Sierre will höher hinaus – ist der Aufstieg schon 2027 möglich?

Der HC Sierre macht keinen Hehl aus seinen grossen Ambitionen. Nach dem Gewinn der Swiss League 2025/26 spricht der Klub selbst davon, «noch höher hinaus» zu wollen, während Chris McSorley seine Mannschaft erneut im Kampf um die höchsten Ziele sieht. Ein Aufstieg in die National League bereits im Frühjahr 2027 ist sportlich möglich – automatisch ist der Weg nach oben aber keineswegs frei.

Sierre hat seinen Meisterkader weitgehend zusammengehalten und ist erneut stark in die Saison gestartet. Auf das 8:4 gegen La Chaux-de-Fonds folgte ein 3:2 nach Verlängerung gegen die GCK Lions und zuletzt ein beeindruckendes 8:2 in Arosa. Nach drei Partien standen die Walliser bei acht Punkten und einem Torverhältnis von 19:8. Der Titelverteidiger zeigt damit früh, dass der Erfolg der vergangenen Saison kein Ausreisser war.

Entscheidend ist jedoch die Unterscheidung zwischen sportlichem Anspruch und einem formellen Aufstiegsprojekt. Die SIHF schreibt für 2026/27 vor, dass der Swiss-League-Meister nur mit einer entsprechenden Aufstiegsbewilligung die Ligaqualifikation gegen den Verlierer der National-League-Playouts bestreiten darf. Eine öffentlich bestätigte Aufstiegsbewilligung für Sierre für die laufende Saison liegt derzeit noch nicht vor.

McSorley baut erneut ein Spitzenteam

Sierre hat im Sommer bewusst auf Kontinuität gesetzt. Samuel Asselin, Jayden Halbgewachs, Maxime Montandon und zahlreiche weitere Leistungsträger blieben, gleichzeitig kamen unter anderem Darels Dukurs und Killian Mottet hinzu.

McSorley erklärte bei der Kaderplanung, Sierre verfüge über eine talentierte und erfahrene Mannschaft, die erneut um die Spitzenplätze und die höchsten Ziele der Swiss League kämpfen könne. Damit ist klar: Eine Saison lediglich im gesicherten Mittelfeld entspricht nicht dem Anspruch des Meisters.

Wie viel Qualität im Kader steckt, zeigte zuletzt besonders das 8:2 in Arosa mit sieben Sierre-Toren allein im Mitteldrittel. Nach drei Meisterschaftspartien war der Titelverteidiger noch ungeschlagen.

Der Klub spricht selbst von «noch höher hinaus»

Bemerkenswert ist die Kommunikation des Vereins. In seiner Kampagne für die Saison 2026/27 bezeichnete Sierre den Meistertitel ausdrücklich erst als Anfang und erklärte, nun «noch höher hinaus» zu wollen.

Das ist noch keine formelle Ankündigung eines sofortigen Aufstiegsversuchs. Es zeigt aber, dass die National League längst wieder zum Horizont des Klubs gehört.

Präsident Alain Bonnet verbindet diese Perspektive eng mit der geplanten Valais Arena. Der Verein bezeichnet die neue Infrastruktur als entscheidenden Schritt, um langfristig wieder in der höchsten Schweizer Spielklasse antreten zu können.

Graben bleibt der entscheidende Knackpunkt

Genau hier liegt derzeit die grösste Frage. Die heutige Patinoire de Graben ist ein traditionsreicher und stimmungsvoller Standort, erfüllt aber nicht automatisch sämtliche Anforderungen, die für einen dauerhaften Betrieb in der National League gelten.

Die SIHF hält fest, dass Aufsteiger die infrastrukturellen Kriterien der höchsten Liga erfüllen müssen. Solche Fragen werden im Rahmen der Lizenzierung beziehungsweise einer Aufstiegsbewilligung beurteilt.

Sierre kann deshalb sportlich durchaus versuchen, erneut Meister zu werden. Ob ein Titel 2027 tatsächlich in einer Ligaqualifikation und anschliessend in einem Aufstieg münden könnte, hängt zusätzlich von der formellen Bewilligung ab.

Sportlich ist Sierre schon jetzt bereit

Auf dem Eis gibt es dagegen wenig Anlass, die Walliser kleiner zu machen, als sie sind. Sierre gewann die vergangene Meisterschaft und hat unmittelbar danach wieder einen starken Start hingelegt.

Damit unterscheidet sich die Situation deutlich von früheren Jahren. Der Klub muss nicht mehr zuerst beweisen, dass er an der Swiss-League-Spitze mithalten kann. Das hat er bereits getan.

Die eigentliche Frage lautet inzwischen vielmehr, wann sportliche Stärke, Finanzen und Infrastruktur gleichzeitig bereit für den nächsten Schritt sind. Sollte Sierre erneut bis in den Playoff-Final vorstossen und rechtzeitig eine Aufstiegsbewilligung erhalten, wäre der Weg zur National League sportlich offen.

🏒 WAS ES FÜR EINEN AUFSTIEG BRAUCHT

  • Sierre muss zunächst erneut den Playoff-Final gewinnen und Swiss-League-Meister werden.
  • Für die Ligaqualifikation ist gemäss SIHF eine gültige Aufstiegsbewilligung erforderlich.
  • Der Swiss-League-Meister würde gegen den Verlierer der National-League-Playouts um den Aufstieg spielen.
  • Die geplante Valais Arena bleibt für die langfristigen National-League-Ambitionen des Klubs ein zentrales Projekt.
📊SKY SWISS LEAGUE
Letzter von der SIHF in der abrufbaren Tabelle bestätigter Stand; die jüngsten Partien sind darin noch nicht vollständig eingerechnet und werden deshalb nicht selbst hochgerechnet.
# Team Sp. S OT-S OT-N N Tore Diff. Pkt.
1. EHC Basel 3 2 0 1 0 11:9 +2 7
2. HC Sierre 2 1 1 0 0 11:6 +5 5
3. EHC Visp 2 1 1 0 0 6:2 +4 5
4. GDT Bellinzona Snakes 3 1 1 0 1 11:11 0 5
5. EHC Chur 3 1 0 1 1 12:15 -3 4
6. EHC Olten 2 1 0 0 1 11:7 +4 3
7. EHC Arosa 2 1 0 0 1 7:6 +1 3
8. HC Thurgau 3 0 0 2 1 5:7 -2 3
9. HC La Chaux-de-Fonds 3 1 0 0 2 11:14 -3 3
10. GCK Lions 3 0 0 1 2 6:14 -8 1

 

Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert

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