Nations League wird abgespeckt – Liga D verschwindet
von belmedia Redaktion Afrika Allgemein Amerika Europa Fussball Magazine nachrichtenticker.ch Nations League News Orte Schweiz soccer.ch Spiele Sport Sport & Spiel sportaktuell.ch Themen Ⳇ Verbreitung
Die UEFA baut die Nations League ab 2028/29 grundlegend um. Statt der bisherigen vier Leistungsstufen wird es künftig nur noch drei Ligen geben, Liga D verschwindet vollständig. Gleichzeitig wachsen die einzelnen Gruppen deutlich: In den Ligen A, B und C sollen grundsätzlich je 18 Nationalteams spielen.
Für die Mannschaften bedeutet das allerdings nicht automatisch weniger Länderspiele. Jede Nation bestreitet in der neuen Ligaphase weiterhin sechs Partien. Neu trifft ein Team dabei auf fünf verschiedene Gegner statt wie bisher in einer Vierergruppe zweimal auf dieselben drei Nationen. Die UEFA verspricht sich davon mehr Abwechslung, weniger sportlich bedeutungslose Begegnungen und ausgeglichenere Wettbewerbe.
Für die Schweiz hat bereits die laufende Nations League 2026/27 besondere Bedeutung, weil mit ihr die neue Struktur vorbereitet wird. Das Team von Murat Yakin spielt derzeit in Liga B und trifft in der Gruppe B1 auf Schottland, Slowenien und Nordmazedonien. Am Samstag beginnt die Schweizer Kampagne mit dem Auswärtsspiel in Skopje gegen Nordmazedonien.
Aus vier Ligen werden drei
Die auffälligste Veränderung betrifft den bisherigen Unterbau.
Bislang besteht die Nations League aus den Ligen A, B, C und D. Ab der Ausgabe 2028/29 soll es nur noch die Ligen A, B und C geben.
Liga D wird abgeschafft. Die dort spielenden Nationen werden im Zuge der Übergangsphase in die neue Liga C integriert.
Die UEFA will damit grössere und sportlich vielfältigere Leistungsstufen schaffen. Liga A und Liga B sollen jeweils 18 Mannschaften umfassen. Auch Liga C ist grundsätzlich für 18 Teams ausgelegt.
Da insgesamt 55 UEFA-Nationalverbände berücksichtigt werden müssen, wird Liga C allerdings eine Besonderheit aufweisen: Eine der drei Gruppen umfasst sieben statt sechs Mannschaften und beginnt ihren Spielplan ein Länderspielfenster früher.
Drei Sechsergruppen statt vier Vierergruppen
Auch innerhalb der einzelnen Ligen ändert sich die Struktur deutlich.
Heute bestehen die Ligen A, B und C jeweils aus vier Gruppen mit vier Mannschaften. Jeder spielt zuhause und auswärts gegen jeden Gruppengegner – insgesamt also sechs Partien.
Künftig bestehen die Ligen grundsätzlich aus drei Gruppen mit jeweils sechs Teams.
Interessant ist dabei das neue Spielsystem: Trotz der grösseren Gruppen bleibt es für jede Mannschaft bei sechs Nations-League-Partien.
Die Teams treffen jedoch nicht gegen alle fünf Gegner zweimal an. Gegen die Mannschaft aus demselben Lostopf gibt es ein Hin- und Rückspiel. Gegen die vier Teams aus den beiden anderen Lostöpfen wird jeweils nur einmal gespielt – entweder zuhause oder auswärts.
Damit begegnet eine Nationalmannschaft innerhalb einer Nations-League-Saison fünf verschiedenen Gegnern statt nur drei.
Mehr Abwechslung ohne zusätzliche Termine
Genau darin liegt einer der wichtigsten Gründe für die Reform.
Die UEFA möchte den Wettbewerb abwechslungsreicher gestalten, ohne zusätzliche Länderspieltermine in den ohnehin stark belasteten internationalen Kalender einzubauen.
UEFA-Präsident Aleksander Čeferin nennt eine bessere sportliche Balance, weniger bedeutungslose Partien und einen attraktiveren Wettbewerb als zentrale Ziele.
Die Anzahl der Gruppenspiele bleibt deshalb unverändert bei sechs.
Auch die Viertelfinals der Liga A, das Final-Four-Turnier sowie die Auf- und Abstiegs-Playoffs bleiben Bestandteil des Wettbewerbs.
