Saisonvorschau 5/10: Olten startet mit klarer Ansage

Der EHC Olten geht mit hohen Ambitionen in die neue Swiss-League-Saison. Nach einer durchzogenen Qualifikation mit Rang 7 steigerten sich die Oltner in den Playoffs deutlich und erreichten den Halbfinal. Das Team von Christian Wohlwend ist weitgehend zusammengeblieben und überzeugte auch in der Vorbereitung – dennoch sehen wir die Konkurrenz knapp stärker und setzen den EHCO auf Rang 6.

Olten beendete die vergangene Qualifikation mit 75 Punkten und einem Torverhältnis von 187:152 auf Rang 7. Der Rückstand auf die sechs vor ihm klassierten Mannschaften war beträchtlich, doch in den Playoffs zeigte der EHCO ein anderes Gesicht. Der zweitplatzierte HC Thurgau wurde im Viertelfinal mit 4:1 Siegen ausgeschaltet, erst Qualifikationssieger und späterer Meister HC Sierre stoppte die Oltner im Halbfinal mit 4:1.

Für die Saison 2026/27 setzt Olten deshalb vor allem auf Kontinuität. Christian Wohlwend bleibt Headcoach, Leistungsträger wie Guillaume Asselin, Jayce Hawryluk, Stanislav Horansky, Dominic Weder, Patrick Obrist und Jules Sturny gehören weiterhin zum Kader. Gleichzeitig wurde die Torhüterposition komplett neu besetzt, während junge Spieler aus den Partnerorganisationen zusätzliche Tiefe bringen.

Die starken Playoffs sollen der Massstab sein

Die vergangene Saison bestand beim EHC Olten aus zwei sehr unterschiedlichen Teilen. Während der Qualifikation fehlte über weite Strecken die Konstanz, in den Playoffs entwickelte sich die Mannschaft jedoch zu einem unangenehmen Gegner.

Besonders die Viertelfinalserie gegen den HC Thurgau war ein Ausrufezeichen. Olten gewann vier der fünf Partien und eliminierte damit den Zweiten der Qualifikation überraschend deutlich.

Auch gegen Sierre war der Unterschied kleiner, als das Serienresultat von 1:4 vermuten lässt. Das entscheidende fünfte Spiel ging erst in der Verlängerung mit 1:2 verloren.

Genau an diesen Leistungen will Christian Wohlwend anknüpfen. Der Coach steht seit November 2024 an der Bande und verfügt nun über eine Mannschaft, die seine Anforderungen kennt.

Brodecký und Lachat bilden das neue Goalie-Duo

Die grösste Veränderung findet im Tor statt. Mit David Brodecký und Phileas Lachat startet Olten mit zwei neuen Goalies in die Saison.

Brodecký kam vom EHC Winterthur und unterschrieb für eine Saison. Lachat kehrte nach seiner Zeit bei den Waterloo Black Hawks aus der USHL in die Schweiz zurück und erhielt ebenfalls einen Vertrag bis 2027.

Damit beginnt auf einer Schlüsselposition ein neues Kapitel. Die Vorbereitung zeigte allerdings, dass beide Torhüter hinter einer grundsätzlich stabilen Mannschaft gute Voraussetzungen besitzen.

Neu ist auch der Verantwortliche für ihre Entwicklung. Timur Shiyanov übernahm im Sommer das Amt des Goalie-Coaches, nachdem Michael Tobler in die sportliche Leitung wechselte. Tobler wird spätestens Anfang Oktober vollamtlich als Sportchef des EHC Olten arbeiten.

Der Kern bleibt zusammen

Im Angriff verfügt Olten über viel bekannte Qualität. Guillaume Asselin und Jayce Hawryluk bilden weiterhin das kanadische Importduo. Dazu kommen unter anderem Stanislav Horansky, Dominic Weder, Patrick Obrist, Fadri Riatsch, Jules Sturny, Devin Stehli und Manuel von Rohr.

Mattheo Reinhard erhielt nach seinen überzeugenden Einsätzen in den vergangenen Playoffs einen Einjahresvertrag. Auch in der Defensive wurde punktuell ergänzt: Nicolò Ugazzi wechselte vom EHC Winterthur nach Olten und unterschrieb bis 2028.

Eine wichtige Rolle spielen weiterhin die Partnerschaften mit National-League-Klubs. Vom EHC Biel stehen Finn Bichsel, Joel Kurt, Guillaume Kaser, Léo Braillard, Jamie Villard und Manuel von Rohr grundsätzlich mit B-Lizenzen zur Verfügung.

Zusätzlich kamen aus der Organisation des SC Bern die jungen Stürmer Levin Moser und Daniels Serkins. Kurz vor Saisonbeginn erhielten zudem Joel Grossniklaus und Verteidiger Rolands Naglis eine B-Lizenz für Olten.

Diese Konstruktion verleiht dem Kader viel Tiefe, beinhaltet aber auch eine gewisse Unsicherheit, weil B-Lizenz-Spieler jederzeit von ihren Stammklubs zurückbeordert werden können.

Sieben Siege aus zehn Testspielen

Resultatmässig gehört Olten zu den auffälligsten Teams der Vorbereitung. Sieben der zehn Testspiele wurden gewonnen.

Zum Auftakt gab es ein deutliches 8:1 gegen Winterthur. Nach dem 1:3 gegen den SC Bern folgte ein bemerkenswertes 4:3 gegen Meister Sierre, obwohl Olten zwischenzeitlich 0:3 zurückgelegen hatte.

Danach wurden Bellinzona mit 8:3 und die GCK Lions mit 7:2 bezwungen. Gegen den EHC Biel verlor Olten 3:5, ehe Siege gegen Arosa, Basel und den EV Landshut folgten.

Die Generalprobe in Innsbruck ging nach Verlängerung mit 3:4 verloren. Insgesamt erzielte Olten in den zehn Vorbereitungsspielen 45 Tore und kassierte deren 24.

Die Bilanz zeigt, dass die Offensive bereits gut funktioniert. Gleichzeitig besitzen die Oltner genügend Erfahrung, um auch enge Spiele kontrollieren zu können.

Der Klub will Rang 4 – wir bleiben vorsichtiger

Intern ist die Zielsetzung klar. Präsident Marc Thommen erklärte beim Saisonstartevent, dass Olten Rang 4 und damit Heimrecht im Playoff-Viertelfinal anstrebt.

Dieses Ziel ist angesichts des Kaders nicht unrealistisch. Die Leistungen in den vergangenen Playoffs und die starke Vorbereitung sprechen dafür, dass Olten besser auftreten kann als während grosser Teile der letzten Qualifikation.

Trotzdem bleibt die Konkurrenz an der Spitze der Swiss League stark. Sierre, Visp, La Chaux-de-Fonds, Thurgau und Basel verfügen ebenfalls über viel Qualität. Zudem muss das neue Goalie-Duo seine Konstanz über eine komplette Saison erst beweisen.

Der Meisterschaftsstart liefert sofort einen interessanten Gradmesser. Am Samstag, 19. September, gastiert Olten beim EHC Chur, den wir in unserer Prognose auf Rang 7 setzen. Danach warten innerhalb von fünf Tagen zwei Duelle mit dem EHC Basel.

Wir trauen dem EHC Olten eine bessere Qualifikation als im Vorjahr zu. Für die Top 4 fehlt uns vor Saisonbeginn aber noch etwas Sicherheit. Deshalb lautet unsere Prognose Rang 6.

🏆 UNSERE PROGNOSE: RANG 6

  • Pluspunkt: Der Kern der Halbfinal-Mannschaft ist weitgehend zusammengeblieben.
  • Form: Sieben Siege aus zehn Testspielen und ein Torverhältnis von 45:24 sorgen für Rückenwind.
  • Fragezeichen: Mit David Brodecký und Phileas Lachat startet Olten mit einem komplett neuen Goalie-Duo.
  • Ziel: Der Klub strebt Rang 4 und damit Heimrecht im Playoff-Viertelfinal an – unsere Prognose bleibt mit Rang 6 vorsichtiger.

 

Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert

Publireportagen

Empfehlungen

Gott.ch
gourmetnews.ch