Knall vor Heim-WM: Schmidhalter tritt sofort zurück

Weniger als vier Monate vor der alpinen Heim-WM in Crans-Montana kommt es zu einem Führungswechsel an der Spitze des Organisationskomitees. Claude-Alain Schmidhalter legt seine Ämter als Präsident des WM-OK und als Vizepräsident von Swiss-Ski mit sofortiger Wirkung nieder. Der Rücktritt folgt nur Stunden nach seiner vorläufigen Suspendierung wegen eines laufenden Strafverfahrens.

Swiss-Ski und der Vorstand von Crans-Montana 2027 hatten Schmidhalter zunächst temporär von seinen Funktionen entbunden. Hintergrund ist eine Anklage der Walliser Staatsanwaltschaft im Zusammenhang mit seiner unternehmerischen Tätigkeit. Das Verfahren steht ausdrücklich nicht mit seinen Funktionen bei Swiss-Ski oder der Ski-WM in Verbindung. Schmidhalter weist die Vorwürfe zurück, für ihn gilt die Unschuldsvermutung.

Für die Organisation der Weltmeisterschaften ist der Zeitpunkt dennoch heikel. Die Titelkämpfe finden vom 1. bis 14. Februar 2027 statt, die Vorbereitungen befinden sich längst in der Schlussphase. Der WM-Vorstand wird vorläufig von Vizepräsident Sébastien Rey und Diego Züger, Co-CEO von Swiss-Ski und Mitglied des WM-Vorstands, geführt.

Aus einer Suspendierung wird der definitive Rücktritt

Am Mittwochmorgen hatten Swiss-Ski und das Organisationskomitee zunächst eine vorläufige Lösung kommuniziert.

Schmidhalter sollte bis zum Urteil des Bezirksgerichts Brig von seinen Funktionen suspendiert bleiben.

Nur wenige Stunden später zog der Walliser selbst weitergehende Konsequenzen und erklärte seinen definitiven Rücktritt aus beiden Ämtern.

Schmidhalter machte gleichzeitig deutlich, dass er damit kein Schuldeingeständnis verbinde.

Er erklärte, er treffe den Entscheid nicht, weil er sich etwas vorzuwerfen habe, sondern weil die Weltmeisterschaften nun Klarheit benötigten.

Gerichtsverhandlung am 27. Oktober

Das Strafverfahren betrifft Schmidhalters geschäftliche Tätigkeit ausserhalb des Sports.

Die Verhandlung vor dem Bezirksgericht Brig ist für den 27. Oktober angesetzt.

Der Vorwurf lautet auf Betrug beziehungsweise ungetreue Geschäftsführung im Zusammenhang mit einer früheren unternehmerischen Tätigkeit. Schmidhalter bestreitet die gegen ihn erhobenen Vorwürfe entschieden.

Wichtig ist die klare Trennung: Weder Swiss-Ski noch das Organisationskomitee der Weltmeisterschaften sind Gegenstand dieses Verfahrens.

Bis zu einem rechtskräftigen Entscheid gilt die Unschuldsvermutung.

WM-Organisation muss kurz vor dem Grossanlass reagieren

Sportlich und organisatorisch kommt der Wechsel zu einem sensiblen Zeitpunkt.

Crans-Montana richtet vom 1. bis 14. Februar 2027 erstmals seit 1987 wieder die alpinen Ski-Weltmeisterschaften aus. Die Arbeiten sind inzwischen weit fortgeschritten, Tribünen und weitere Infrastruktur entstehen bereits im Zielgelände.

Die operative Führung liegt weiterhin bei CEO Didier Défago und seinem Team.

Damit ist die tägliche Organisation des Grossanlasses nicht allein vom Rücktritt des OK-Präsidenten abhängig.

Auf strategischer Ebene entsteht dennoch eine Lücke. Schmidhalter war über Jahre eng mit dem WM-Projekt verbunden und gleichzeitig als Vizepräsident Teil der Führung von Swiss-Ski.

Vorläufig übernehmen Sébastien Rey und Diego Züger die Leitung des WM-Vorstands.

Crans-Montana bleibt Schweizer Saisonhöhepunkt

Für den Schweizer Skisport soll sich am sportlichen Fahrplan nichts ändern.

Die Heim-WM bleibt der grosse Höhepunkt des kommenden Winters. Marco Odermatt, Loïc Meillard, Franjo von Allmen und die weiteren Schweizer Spitzenfahrer werden im Wallis vor eigenem Publikum um die Medaillen kämpfen.

Zusätzliche Bedeutung erhält Crans-Montana auch dadurch, dass die FIS auf eine zusätzliche alpine Weltmeisterschaft im Jahr 2028 verzichtet hat. Damit bleibt die Heim-WM 2027 für den Schweizer Skisport klar im Zentrum.

Der organisatorische Fokus richtet sich nun darauf, den Führungswechsel möglichst ohne Auswirkungen auf die letzten Vorbereitungsmonate zu bewältigen.

Swiss-Ski verliert einen Vizepräsidenten

Schmidhalters Rücktritt betrifft nicht nur das WM-Organisationskomitee.

Mit seinem sofortigen Abgang gibt er gleichzeitig auch das Amt als Vizepräsident von Swiss-Ski ab.

Damit muss sich der Schweizer Skiverband ebenfalls neu organisieren. Für Swiss-Ski kommt dies ausgerechnet in einer Phase, in der der Verband sportlich auf einen der wichtigsten Winter seiner Geschichte zusteuert.

Die Heim-WM in Crans-Montana besitzt sportlich, wirtschaftlich und für die öffentliche Wahrnehmung des Schweizer Skisports enorme Bedeutung.

Umso wichtiger ist für die Verantwortlichen, dass die Diskussionen um Schmidhalter nicht die letzten Monate der Vorbereitung dominieren.

🏆 DAS ÄNDERT SICH VOR DER HEIM-WM

  • Claude-Alain Schmidhalter tritt als Präsident des WM-OK und als Vizepräsident von Swiss-Ski per sofort zurück.
  • Der WM-Vorstand wird interimistisch von Sébastien Rey und Diego Züger geführt.
  • Die operative WM-Leitung um CEO Didier Défago arbeitet weiter.
  • Die alpine Ski-WM findet vom 1. bis 14. Februar 2027 in Crans-Montana statt.
📊ALPIN-WELTCUP MÄNNER – SCHLUSSSTAND 2025/26
Letzter offiziell bestätigter FIS-Gesamtweltcup vor dem Start der Saison 2026/27.
Rang / Fahrer Nation Punkte
1. Marco Odermatt SUI 1’626
2. Lucas Pinheiro Braathen BRA 1’058
3. Atle Lie McGrath NOR 936
4. Loïc Meillard SUI 923
5. Henrik Kristoffersen NOR 821

 

Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert

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