Die Nations League wird also nicht kleiner, weil die Nationalteams deutlich weniger spielen. «Abgespeckt» wird vor allem die Ligapyramide: Aus vier Leistungsstufen werden drei.
Aktuelle Saison wird bereits zur Übergangsrunde
Die Auswirkungen des neuen Systems sind bereits in der laufenden Ausgabe 2026/27 zu spüren.
Die UEFA hat das Auf- und Abstiegsverfahren verändert, damit ab 2028 die gewünschten Mannschaftszahlen erreicht werden.
Besonders auffällig ist die Situation in Liga D: Alle dort vertretenen Mannschaften steigen nach dieser Ausgabe in Liga C auf. Damit kann die bisher niedrigste Leistungsstufe anschliessend abgeschafft werden.
Auch in den anderen Ligen wurde das Verfahren angepasst.
In Liga B steigen die vier Gruppensieger direkt in Liga A auf. Die vier Zweitplatzierten erhalten über Playoffs ebenfalls die Möglichkeit zum Aufstieg.
Die Drittplatzierten verbleiben in Liga B. Die vier Gruppenletzten müssen dagegen gegen die vier Zweitplatzierten aus Liga C in die Abstiegs-Playoffs.
Was die Reform für die Schweiz bedeutet
Für die Schweizer Nationalmannschaft ist deshalb schon die aktuelle Kampagne wichtig.
Nach dem Abstieg spielt die Schweiz 2026/27 in Liga B. Der Gruppensieg würde den direkten Wiederaufstieg in Liga A bedeuten.
Rang zwei eröffnet ebenfalls einen Weg nach oben: Die Schweiz würde dann im März 2027 gegen eine Mannschaft aus Liga A um einen Platz in der höchsten Spielklasse kämpfen.
Rang drei würde den Verbleib in Liga B sichern.
Als Gruppenletzter müsste die Schweiz dagegen in einem Playoff gegen einen Zweitplatzierten aus Liga C um den Platz in Liga B kämpfen.
Gerade mit Blick auf die Reform wäre der schnelle Wiederaufstieg sportlich besonders wertvoll. Die Schweiz würde damit die neue Nations-League-Struktur ab 2028 wieder in der höchsten Kategorie beginnen.
Auch die EM-Qualifikation wird verändert
Die Reform endet nicht bei der Nations League.
Nach der EURO 2028 will die UEFA auch die European Qualifiers stärker mit der Nations-League-Struktur verknüpfen.
Dabei sollen die 36 Mannschaften der Nations-League-Ligen A und B gemeinsam eine erste Qualifikationsstufe bilden. Die übrigen 18 beziehungsweise 19 Nationen werden einer zweiten Ebene zugeteilt.
Damit erhält die Platzierung in der Nations League künftig noch stärkere Auswirkungen auf den gesamten europäischen Nationalmannschaftsfussball.
Die UEFA möchte dadurch erreichen, dass Mannschaften häufiger gegen Gegner eines ähnlichen Leistungsniveaus antreten und dennoch für sämtliche Nationen ein Weg zu den grossen Endrunden offenbleibt.
Eine Nations League mit neuem Charakter
Die Reform verändert den Wettbewerb damit stärker, als es die reine Abschaffung der Liga D vermuten lässt.
Die Nations League behält sechs Gruppenspiele pro Team, bietet aber mehr unterschiedliche Gegner. Gleichzeitig wird die Leistungsstruktur von vier auf drei Ebenen komprimiert.
Für kleinere Fussballnationen bedeutet das das Ende der geschützten Liga D. Sie treffen künftig zwangsläufig häufiger auf sportlich stärkere Gegner in Liga C.
Für Nationen wie die Schweiz steigt der Wert der Position innerhalb der Ligapyramide zusätzlich, weil die Nations League künftig noch enger mit den europäischen Qualifikationswettbewerben verbunden wird.
Die aktuelle Ausgabe 2026/27 ist deshalb nicht bloss die nächste Nations League – sie ist gleichzeitig die Übergangssaison in ein grundlegend neues System.
- Nur noch drei statt vier Ligen – die bisherige Liga D wird abgeschafft.
- Grundsätzlich 18 Mannschaften pro Liga und drei Gruppen mit jeweils sechs Teams; wegen der insgesamt 55 Verbände erhält Liga C eine Siebenergruppe.
- Weiterhin sechs Gruppenspiele pro Nation, neu aber gegen fünf verschiedene Gegner.
- Die Ausgabe 2026/27 dient bereits als Übergang: Alle aktuellen Teams aus Liga D werden in Liga C hochgestuft.
Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert