Marco Pfyl beendet mit 28 Jahren seine Karriere
von belmedia Redaktion Allgemein Magazine nachrichtenticker.ch News Orte Regionen Schweiz Schweiz Sport sportaktuell.ch sportnachrichten.ch Themen Ⳇ Verbreitung
Der Schweizer Kunstturner Marco Pfyl beendet mit 28 Jahren seine Spitzensportkarriere. Der Schwyzer zieht nach mehr als 20 Jahren im Kunstturnen einen Schlussstrich. Ausschlaggebend sind anhaltende Schulter- und Rückenprobleme, die eine konsequente Vorbereitung auf internationale Wettkämpfe zunehmend verhinderten.
Seit 2017 gehörte Pfyl dem Nationalkader des Schweizerischen Turnverbandes an. Seine Spezialgeräte waren Reck und Barren. Noch 2025 schaffte er nach mehreren verletzungsbedingten Rückschlägen die Qualifikation für die Weltmeisterschaften in Jakarta. In der laufenden Saison wollte er nochmals angreifen, musste jedoch erkennen, dass sein Körper die Belastungen nicht mehr ausreichend verkraftete.
Mit Pfyl verliert das Schweizer Kunstturnen einen langjährigen Nationalmannschaftsturner. Zu seinen Höhepunkten gehörten die Heim-Europameisterschaften 2021 in Basel und der vierte Mannschaftsrang an der EM 2022 in München. Sein Rücktritt erfolgt wenige Tage vor der Kunstturn-WM 2026 in Rotterdam, für die bereits eine neue Schweizer Mannschaft nominiert wurde.
Der Körper setzt Marco Pfyl die Grenzen
Die Entscheidung zum Rücktritt hat sich über längere Zeit abgezeichnet. Seit 2022 wurde Pfyl wiederholt durch Verletzungen zurückgeworfen. Besonders schwer wog die verpasste Olympiaqualifikation für Paris 2024. Damals beschäftigte er sich erstmals ernsthaft mit der Frage, ob eine Fortsetzung seiner Karriere sinnvoll sei.
Trotzdem entschied er sich für einen weiteren Anlauf. Die erfolgreiche Qualifikation für die Weltmeisterschaften 2025 in Jakarta bestätigte zunächst diesen Entscheid. Dort trat er nochmals an seinen beiden Spezialgeräten Reck und Barren an.
Für 2026 erhöhte Pfyl sein Trainingspensum auf vier Geräte, um seine Chancen auf weitere internationale Grossanlässe zu verbessern. Doch die körperlichen Beschwerden machten ihm erneut einen Strich durch die Rechnung.
Insbesondere Probleme an Schulter und Rücken erschwerten die regelmässige Vorbereitung. Schliesslich überwogen die schwierigen Tage zunehmend die positiven Erfahrungen.
Besondere Erinnerungen an Basel und München
Pfyl gehörte fast ein Jahrzehnt zum Schweizer Nationalkader. Zu seinen wichtigsten internationalen Auftritten zählten die Heim-Europameisterschaften 2021 in Basel.
Dort erreichte er in der Qualifikation den sechsten Rang am Reck und den achten Rang am Barren. Wegen der Nationenregel konnte er diese Platzierungen allerdings nicht in Finalteilnahmen umsetzen.
Ein Jahr später stand er mit der Schweizer Mannschaft an den Europameisterschaften in München im Teamfinal. Die Schweizer klassierten sich auf dem vierten Rang und verpassten eine Medaille nur knapp.
Auch die European Games 2019 in Minsk und die Universiade gehörten zu seiner internationalen Laufbahn. Besonders prägend blieb die Zusammenarbeit mit seinen Mannschaftskollegen während zahlreicher Trainingslager und Wettkampfreisen.
Nationaltrainer würdigt den langjährigen Teamkollegen
Nationaltrainer Claudio Capelli hebt in der Mitteilung des Schweizerischen Turnverbandes besonders Pfyls Körpergefühl und seine Fähigkeiten an den Spezialgeräten hervor.
Neben den sportlichen Leistungen wird auch sein Beitrag zur Mannschaft gewürdigt. David Huser, Chef Olympische Mission beim Schweizerischen Turnverband, beschreibt Pfyl als loyalen, verlässlichen Athleten, der innerhalb des Teams eine wichtige Rolle übernommen habe.
Gerade im Kunstturnen, wo individuelle Leistungen im Vordergrund stehen, besitzt der Zusammenhalt innerhalb einer Nationalmannschaft grosse Bedeutung. Pfyl war über viele Jahre Teil dieser Gemeinschaft.
Studium und Engagement im Heimverein
Mit dem Rücktritt beginnt für Pfyl ein neuer Lebensabschnitt. Im Sommer 2027 möchte er sein Studium an der Eidgenössischen Hochschule für Sport Magglingen abschliessen.
Der Turnhalle bleibt er weiterhin verbunden. Bei seinem Heimverein STV Pfäffikon-Freienbach ist er bereits seit zwei Jahren in die Barrensektion eingebunden.
Seinen letzten Karriereabschnitt beendete Pfyl mit den Schweizer Meisterschaften Anfang Oktober 2026 in Winterthur. Sein Abschied erfolgt damit unmittelbar nach einem weiteren nationalen Wettkampf.
Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert