Mancini warnt vor Frankreich – Italien vor dem grossen Gradmesser

Italien steht heute Abend im Stade de France vor dem bislang härtesten Test seit der Rückkehr von Roberto Mancini. Nach dem überzeugenden 4:1 in der Türkei treffen die Azzurri auf Tabellenführer Frankreich, das unter Zinédine Zidane beide bisherigen Nations-League-Spiele gewonnen und noch kein Gegentor kassiert hat. Mancini selbst warnt: Frankreich sei derzeit "viel weiter" als Italien.

Die Ausgangslage könnte unterschiedlicher kaum sein. Frankreich führt Gruppe A1 nach Siegen gegen die Türkei und Belgien mit sechs Punkten und 2:0 Toren an. Italien reagierte zwar stark auf das enttäuschende 0:2 gegen Belgien und gewann in Bursa 4:1, doch gerade deshalb wird das Duell in Saint-Denis zum echten Belastungstest. Die Azzurri haben nur zwei ihrer letzten 15 Begegnungen gegen Frankreich gewonnen.

Für Mancini geht es heute deshalb um weit mehr als drei Punkte. Beim 4:1 gegen die Türkei zeigte Italien erstmals wieder Tempo, Mut und Konsequenz im Pressing. Nun muss sich zeigen, ob diese Fortschritte auch gegen einen Gegner Bestand haben, der individuell und strukturell deutlich stärker einzuschätzen ist.

Mancini nimmt seiner Mannschaft bewusst den Druck

Der italienische Nationaltrainer wählt vor dem Spiel eine auffallend realistische Tonlage.

Frankreich sei aktuell weiter entwickelt, erklärte Mancini vor der Partie. Gleichzeitig betonte er, dass Italien nicht nach Paris gereist sei, um sich zu verstecken.

Auch Alessandro Bastoni formulierte die Haltung der Mannschaft klar. Die Azzurri seien nicht für einen Spaziergang gekommen und hätten genügend Qualität, um Frankreich Schwierigkeiten zu bereiten.

Gerade diese Mischung aus Respekt und Selbstvertrauen passt zur aktuellen Situation.

Italien befindet sich weiterhin in einem Neuaufbau. Nach Jahren mit sportlichen Rückschlägen, verpassten Turnieren und zunehmender Distanz zu den eigenen Fans soll Mancini eine jüngere Mannschaft formen, die wieder dauerhaft konkurrenzfähig wird.

Das 4:1 in Bursa war dafür ein wichtiges Signal. Frankreich wird nun zeigen, wie belastbar dieses Signal tatsächlich ist.

Frankreich unter Zidane noch ohne Gegentor

Zinédine Zidane hat seinen Einstand als französischer Nationaltrainer nahezu perfekt gestaltet.

Frankreich gewann zunächst mit 1:0 in der Türkei. Kylian Mbappé erzielte dabei das entscheidende Tor, verletzte sich allerdings am Knie und musste später ausgewechselt werden.

Im zweiten Spiel folgte ein weiteres 1:0 in Belgien.

Zidane veränderte seine Startformation dort auf neun Positionen und erhielt trotzdem eine stabile Mannschaft. Désiré Doué traf die Latte, Lucas Da Cunha den Pfosten, ehe der eingewechselte Michael Olise in der 88. Minute den Siegtreffer erzielte.

Zwei Spiele, zwei Siege, kein Gegentor: Resultatmässig könnte der Start kaum besser sein.

Gerade deshalb wird Frankreich für Italien zum bislang eindeutig stärksten Gegner unter Mancini.

Raspadori fehlt – Kayode drängt erneut in die Startelf

Italien muss in Saint-Denis auf Giacomo Raspadori verzichten.

Der Atalanta-Stürmer wurde nach dem Türkei-Spiel medizinisch untersucht und verliess das Nationalmannschafts-Camp verletzt. Für Mancini fällt damit eine flexible Offensivoption weg.

Dafür hat sich Michael Kayode mit seinem starken Debüt in Bursa in den Vordergrund gespielt.

Der 22-Jährige war beim 4:1 an zwei Treffern direkt beteiligt, erzielte selbst ein Tor und lieferte auch offensiv viel Dynamik.

Mancini dürfte deshalb ernsthaft darüber nachdenken, dem Verteidiger erneut eine wichtige Rolle zu geben.

Auch Pio Esposito hat nach seinem Treffer gegen die Türkei Argumente gesammelt. Italien besitzt damit zwar weniger internationale Erfahrung als Frankreich, dafür aber mehrere junge Spieler, die aktuell mit viel Selbstvertrauen auftreten.

Die Bilanz spricht deutlich für Frankreich

Historisch ist die Paarung ein Klassiker.

Italien hat insgesamt zwar mehr direkte Duelle gewonnen als Frankreich, die jüngere Vergangenheit spricht jedoch klar für Les Bleus.

Nur zwei der letzten 15 Begegnungen konnte Italien für sich entscheiden.

Besonders brisant: In der Nations League 2024/25 gewann Italien zunächst 3:1 in Frankreich, verlor das Rückspiel in Mailand danach aber ebenfalls mit 1:3.

Mancini weiss deshalb genau, wie schwierig die Aufgabe wird.

Für Italien geht es nicht darum, mit einem einzigen Spiel alle Zweifel zu beseitigen. Entscheidend wird sein, ob die Mannschaft auch gegen Frankreich jene Intensität, Kompaktheit und Entschlossenheit zeigen kann, die beim 4:1 in der Türkei endlich wieder sichtbar waren.

Heute Abend erhält Mancini darauf die bislang klarste Antwort.

🏆 FRANKREICH–ITALIEN IM FOKUS

  • Frankreich hat beide Nations-League-Spiele gewonnen und noch kein Gegentor kassiert.
  • Italien reagierte auf das 0:2 gegen Belgien mit einem überzeugenden 4:1 in der Türkei.
  • Giacomo Raspadori fällt verletzt aus.
  • Italien gewann nur zwei der letzten 15 direkten Duelle gegen Frankreich.
📊NATIONS LEAGUE – GRUPPE A1
Offizieller Stand vor dem 3. Spieltag.
Team Sp. S U N Tore Diff. Pkt.
1. Frankreich 2 2 0 0 2:0 +2 6
2. Belgien 2 1 0 1 2:1 +1 3
3. Italien 2 1 0 1 4:3 +1 3
4. Türkei 2 0 0 2 1:5 -4 0

 

Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert

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