Was Xhaka und Embolo sportlich tatsächlich droht
von belmedia Redaktion Allgemein Fussball Magazine nachrichtenticker.ch Nationalmannschaft Nations League News Orte Regionen Schweiz Schweiz soccer.ch Spiele Sport Sport & Spiel sportaktuell.ch sportnachrichten.ch Themen Ⳇ Verbreitung
Granit Xhaka und Breel Embolo haben den jüngsten Zusammenzug der Schweizer Nationalmannschaft verpasst, doch eine automatische Sperre durch UEFA oder FIFA besteht nach aktuellem Stand nicht. Für beide geht es sportlich vor allem um die Frage, ob sie im November wieder für die Nati aufgeboten werden und welche Rolle sie dort übernehmen. Weitergehende Sanktionen wären nur auf einer konkreten reglementarischen Grundlage und nach einem entsprechenden Verfahren möglich.
Der Schweizerische Fussballverband hat bei beiden Spielern bereits reagiert. Xhakas Verzicht auf den Zusammenzug wurde nach seinem persönlichen Statement zur Impfbestätigung gemeinsam mit der SFV-Führung beschlossen. Bei Embolo entschied der Verband nach Bekanntwerden einer Angelegenheit aus dessen Privatleben, dass er entgegen der ursprünglichen Planung nicht zur Mannschaft stossen werde. In beiden Fällen handelte es sich um Entscheide des SFV und nicht um Sperren der UEFA oder FIFA.
Sportlich besitzt die Situation zusätzliche Brisanz, weil die Schweiz ohne die beiden Routiniers alle vier bisherigen Nations-League-Spiele gewonnen hat. Das Team von Murat Yakin führt die Gruppe mit zwölf Punkten souverän an und benötigt nur noch einen Punkt für den direkten Wiederaufstieg in die Liga A. Yakin betonte dennoch ausdrücklich, dass Xhaka und Embolo nicht einfach zu ersetzen seien und er im November wieder mit ihnen rechnen möchte.
Keine automatische UEFA- oder FIFA-Sperre
Entscheidend ist zunächst die Trennung zwischen staatlichen Angelegenheiten und dem Sportrecht. Das aktuelle Reglement der UEFA Nations League definiert die Spielberechtigung insbesondere über Nationalität, Identitätsnachweis und die vorgeschriebene medizinische Untersuchung.
Aus den öffentlich bekannten Vorgängen ergibt sich derzeit keine automatische Bestimmung, nach der Xhaka oder Embolo deshalb ihre Spielberechtigung für die Nations League verlieren würden.
Auch die im Nations-League-Reglement festgelegten automatischen Sperren betreffen vor allem sportliche Disziplinarfälle. Ein Platzverweis führt grundsätzlich zu einer Sperre für das nächste Wettbewerbsspiel, zudem greifen Sperren nach einer bestimmten Anzahl Gelber Karten.
Eine darüber hinausgehende UEFA-Sanktion müsste auf einem konkreten Verstoss gegen die anwendbaren UEFA-Regeln beruhen und durch die zuständigen Disziplinarorgane behandelt werden. Eine solche Sperre gegen Xhaka oder Embolo ist derzeit nicht bekannt.
Der SFV kann über das Aufgebot entscheiden
Davon zu unterscheiden ist die sportliche Auswahl durch den Schweizer Verband. Für jedes Nations-League-Spiel meldet der nationale Verband sein Kader an die UEFA. Dass ein Spieler grundsätzlich spielberechtigt ist, bedeutet deshalb nicht automatisch, dass er auch aufgeboten werden muss.
Genau hier liegt derzeit die unmittelbarste sportliche Konsequenz. Der SFV kann gemeinsam mit der sportlichen Führung entscheiden, einen Spieler für einen Zusammenzug nicht zu berücksichtigen.
Bei Xhaka erklärte SFV-Präsident Peter Knäbel nach dem Entscheid im September ausdrücklich, dass die Situation nach Abschluss des Länderspielfensters gemeinsam neu beurteilt werde. Bei Embolo entschied die Verbandsführung ebenfalls, den laufenden Zusammenzug ohne ihn zu bestreiten.
Für November ist deshalb weder eine Rückkehr garantiert noch ein weiterer Ausschluss beschlossen.
Auch die Hierarchie könnte theoretisch betroffen sein
Neben einer Nicht-Nomination wären grundsätzlich auch interne sportliche Entscheidungen möglich. Dazu gehören beispielsweise die Rolle innerhalb der Mannschaft, Einsatzzeiten oder Führungsfunktionen.
Bei Xhaka ist insbesondere die Captainfrage relevant. Während seiner Abwesenheit führte Manuel Akanji die Mannschaft als Captain aufs Feld. Yakin stellte nach dem erfolgreichen Oktober-Fenster allerdings klar, dass Xhaka weiterhin der Captain der Schweizer Nationalmannschaft sei.
Damit gibt es aktuell keinen Hinweis darauf, dass ihm diese Funktion entzogen wurde.
Auch bei Embolo hat Yakin signalisiert, dass er sportlich weiter mit dem Stürmer plant. Eine Rückkehr würde allerdings nicht automatisch einen Stammplatz bedeuten. In seiner Abwesenheit haben andere Offensivspieler Einsatzzeit erhalten und ihre Chancen genutzt.
Ethikverfahren nur bei konkreter Grundlage
Der SFV untersteht zusätzlich dem Ethik-Statut des Schweizer Sports. Dieses gilt auch für Spieler und Funktionäre des Verbandes.
Mutmassliche Verstösse können von Swiss Sport Integrity untersucht werden. Für die rechtliche Beurteilung entsprechender Fälle ist nach den aktuellen SFV-Statuten das Schweizer Sportgericht zuständig.
Das Ethik-Statut kennt verschiedene mögliche Sanktionen. Dazu können bei festgestellten Verstössen Verwarnungen oder in schwereren Fällen zeitlich begrenzte beziehungsweise dauerhafte Tätigkeitsverbote im organisierten Sport gehören.
Daraus darf jedoch nicht abgeleitet werden, dass Xhaka oder Embolo automatisch ein solches Verfahren oder eine solche Sanktion droht. Nach dem derzeit öffentlich bestätigten Stand ist kein entsprechender Entscheid gegen die beiden bekannt. Eine Sanktion könnte erst nach einer konkreten Prüfung und auf Grundlage der dafür geltenden Regeln ausgesprochen werden.
Klubs könnten separat reagieren
Daneben besteht eine weitere Ebene: die jeweiligen Arbeitgeber der Spieler. Ein Klub kann grundsätzlich auf Grundlage des Arbeitsvertrags, interner Reglemente und des anwendbaren Arbeitsrechts prüfen, ob ein ausserhalb des Spielfelds liegender Vorgang Konsequenzen hat.
Welche Massnahmen zulässig wären, hängt vom konkreten Vertrag und Sachverhalt ab. Denkbar sind je nach Fall interne Gespräche oder arbeitsrechtliche Massnahmen. Ohne entsprechende Mitteilung des jeweiligen Vereins wäre es jedoch falsch, eine Busse, Suspendierung oder andere Strafe als Tatsache darzustellen.
Sportlich ist deshalb derzeit nur eines sicher: Xhaka und Embolo haben den jüngsten Nati-Zusammenzug verpasst. Eine UEFA- oder FIFA-Sperre ist nicht ausgesprochen, und Yakin hat öffentlich signalisiert, im November wieder mit beiden Führungsspielern arbeiten zu wollen.
- Eine automatische UEFA- oder FIFA-Sperre aufgrund der derzeit bekannten Vorgänge besteht nicht.
- Der SFV kann unabhängig davon über eine Nomination für kommende Nati-Zusammenzüge entscheiden.
- Interne Rollen wie Einsatzplanung oder Führungsaufgaben können grundsätzlich durch Trainer und Verband festgelegt werden.
- Weitere sportrechtliche Sanktionen wären nur nach einem konkreten Regelverstoss und dem dafür vorgesehenen Verfahren möglich.
| Rang / Team | Sp. | S | U | N | Tore | Diff. | Pkt. |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. Schweiz | 4 | 4 | 0 | 0 | 11:1 | +10 | 12 |
| 2. Slowenien | 4 | 2 | 1 | 1 | 5:3 | +2 | 7 |
| 3. Schottland | 4 | 1 | 1 | 2 | 3:5 | -2 | 4 |
| 4. Nordmazedonien | 4 | 0 | 0 | 4 | 0:10 | -10 | 0 |
Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert