Redaktion Allgemein Eishockey Magazine nachrichtenticker.ch News Orte Regionen Schweiz Schweiz Sport Sport & Spiel sportaktuell.ch Swiss League swisshockey.ch Themen Transfers Vereine Wallis Ⳇ Verbreitung
Der EHC Visp startet mit einem hochkarätigen und eingespielten Kader in die Swiss-League-Saison 2026/27. Nach Rang 3 und dem äusserst knappen Halbfinal-Aus gegen La Chaux-de-Fonds haben die Walliser ihre Mannschaft nochmals gezielt verstärkt. Fünf Siege aus sechs Testspielen unterstreichen die Ambitionen – unsere Prognose lautet Rang 2.
Visp beendete die vergangene Qualifikation mit 93 Punkten auf Rang 3. Im Viertelfinal setzten sich die Oberwalliser gegen den EHC Basel durch, ehe im Halbfinal eine dramatische Serie gegen La Chaux-de-Fonds folgte. Erst das siebte Spiel brachte die Entscheidung: Visp verlor zuhause mit 2:3 nach Verlängerung und verpasste damit den erneuten Einzug in den Final denkbar knapp.
Für die neue Saison setzt der Klub auf Kontinuität und zusätzliche Qualität. Luca Gianinazzi bleibt Headcoach, Jacob Nilsson führt die Offensive weiterhin an und mit Stéphane Patry, Matteo Romanenghi sowie Philéas Perrenoud kamen mehrere interessante Verstärkungen hinzu. Ein gewichtiger Rückschlag ist allerdings der längerfristige Ausfall von Adam Brodecki, der nach einer Knieoperation voraussichtlich bis Dezember fehlen wird.
Gianinazzi darf seine Arbeit fortsetzen
Luca Gianinazzi geht in seine zweite Saison als Headcoach des EHC Visp. Der Klub verlängerte den Vertrag mit dem Tessiner bereits während der vergangenen Spielzeit um zwei weitere Jahre.
Diese Kontinuität ist ein wichtiger Faktor. Visp musste im Sommer weder das Spielsystem noch die sportliche Führung neu aufbauen und kann auf den Fortschritten der vergangenen Saison aufbauen.
Unterstützt wird Gianinazzi weiterhin von Kevin Hecquefeuille, Tamás Fodor sowie Goalie- und Video-Coach Alexander Zalevsky.
Auch der Kern der Mannschaft blieb weitgehend zusammen. Captain Daniel Eigenmann, Jacob Nilsson, Dario Burgener, Andy Ritz, Yannick Brüschweiler, Joel Marchon und Vincent Ryser gehören weiterhin zu den prägenden Spielern.
Patry und Romanenghi bringen zusätzliche Erfahrung
Im Angriff hat Visp gezielt nachgelegt. Stéphane Patry stiess vom HC Lugano ins Oberwallis, nachdem er die vergangene Saison leihweise beim späteren Meister Sierre beendet hatte.
Patry bringt Erfahrung aus National und Swiss League mit und kann sowohl offensiv als auch defensiv Verantwortung übernehmen.
Ebenfalls neu ist Matteo Romanenghi. Der 31-Jährige kommt leihweise vom HC Ajoie und bringt mehrere Jahre National-League-Erfahrung mit.
Mit Philéas Perrenoud wurde zudem ein deutlich jüngerer Spieler verpflichtet. Der französisch-schweizerische Center soll mit Tempo und Spielübersicht zusätzliche Tiefe schaffen.
Diese Verstärkungen ergänzen einen Angriff, der mit Nilsson, Burgener, Brüschweiler, Marchon, Nico Lehmann, Alessandro Lurati und Andy Ritz ohnehin breit aufgestellt ist.
Brodeckis Ausfall trifft Visp empfindlich
Die grösste Hypothek vor dem Saisonstart betrifft Adam Brodecki. Der Schwede verletzte sich im August am Knie und muss operiert werden.
Visp rechnet damit, dass der wichtige Offensivspieler bis in den Dezember ausfällt. Damit fehlt während eines beträchtlichen Teils der Qualifikation ein Spieler, der in den vergangenen Jahren entscheidenden Einfluss auf das Visper Offensivspiel hatte.
Der Klub reagierte umgehend und verpflichtete Jonathan Hazen. Der 36-jährige Kanadier erhält zunächst einen Vertrag bis Ende Dezember mit einer Option bis Saisonende.
Hazen kennt das Schweizer Eishockey bestens und soll helfen, die Lücke zumindest vorübergehend zu schliessen.
Markkanen bleibt die zentrale Figur im Tor
Im Tor setzt Visp weiterhin auf Juho Markkanen. Der Finne überzeugte im Verlauf seiner ersten Saison zunehmend und erhielt deshalb frühzeitig einen neuen Vertrag für 2026/27.
Daneben gehört Matia Birchler zum Goalie-Duo. Vor ihnen bleibt auch die Defensive weitgehend stabil.
Daniel Eigenmann, Oliver Heinen, Jorden Gähler, Colin Gerber, Nick Meile und Angel Lovecchio geben Gianinazzi zahlreiche Optionen. Gerade diese Kontinuität in der Defensive könnte über eine lange Qualifikation ein wichtiger Vorteil sein.
Fünf Siege aus sechs Tests sind ein Ausrufezeichen
Die Vorbereitung verlief ausgesprochen erfolgreich. Zum Auftakt gewann Visp bei den Bellinzona Snakes mit 6:2.
Danach folgte ein 4:3 nach Verlängerung gegen den HC La Chaux-de-Fonds, den wir in unserer Prognose auf Rang 3 setzen. Besonders bemerkenswert war anschliessend der 4:2-Erfolg gegen National-League-Klub Ambri-Piotta.
Auch die Concordia University wurde nach Verlängerung mit 3:2 bezwungen. Gegen Chamonix folgte ein klares 6:2.
Erst in der Generalprobe endete die Siegesserie. Gegen Meister Sierre verlor Visp mit 2:3 nach Verlängerung.
Damit stehen nach sechs Testspielen fünf Siege und ein Torverhältnis von 25:14. Die Resultate bestätigen, dass die Mannschaft bereits vor Saisonbeginn auf einem hohen Niveau agiert.
Zum Start wartet sofort Thurgau
Der Meisterschaftsauftakt hat es in sich. Am Freitag, 18. September, reist Visp zum HC Thurgau. Vier Tage später folgt das erste Heimspiel gegen die Bellinzona Snakes, danach geht es zu den GCK Lions.
Der Kader besitzt praktisch auf allen Positionen genügend Qualität für den Kampf um Rang 1. Die Mannschaft kennt Gianinazzis System, hat sich gezielt verstärkt und zeigte in der Vorbereitung bereits starke Leistungen.
Dass wir Visp trotzdem knapp hinter Sierre einordnen, liegt vor allem am Ausfall Brodeckis und daran, dass der amtierende Meister seine Stärke zunächst bestätigt hat.
Unsere Prognose lautet deshalb Rang 2. Im Kampf um den Meistertitel gehört der EHC Visp aber zu den ersten Herausforderern.
🏆 UNSERE PROGNOSE: RANG 2
- Pluspunkt: Der Kern ist eingespielt und wurde mit Patry, Romanenghi und Perrenoud nochmals verbreitert.
- Form: Fünf Siege aus sechs Testspielen bei 25:14 Toren, darunter ein 4:2 gegen Ambri-Piotta.
- Fragezeichen: Adam Brodecki fällt nach seiner Knieoperation voraussichtlich bis Dezember aus.
- Anspruch: Nach dem Halbfinal-Aus in Spiel 7 gehört Visp erneut zu den engsten Titelanwärtern.
📊 UNSERE PROGNOSE – KOMPLETT
Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert