Italien muss bei Inacio aufpassen – Brasilien bleibt im Hintergrund
von belmedia Redaktion Allgemein Amerika Europa Fussball International Magazine nachrichtenticker.ch Nations League News Orte Schweiz soccer.ch Spiele Sport sportaktuell.ch sportnachrichten.ch Themen Ⳇ Verbreitung
Samuele Inacio steht bei Italien plötzlich im Mittelpunkt einer heiklen Personalfrage. Der 18-jährige Offensivspieler von Borussia Dortmund gehört zwar zum erweiterten Kreis von Roberto Mancini, hat in der laufenden Nations League aber noch keine Pflichtspielminute erhalten. Sollte sich daran auch gegen die Türkei am Montag nichts ändern, bleibt die Tür für Brasilien weiter offen.
Inacio wurde für die Partien gegen Belgien, die Türkei und Frankreich nominiert, schaffte es bislang aber nicht in ein Pflichtspiel. Beim 0:2 gegen Belgien und beim 4:1 in der Türkei kam er nicht zum Einsatz, für das heutige Spiel gegen Frankreich reiste er gar nicht mit nach Paris. Stattdessen blieb er mit acht weiteren Spielern in Coverciano und absolvierte dort ein eigenes Trainingsprogramm.
Der Fall ist deshalb brisant, weil Inacio international noch nicht endgültig an Italien gebunden ist. Zwar debütierte er am 3. Juni beim Testspielsieg in Luxemburg für die Azzurri, doch es blieb bei einer Minute in einem Freundschaftsspiel. Mancini hält grosse Stücke auf den Dortmunder und will ihn behutsam heranführen. Beim 4:1 gegen die Türkei erhielten bereits mehrere junge Italiener ihre Chance – Inacio wartet dagegen weiter.
Brasilien hatte Inacio bereits im Visier
Die italienische Föderation weiss genau, weshalb sie den Fall aufmerksam verfolgt.
Brasilien hatte bereits im vergangenen Frühjahr versucht, Inacio für die U23-Auswahl zu gewinnen. Der Spieler lehnte damals ab und entschied sich bewusst für den italienischen Weg.
Das Interesse aus Brasilien dürfte damit aber nicht automatisch verschwunden sein.
Inacio besitzt aufgrund seiner familiären Herkunft eine enge Verbindung zu beiden Ländern. Er wurde in Bergamo geboren, seine Mutter ist Italienerin, sein Vater Inacio Pià stammt aus Brasilien und spielte selbst während vieler Jahre in Italien.
Auch sein Onkel Joelson war Profifussballer.
Italiener durch und durch – trotzdem bleibt die Regel entscheidend
Sportlich ist Inacio bislang klar mit Italien verbunden.
Er durchlief die Nachwuchsauswahlen von der U15 bis zur U19 und gehörte bei der U17-EM 2025 zu den herausragenden Spielern des Turniers.
Mit fünf Toren in vier Spielen wurde er Torschützenkönig. Bei der anschliessenden U17-WM erzielte er weitere vier Treffer und half Italien auf Rang drei.
Trotz dieser langen Juniorenkarriere ist für die endgültige Bindung an die A-Nationalmannschaft entscheidend, wann und wie oft er in offiziellen Partien eingesetzt wird.
Die aktuellen FIFA-Regeln lassen unter bestimmten Voraussetzungen einen späteren Verbandswechsel zu.
Genau deshalb hätte ein Pflichtspieleinsatz gegen die Türkei für Italien besonderes Gewicht.
Mancini bremst die Erwartungen
Roberto Mancini macht allerdings klar, dass er Inacio nicht nur aus taktischen Gründen nominiert hat.
Der Nationaltrainer sieht im 18-Jährigen ein grosses Zukunftsprojekt.
Vor der Partie gegen Frankreich erklärte Mancini, Inacio müsse sich noch entwickeln, mit der A-Nationalmannschaft trainieren und Erfahrungen sammeln.
Gleichzeitig stellte der Coach klar, dass der Dortmunder künftig seine Möglichkeiten erhalten werde.
Ein Grund für die Zurückhaltung liegt auch auf Klubebene.
Inacio hat bei Borussia Dortmund bislang 125 Minuten in drei Einsätzen gesammelt. Im DFB-Pokal gelangen ihm allerdings bereits zwei Treffer.
In Dortmund flexibel einsetzbar
Mancini testete Inacio im Training vor allem auf dem linken Flügel.
Der 18-Jährige kann aber auch als zweite Spitze oder auf der Zehnerposition eingesetzt werden.
Seine Stärken liegen im Dribbling, in engen Räumen und in der Fähigkeit, zwischen den Linien aufzutauchen.
Genau diese Vielseitigkeit macht ihn für Italien interessant.
Nach Jahren mit Problemen in der offensiven Entwicklung sucht die Squadra Azzurra gezielt nach Spielern, die Eins-gegen-eins-Situationen lösen können.
Türkei-Spiel wird zum nächsten Schlüsseltermin
Italien spielt heute Abend zunächst auswärts gegen Frankreich.
Am Montag folgt in Bologna bereits das nächste Nations-League-Spiel gegen die Türkei.
Für Inacio könnte genau diese Partie zum Wendepunkt werden.
Italien benötigt sportlich Punkte im Kampf um die vorderen Plätze der Gruppe A1. Gleichzeitig könnte Mancini die Gelegenheit nutzen, einem seiner grössten Talente erstmals Einsatzzeit in einem Pflichtspiel zu geben.
Für Inacio selbst bleibt die Lage ruhig.
Er hat sich bisher klar zu Italien bekannt. Solange aber keine ausreichende Zahl offizieller Einsätze hinzukommt, bleibt Brasilien theoretisch eine Option.
- Samuele Inacio ist 18 Jahre alt und spielt für Borussia Dortmund.
- Sein bisher einziger A-Länderspieleinsatz für Italien war eine Minute im Testspiel gegen Luxemburg.
- Brasilien wollte ihn bereits für die U23 gewinnen, Inacio entschied sich damals gegen einen Wechsel.
- Die nächste mögliche Chance auf einen Pflichtspieleinsatz bietet sich am Montag gegen die Türkei.
| Rang / Team | Sp. | S | U | N | Tore | Diff. | Pkt. |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. Frankreich | 2 | 2 | 0 | 0 | 2:0 | +2 | 6 |
| 2. Belgien | 2 | 1 | 0 | 1 | 2:1 | +1 | 3 |
| 3. Italien | 2 | 1 | 0 | 1 | 4:3 | +1 | 3 |
| 4. Türkei | 2 | 0 | 0 | 2 | 1:5 | -4 | 0 |
Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert