Basel kämpft weiter um die Schwimm-EM 2027

Basel will die Kurzbahn-Europameisterschaften 2027 in die Schweiz holen – doch ausgerechnet jetzt fällt die entscheidende Phase der Finanzierung an. Swiss Aquatics hat für die Elite- und Masters-EM im Dezember 2027 bereits den Zuschlag unter Auflagen erhalten. Ob der Grossanlass in der St. Jakobshalle tatsächlich stattfinden kann, hängt nun davon ab, ob die noch offene Finanzierung rechtzeitig gesichert wird.

Der Verband verfolgt das Basler Projekt seit längerem. Bereits 2024 wurden Gespräche mit einer hochrangigen Basler Delegation geführt, später entstand eine eigene Organisationsstruktur für internationale Meisterschaften. Laut Swiss Aquatics wurde im September 2025 der Zuschlag unter Auflagen erteilt. Als Austragungsort ist die St. Jakobshalle vorgesehen, die für die Meisterschaften zur temporären Schwimmarena umgebaut werden müsste.

Sportlich wäre eine Heim-EM für die Schweiz aussergewöhnlich reizvoll. Mit Noè Ponti und Roman Mityukov verfügt Swiss Aquatics über zwei international etablierte Aushängeschilder, zudem erlebt der Schweizer Schwimmsport seit mehreren Jahren eine seiner erfolgreichsten Phasen. Gleichzeitig bleibt jedoch genau jene finanzielle Frage offen, die bereits Mitte September für erhebliche Unsicherheit gesorgt hatte.

Heute läuft eine wichtige Finanzierungsfrist ab

Swiss-Aquatics-Präsident Ewen Cameron hatte Mitte September erklärt, dass bis Ende September Finanzierungszusagen über rund 1,2 Millionen Franken benötigt würden. Insgesamt fehlen im Budget für die geplanten Europameisterschaften noch ungefähr zwei Millionen Franken.

Das Gesamtbudget beträgt nach Angaben des Verbands 7,8 Millionen Franken. Cameron machte gleichzeitig deutlich, dass sich der Anlass nicht einfach verkleinern lässt. Entweder könne die EM wie vorgesehen durchgeführt werden oder das Projekt müsse aufgegeben werden.

Bis zum heutigen 30. September liegt öffentlich noch keine definitive Mitteilung von Swiss Aquatics vor, dass die entscheidende Finanzierung vollständig gesichert ist. Damit bleibt der Basler Grossanlass vorerst in der Schwebe.

Bereits Mitte September war bekannt geworden, dass der geplanten Kurzbahn-EM wegen des offenen Millionenbetrags die Absage droht.

Basel ist seit Jahren Teil der Strategie

Die Idee ist deutlich älter als die aktuelle Finanzierungskrise. Swiss Aquatics schrieb bereits im Jahresbericht 2024, dass eine Bewerbung für die Kurzbahn-EM 2027 in Basel geprüft werde und Unterstützung aus der Stadt bestehe.

Ende Oktober 2025 wurde danach mit juristischer Unterstützung in Basel ein eigener Verein gegründet. Dieser soll von Swiss Aquatics mit der Bildung lokaler Organisationskomitees und der Durchführung internationaler Meisterschaften mandatiert werden.

Die Kurzbahn-EM ist dabei Teil einer grösseren Strategie. Swiss Aquatics möchte häufiger internationale Wettkämpfe in die Schweiz holen und damit auch die Sichtbarkeit der eigenen Athletinnen und Athleten erhöhen.

Erstmals europäische Schwimmelite in der Schweiz

Sollte die Finanzierung gelingen, wäre Basel Schauplatz eines historischen Ereignisses für den Schweizer Schwimmsport. Eine europäische Elite-Meisterschaft dieser Grössenordnung wurde in der Schweiz bislang noch nie ausgetragen.

European Aquatics richtet die Kurzbahn-Europameisterschaften jeweils in ungeraden Jahren aus. Geschwommen wird auf einer 25-Meter-Bahn, traditionell im November oder Dezember. 2025 war Lublin in Polen Gastgeber der Elite- und Masters-Wettbewerbe.

Für Basel wäre das Event weit mehr als nur ein weiterer Sportanlass. Die St. Jakobshalle verfügt über Erfahrung mit internationalen Grossveranstaltungen, müsste für den Schwimmsport jedoch speziell umgebaut werden. Neben der Wettkampfanlage wären zusätzliche Infrastruktur, Trainingsmöglichkeiten und ein umfangreicher organisatorischer Apparat notwendig.

Ponti wäre das grosse Schweizer Zugpferd

Ein Heimauftritt von Noè Ponti hätte besonderes Gewicht. Der Tessiner gehört gerade auf der Kurzbahn seit Jahren zur absoluten Weltspitze und wäre vor Schweizer Publikum einer der prominentesten Namen des gesamten Anlasses.

Auch Mityukov sowie weitere Schweizer Elite- und Nachwuchsschwimmer würden von einer Heim-EM profitieren. Genau diese Möglichkeit nennt Swiss Aquatics seit Beginn der Bewerbung als einen Hauptgrund für den Versuch, internationale Meisterschaften ins eigene Land zu holen.

Die sportliche Basis ist damit vorhanden. Jetzt entscheidet jedoch nicht die Stoppuhr, sondern die Finanzierung darüber, ob Basel im Dezember 2027 tatsächlich Europas Schwimmelite empfängt.

🏊 DAS BASLER EM-PROJEKT

  • Geplant sind die Kurzbahn-EM der Elite und die Masters-Wettbewerbe im Dezember 2027.
  • Als Austragungsort ist die St. Jakobshalle in Basel vorgesehen.
  • Das Gesamtbudget beträgt nach Angaben von Swiss Aquatics rund 7,8 Millionen Franken.
  • Bis Ende September sollten Finanzierungszusagen über rund 1,2 Millionen Franken gesichert werden.
📊INTERNATIONALE SCHWIMM-TERMINE 2026/27
Termin Wettbewerb Ort
1.–6. Dezember 2026 World Aquatics Kurzbahn-WM Peking
29. Juni–4. Juli 2027 European Aquatics Junioren-EM Bjelovar
Dezember 2027 Kurzbahn-EM Elite und Masters Basel – geplant, Finanzierung noch offen

 

Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert

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