MotoGP führt 2027 eigenes Sprint-Qualifying ein
von belmedia Redaktion Allgemein Amerika Europa Magazine Motorrad nachrichtenticker.ch News Orte Schweiz Sport Sport & Spiel sportaktuell.ch sportnachrichten.ch Themen Ⳇ Verbreitung
Die MotoGP stellt ihr Rennwochenende ab der Saison 2027 grundlegend um. Künftig erhalten Sprint und Grand Prix zwei getrennte Qualifyings und damit auch zwei verschiedene Startaufstellungen. Das neue Sprint-Qualifying findet bereits am Freitag statt, während die Startpositionen für das Hauptrennen weiterhin am Samstag vergeben werden.
Der Freitag beginnt ab 2027 mit einem 45-minütigen FP1 und einem 30-minütigen FP2. Danach folgt erstmals ein eigenes 15-minütiges Sprint-Qualifying, an dem sämtliche MotoGP-Fahrer teilnehmen. Dieses bestimmt ausschliesslich die Startaufstellung für den Sprint am Samstagnachmittag.
Am Samstag absolvieren die Fahrer zunächst ein 20-minütiges FP3. Danach beginnt das Grand-Prix-Qualifying komplett neu: Alle Fahrer müssen zuerst ins 15-minütige Q1. Die zwölf Schnellsten qualifizieren sich anschliessend für Q2, das ebenfalls 15 Minuten dauert und die Startaufstellung für den Grand Prix am Sonntag festlegt.
Zwei Qualifyings statt einer gemeinsamen Startaufstellung
Die wichtigste Änderung betrifft die Trennung von Sprint und Hauptrennen.
Bislang wird die Startaufstellung am Samstagmorgen ermittelt und gilt sowohl für den Sprint als auch für den Grand Prix.
Ab 2027 ist dieses System Geschichte.
Ein Fehler im Sprint-Qualifying am Freitag beeinflusst dann nicht mehr automatisch auch die Ausgangslage für den Grand Prix. Umgekehrt kann ein Fahrer am Samstag nochmals komplett neu angreifen.
Damit steigt die sportliche Bedeutung des Freitags erheblich.
Der Freitag wird deutlich wichtiger
Die bisherige Practice-Session wird durch ein kürzeres FP2 ersetzt.
Dieses dauert nur noch 30 Minuten und entscheidet nicht mehr darüber, wer direkt in einen bestimmten Qualifying-Abschnitt einzieht.
Das ist ein deutlicher Bruch mit dem bisherigen Format.
Freitags müssen Teams damit einen neuen Kompromiss finden: Zunächst Setup-Arbeit in FP1 und FP2, danach sofort maximale Performance über eine einzelne schnelle Runde im Sprint-Qualifying.
Gerade auf Strecken, auf denen Reifenfenster und Streckenentwicklung eine grosse Rolle spielen, dürfte das die Vorbereitung anspruchsvoller machen.
Einen Überblick darüber, weshalb Qualifying, Reifen, Abstimmung und Rennstrategie im Motorsport so stark ineinandergreifen, bietet SportAktuell im Beitrag über Regeln, Reifen, Technik und Rennstrategie im Motorsport.
Alle Fahrer müssen am Samstag ins Q1
Auch das Grand-Prix-Qualifying wird vereinfacht und gleichzeitig verschärft.
Ab 2027 starten sämtliche Fahrer im Q1.
Die besten zwölf ziehen danach in Q2 ein. Dort werden Pole Position und die ersten vier Startreihen für den Grand Prix vergeben.
Damit gibt es keine direkte Qualifikation für Q2 mehr über vorherige Trainingszeiten.
Das erhöht den Druck im Q1 erheblich. Selbst die schnellsten Fahrer des Feldes müssen ihre Runde dort zuerst sauber zusammenbringen.
Ein Sturz, eine gelbe Flagge oder ein technisches Problem kann dadurch deutlich grössere Auswirkungen haben.
Warm-up am Sonntag verschwindet
Auch der Sonntag wird verändert.
Das bisherige MotoGP-Warm-up entfällt.
Stattdessen öffnet die Boxengasse vor dem Grand Prix für zehn Minuten. Die Fahrer können in dieser Phase mehrere Besichtigungsrunden absolvieren und Motorrad, Reifen und Bedingungen nochmals überprüfen.
Danach beginnt das Rennen mit jener Startaufstellung, die am Samstag im Grand-Prix-Qualifying festgelegt wurde.
Moto3 und Moto2 bleiben zuvor Bestandteil des Sonntagsprogramms.
2027 wird ohnehin zum grossen Neustart
Die Formatänderung kommt nicht isoliert.
2027 beginnt in der MotoGP ohnehin eine neue technische Ära. Das neue Reglement bringt umfangreiche Änderungen an den Motorrädern und bildet gemeinsam mit dem neuen Wochenendformat einen der grössten Umbrüche der vergangenen Jahre.
Für die Fahrer bedeutet das mehr entscheidende Sessions.
Freitag: Sprint-Qualifying.
Samstag: Grand-Prix-Qualifying und Sprint.
Sonntag: Grand Prix.
Die MotoGP trennt damit die beiden Rennen sportlich klarer voneinander und gibt Fahrern nach einem schlechten Freitag die Möglichkeit, sich am Samstag eine deutlich bessere Ausgangslage für das Hauptrennen zu erarbeiten.
- Freitag: FP1 45 Minuten, FP2 30 Minuten, Sprint-Qualifying 15 Minuten.
- Samstag: FP3 20 Minuten, GP-Q1 15 Minuten, GP-Q2 15 Minuten und Sprint.
- Sprint: eigene Startaufstellung aus dem Qualifying vom Freitag.
- Grand Prix: separate Startaufstellung aus Q1 und Q2 am Samstag.
| Rang / Fahrer | Team | Pkt. | Rückstand |
|---|---|---|---|
| 1. Jorge Martin | Aprilia Racing | 333 | – |
| 2. Marc Marquez | Ducati Lenovo Team | 331 | -2 |
| 3. Marco Bezzecchi | Aprilia Racing | 284 | -49 |
| 4. Pedro Acosta | Red Bull KTM Factory Racing | 243 | -90 |
Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert