Daniel Eich scheitert an Judo-WM in Runde zwei
von belmedia Redaktion Allgemein Europa Magazine nachrichtenticker.ch News Orte Regionen Schweiz Schweiz Sport Sport & Spiel sportaktuell.ch sportnachrichten.ch Themen Ⳇ Verbreitung
Für Daniel Eich ist die Judo-Weltmeisterschaft in Baku bereits nach dem zweiten Kampf beendet. Der 26-jährige Aargauer unterlag am Freitag, 9. Oktober 2026, in der Gewichtsklasse bis 100 Kilogramm dem italienischen Europameister und Weltranglisten-Ersten Gennaro Pirelli. Damit bleibt die Schweizer Delegation bei den Einzelwettbewerben ohne Medaille.
Dabei hatte Eich den Wettkampftag erfolgreich eröffnet. Gegen den Zyprer Georgios Kroussaniotakis setzte sich der Schweizer mit einer Waza-ari-Wertung durch. In der anschliessenden Runde der letzten 32 wartete jedoch mit Pirelli einer der grössten Titelanwärter. Der Italiener bestätigte seine Favoritenrolle und beendete Eichs Hoffnungen auf einen weiteren Vorstoss.
Für Swiss Judo ist das Ausscheiden besonders enttäuschend, weil Eich als letzte Schweizer Medaillenhoffnung in den Einzelwettbewerben galt. Das beste Schweizer Ergebnis erzielte der Genfer Aurélien Bonferroni, der in der Gewichtsklasse bis 81 Kilogramm den Achtelfinal erreichte. Damit endet die Einzel-WM für die Schweiz ohne Podestplatz.
Eich trifft früh auf den Topfavoriten
Der Auftakt in die Weltmeisterschaft verlief für Daniel Eich vielversprechend. Im ersten Kampf der Gewichtsklasse bis 100 Kilogramm traf er auf Georgios Kroussaniotakis aus Zypern.
Der Schweizer setzte sich mit einer Waza-ari-Wertung durch und qualifizierte sich damit für die nächste Runde. Dort wartete allerdings eine deutlich schwierigere Aufgabe.
Gennaro Pirelli war als Nummer eins der Welt nach Baku gereist. Der 26-jährige Italiener hatte im April den Europameistertitel gewonnen und anschliessend weitere internationale Turniere für sich entschieden.
In der zweiten Runde konnte Eich den Favoriten nicht bezwingen. Für den Aargauer bedeutete die Niederlage das unmittelbare Ende seiner WM-Teilnahme. Pirelli kämpfte sich anschliessend bis in die Medaillenentscheidungen vor und gewann Bronze.
Besondere Vorgeschichte zwischen Eich und Pirelli
Die Begegnung in Baku hatte einen zusätzlichen sportlichen Hintergrund. Beide Athleten waren bereits wenige Wochen zuvor beim Grand Slam in Budapest erfolgreich gewesen.
Pirelli gewann damals die Gewichtsklasse bis 100 Kilogramm. Eich kämpfte sich ebenfalls auf das Podest und sicherte sich die Bronzemedaille.
Der dritte Platz in Ungarn war ein wichtiges Erfolgserlebnis für den Schweizer. Er hatte damit unterstrichen, dass er auch auf höchstem internationalem Niveau konkurrenzfähig sein kann.
In Baku war die Ausgangslage jedoch besonders schwierig. Schon die Auslosung hatte Eich bei einem Auftaktsieg auf Kollisionskurs mit dem topgesetzten Italiener gebracht.
Die internationale Judo-Föderation hatte diese mögliche Begegnung bereits in ihrer Vorschau auf die Gewichtsklasse hervorgehoben.
Bonferroni mit dem besten Schweizer Ergebnis
Mit Eichs Ausscheiden steht fest, dass die Schweizer Judoka in den Einzelwettbewerben keine Medaille gewinnen.
Den weitesten Vorstoss schaffte Aurélien Bonferroni. Der 24-jährige Genfer gewann in der Kategorie bis 81 Kilogramm seine ersten beiden Begegnungen.
Gegen den Amerikaner Johan Silot setzte sich Bonferroni nach 5:07 Minuten im Golden Score durch. Anschliessend bezwang er den Weltranglisten-Elften Eetu Ihanamaki aus Finnland mit einer Yuko-Wertung.
Im Achtelfinal musste er sich dem Georgier Tato Grigalashvili geschlagen geben. Der dreifache Weltmeister setzte sich nach dreieinhalb Minuten mit Ippon durch.
Mit seinem Achtelfinal-Vorstoss gegen Grigalashvili erreichte Bonferroni das beste Schweizer Einzelresultat dieser Weltmeisterschaft.
Der Genfer bestätigte damit seine positive Entwicklung. Bereits Ende August hatte er beim Heim-Grand-Slam in Lausanne mit Bronze seine erste Medaille auf dieser Turnierstufe gewonnen.
Schweizer Judo vor der nächsten Herausforderung
Eichs Ausscheiden zeigt, wie anspruchsvoll die internationale Konkurrenz in der Gewichtsklasse bis 100 Kilogramm geworden ist.
Pirelli gehört derzeit zu den formstärksten Judoka der Welt. Der Italiener gewann 2026 unter anderem die Grand-Slam-Turniere in Ulaanbaatar und Budapest sowie den Grand Prix in Lima.
Für Eich bleibt die Aufgabe, an die erfolgreichen Auftritte der vergangenen Monate anzuknüpfen. Der fünfte Platz bei den Olympischen Spielen 2024 in Paris und seine Medaillen auf der World Tour belegen sein Potenzial.
Am 11. Oktober steht in Baku noch der Mixed-Team-Wettbewerb auf dem Programm. Danach richtet sich der Blick auf die weiteren internationalen Turniere und die langfristige Entwicklung der Schweizer Judoka.
Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert